Archiv für Januar 2011


Seitenwechsel zum Neujahrsfest: Die Sehnsucht der Chinesen und ein Krisenstab im Staatsrat

28. Januar 2011 veröffentlicht in Nahaufnahme
Bahnhof in Xi'an

Bahnhof in Xi'an

China Tours Geschäftsführer Liu Guosheng wandelt zwischen Ost und West, zwischen seinem Geburtsland China und seiner zweiten Heimat Hamburg. In seinen Seitenwechseln berichtet er in regelmäßigen Abständen über augenscheinliche Unterscheide und findet immer wieder auch Gemeinsamkeiten.  Dieses Mal erzählt er vom Chunyun, der „größten, periodisch wiederkehrenden Völkerwanderung der Welt“ zum chinesischen Neujahrsfest.

Das chinesische Neujahrsfest steht vor der Tür. Das alljährliche Chaos und den Superstress von beinahe 1,4 Milliarden Menschen sehe ich schon jetzt vor meinem geistigen Auge. Bei dem Gedanken wird mir schwindelig. Die Hektik dieser Tage hat ihre Ursache in der Vergangenheit.

Seit dem Reformbeginn vor 30 Jahren verlassen immer mehr Menschen in China ihre Heimat, die sie über Jahrtausende nicht verlassen konnten. Nun suchen sie Jobs in den Großstädten, besuchen Schulen und Universitäten Tausende Kilometer von Zuhause entfernt und gehen sogar auf Lustreisen. Im Jahr 2010 arbeiten über 200 Mio. Menschen „kurzfristig“ in einer fremden Stadt – die sogenannten Wanderarbeiter.

Liu Guosheng

Liu Guosheng

Wie aber verhalten sich die Menschen am Neujahrsfest, das traditionell mit der Familie gefeiert wird? Richtig. Wir fahren nach Hause. Und zwar alle gleichzeitig. Auch wenn die Traditionen im Alltag vieler Chinesen von der Moderne mehr und mehr verdrängt werden – besonders zu den Feierlichkeiten besinnen sich die Menschen ihrer Herkunft, der Gedanke an die Familie ist noch immer tief im Bewusstsein verwurzelt. Zum Neujahr nach Hause zu kommen, mit Kindern, Eltern und Geschwistern (wenn vorhanden) und Verwandten zusammen zu sein – dazu gibt es keine Alternative. (weiterlesen…)

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Tischgespräch: „In China ist Neujahr die einzige Zeit, in der alle zusammenkommen“

28. Januar 2011 veröffentlicht in Nahaufnahme
Was machen Chinesen am Frühlingsfest? Lile aus Nanjing klärt auf...

Was machen Chinesen am Frühlingsfest? Lile aus Nanjing klärt auf...

Das Frühlingsfest steht bevor und damit einer der wichtigsten Feiertage Chinas. Lile aus Nanjing ist das Fest eigentlich ziemlich egal, im Moment ist er viel zu sehr damit beschäftigt, seine Promotion in Europa vorzubereiten. Dennoch gibt er uns einige Einblicke in die Tradition der Feierlichkeiten.

China Tours Magazin: Wie wichtig ist das Frühlingsfest in China?

Lile: Das Fest hat eine lange Tradition und ist natürlich vielen sehr wichtig. Es ist die Zeit im Jahr, mit der Familie, die über das ganze Land verstreut sind, zusammenkommen. Dabei sind die ersten zwei, drei Tage der einwöchigen Feier die wichtigsten. Das erkennt man schon allein daran, wie viele Menschen in dieser kurzen Zeit unterwegs sind, um zu ihren Familien zu fahren: Es bewegen sich sage und schreibe 600.000.000 Millionen Menschen von A nach B. Eine Größenordnung, die man erst begreifen muss. Manche Länder haben eine Gesamtbevölkerung, die kleiner ist. Das ist doch verrückt.

China Tours Magazin: Dass gerade jetzt zum neuen Jahr Familienbande sehr wichtig sind, hört man oft… (weiterlesen…)

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Die chinesischen Tierkreiszeichen

27. Januar 2011 veröffentlicht in Wegweiser
Die Hasen halten Einzug in China

Die Hasen halten Einzug in China

Die chinesische Astrologie kennt zwölf Tierkreiszeichen, die bestimmte Wesenszüge in sich vereinen. Das Jahr des Tigers ist zu Ende gegangen – ein durchaus passendes Jahr für Gesamtchina, betrachtet man die Entwicklungen der vergangenen zwölf Monate. Das Land war erfolgreich, impulsiv und rastlos. Viele Menschen wurden mitgerissen von der Leidenschaft der Raubkatze. Nun steht das Jahr des Hasen ins Haus, von dem wir der chinesischen Astrologie zufolge viel Freundlichkeit, Sensibilität und Eleganz erwarten dürfen. Die Sterne für eine Reise nach China stehen also günstig.

Hasen sind sprichwörtliche Glückspilze: Sie sind freundlich, elegant, selbstbewusst und dennoch manchmal schüchtern, sie sind kunstvoll, sanft und mitfühlend – Hasen haben alles, was man sich von einem guten Freund nur wünschen kann. Auf Ratschläge vom schlauen Meister Lampe kann man getrost hören. Manchmal allerdings neigen Sie zu Oberflächlichkeit und Sturheit. (Jahrgänge 2011, 1999, 1987, 1975, 1963, 1951, 1939, 1927)

Drachen sind die Könige unter den Sternzeichen: Sie sind großherzig, energisch, stolz und willensstark. Sie treffen Entscheidungen mit Bedacht, können aber auch sehr feurig und fordernd sein. Ab und zu neigen Drachen zu Intoleranz und Taktlosigkeit. (Jahrgänge 2000, 1988, 1976, 1964, 1952, 1940, 1928, 1916) (weiterlesen…)

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Lampions in China – ein Blick zurück

24. Januar 2011 veröffentlicht in Wegweiser
Lampionfest in Xi'an

Lampionfest in Xi'an

Kongming-, Himmels-, Glücks- oder  auch Wunschlampion. Vier Begriffe, eine Bedeutung. Sie bezeichnen die Laternen, die in China in vielen Variationen allgegenwärtig sind: es gibt sie in rot, blau, weiß oder gold, in groß und in klein, es gibt sie kunstvoll verziert oder schlicht. Einige lässt man steigen, andere hängen in Hauseingängen oder Wohnungen.

Je näher das Neujahrs- und somit auch das Laternenfest rückt, dieses Jahr am 03.02. bzw. am 17.02.,  desto mehr wird das Alltagsbild im Reich der Mitte von ihnen bestimmt. Dabei dominiert die Farbe Rot. Das leuchtet ein, steht diese Farbe doch für frohe Ereignisse und glückliche Fügungen.

Um die Herkunft der Lampions ranken sich viele Mythen und Geschichten. Eine der populärsten ist die von Zhu Ge Liang, einem berühmten Strategen am kaiserlichen Hof zu Zeiten der Han-Dynastie (260 v. Chr. bis 220 n. Chr.). Mit einem Teil seiner Truppen geriet er während einer Militäroperation in eine bedrohliche Situation. Eingeschlossen von feindlichen Soldaten (weiterlesen…)

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City Beats: Peking – Zwischen Rockmusik und Räucherstäbchen

21. Januar 2011 veröffentlicht in Nahaufnahme
Hier darf es auch ein wenig lauter sein - Das Mao Livehouse in Peking

Hier darf es auch ein wenig lauter sein - Das Mao Livehouse in Peking

Die Altstadt in Peking: Im Dunstkreis der vielen Tempel lässt sich das moderne Leben der Großstadt schnell vergessen. Der Duft abertausender Räucherstäbchen, die in diesen spirituellen Zentren angezündet werden, um Kontakt zu Ahnen oder Gottheiten herzustellen, hängt in der Luft.  Menschen pilgern zu den heiligen Hallen, um zu beten und Geld oder Nahrungsmittel zu opfern – sei es in der Hoffnung, dass ihre Wünsche erhört werden, oder um ihren Vorfahren im Jenseits ein Präsent darzubieten.

Auf der anderen Seite der Stadt: Laute Musik. Was von Außenstehenden vielleicht als ohrenbetäubender Lärm wahrgenommen werden mag, kann für den Kreis der meist jungen Leute in einem der kleinen Clubs, die über die ganze Stadt verteilt sind, nicht laut genug sein. Rockmusik dringt aus den Lautsprechern und bringt selbst das hartgesottenste Trommelfell gefährlich zum Vibrieren. Dennoch steht eine kleine Meute junger Leute im Publikum und bewegt sich im Takt. Wir befinden uns auf einem der vielen Konzerte lokaler Rockbands, die wahrscheinlich nie den Sprung von der kleinen, verrauchten Bühne in die Stadien der Welt schaffen werden, an diesem Abend aber dennoch vom großen Erfolg träumen. (weiterlesen…)

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Was man wissen muss: Handynutzung in China

20. Januar 2011 veröffentlicht in Wegweiser
nach Hause telefonieren

nach Hause telefonieren

Um teure Roaming-Gebühren zu umgehen, ist es als Tourist in China häufig ratsam, eine Sim-Karte eines chinesischen Mobilfunkanbieters anzuschaffen. Damit kann man für relativ schmales Geld die lieben Daheimgebliebenen günstig per SMS auf dem Laufenden halten.

Wer des Chinesischen nicht mächtig ist, mag sich dann allerdings wundern über die Flut von Textnachrichten, die plötzlich an seine neue Nummer gesendet werden. Rätselhaft scheinen die Schriftzeichen, nicht zu durchdringen ihr Inhalt. Aber keine Sorge: In den meisten Fällen handelt es sich um Spam-Nachrichten mit manchmal bizarrem Inhalt.

Zum Beispiel die SMS einer Frau, die behauptet schwanger zu sein. Als Verantwortlicher wird der Empfänger angesprochen, der, wenn er nicht einen bestimmt Betrag zahlt, für immer die Verantwortung für eine Abtreibung zu tragen hat. Leider kann man nur erahnen, wie viele Männer sich angesprochen fühlen und, überwältigt vom schlechten Gewissen, brav überweisen. 

Beliebt sind auch Angebote für Waffen oder hartgesottene Schläger für Rachfeldzüge aller Art. Etwas harmloser: einfache Belege. Für Geschäftsleute gleichzusetzen mit barem Geld, kann man Spesen doch von der Steuer absetzen. Die Folge ist ein blühender Schwarzmarkt mit Quittungen aus Bars und Restaurants.

Für die meisten Besucher sind diese Angebote wohl ohnehin uninteressant, schließlich müssen sie ihre Steuerabrechnung nicht im Reich der Mitte machen, haben keine offenen Rechnungen mit windigen Geschäftspartnern und sind wohl nur in den seltensten Fällen verantwortlich für ungewollte Schwangerschaften. So gesehen, verpasst man nicht mehr als ein ungläubiges Schmunzeln, wenn man diese Nachrichten einfach ungelesen in den Papierkorb verschiebt.

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In eigener Sache: Elements of China gewinnt Touristikpreis!

18. Januar 2011 veröffentlicht in Wegweiser

Nicht ohne Stolz können wir den Gewinn des ’Sonntag Aktuell Touristikpreises 2011′ feiern.

Im Rahmen der Stuttgarter Reisemesse CMT haben wir diesen in der Reisebranche heiß begehrten Preis für unser neues Reisekonzept Elements of China verliehen bekommen. Am Sonntag fand die offizielle Preisverleihung statt. China Tours Geschäftsführer Christoph Albrecht konnte den Preis in Empfang nehmen und zeigte sich überaus glücklich:  ’Die Mühen haben sich gelohnt’, ließ er im Anschluss an die offiziellen Feierlichkeiten verlauten, ‘Ich glaube, mit Elements of China ist es uns gelungen, die Lücke zwischen Gruppen- und Individualreisen in Ostasien zu schließen.’ 

Das finden wir auch und wünschen den Elements of China eine große Zukunft!

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Das Venedig Chinas

18. Januar 2011 veröffentlicht in Nahaufnahme

Einer Zeitreise gleich finden wir uns plötzlich in einer alten chinesischen Siedlung wieder. Enge Gassen werden von hohen, gebogenen Dächern überspannt, das bunte Treiben auf engem Raum von kleinen Läden gesäumt – einem Markt gleich bieten Händler hier ihre Waren an, die meist ein antikes Flair verbreiten. Gravierte Namensstempel und antik aussehende Bücher, deren Papier so fragil wie von den Jahren vergilbt zu sein scheint, wechseln sich ab mit kleinen Leckereien in der Auslage winziger Büdchen, welche die alte chinesische Version einer Imbissbude sein könnten.

In süß-saurer Sauce gegrillte Schweinekeulen scheinen hier der Verkaufshit zu sein: zart, schmackhaft und feuerrot. Zwischen den Ständen alter chinesischer Damen, die lauthals ihren selbst hergestellten Schmuck zum Verkauf anpreisen, glitzert verheißungsvoll einer der Kanäle, welche die Stadt ebenso charakterisieren wie sie das Leben in ihr prägen. (weiterlesen…)

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+++China Tours Eilmeldung+++

16. Januar 2011 veröffentlicht in Heimspiel

Nicht ohne Stolz können wir heute den Gewinn des ’Sonntag Aktuell Touristikpreises 2011′ feiern.

Im Rahmen der Stuttgarter Reisemesse CMT haben wir diesen in der Reisebranche heiß begehrten Preis für unser neues Reisekonzept Elements of China verliehen bekommen. Soeben ging die offizielle Preisverleihung zu Ende und China Tours Geschäftsführer Christoph Albrecht konnte den Preis in Empfang nehmen. ‘Die Mühen haben sich gelohnt’, ließ er im Anschluss an die offieziellen Feierlichkeiten verlauten, ‘Ich glaube, mit Elements of China ist es uns gelungen, die Lücke zwischen Gruppen- und Individualreisen in Ostasien zu schließen.’ 

Das finden wir auch und wünschen eine schöne Feier!

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Barock im Reisfeld

14. Januar 2011 veröffentlicht in Nahaufnahme
Diaolous von Kaiping

Diaolous von Kaiping

Rund um Kaiping zeigt sich China von der schrägen Seite

Wenn Herr Min bis in den fünften Stock auf die Dachterrasse klettert, fällt sein Blick auf ein Meer einsamer Türme, die wie arrangiert aus den grünen Reisfeldern ragen. Bis zum Horizont ziehen sich die „Diaolous“, bis zu acht Stockwerke hoch, jedes einzelne individuell verziert. Dennoch haftet den Türmen etwas Düsteres an. Sind es die Faust-dicken Fensterladen aus Metall, die Schießscharte? Die gewaltigen Mauern, die zahlreichen Einschusslöcher an den Monsun-zerfressenen Fundamenten?

Für Min ist dies keine Überlegung wert, meist fällt sein Blick sowieso nicht auf die Landschaft, sondern den kleinen Farbfernseher im Erdgeschoss. Als staatlich angestellter Wächter achtet er acht Stunden am Tag darauf, dass die Besucher keine persönlichen Fotos von den Wänden stehlen – überall blicken die früheren Besitzer ernst von der Wand, viele von ihnen im westlichen Anzug. Wer waren die Bewohner dieser seltsamen Anlagen?

Einmal Ausland und zurück

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in den südchinesischen Küstenstädten abertausende „Kulis“ angeworben, denn mit der Abschaffung der Sklaverei fehlten es in den Vereinigten Staaten und den britischen Überseegebieten an Arbeitern. Willkommen waren sie oft dennoch nicht. Viele von ihnen kehrten Ende des 19. Jahrhunderts daher wieder nach China zurück. Dort herrschte freilich das politische Chaos: Räuber, Banden, marodierende Soldaten, die Bedrohungen waren vielfältig, die Landbewohner schutzlos ausgeliefert. In Kaiping jedoch fanden die dynamischen Heimkehrer eine Lösung: Schon seit Jahrhunderten gab es in der Region Diaolou-Türme (wörtlich: Wach-Gebäude), in denen ganze Dörfer vor den Überschwemmungen des Monsuns Zuflucht fanden. Warum also nicht gleich Wohnhäuser im Stil der Schutztürme bauen? Natürlich mit Verzierungen, die schon auf den ersten Blick verrieten, aus welch weit entferntem Exil der Erbauer zurückgekehrt war. So erinnern die meisten Diaolou-Türme an westliche Barock-Elemente, die den chinesischen Erbauern im Westen besonders gut gefallen hatten. Andere wiederum ähnelten einer Moschee oder südostasiatischen Tempeln.

Unbekanntes Welterbe

Weitaus pragmatischer war die technische Ausstattung: Viele Inhaber ließen in den 1920ern starke Such-Scheinwerfer installieren, so dass sie eventuelle Angreifer auch im Dunkeln gut erkennen konnten.

Um die dreitausend solcher Türme soll es allein in der Umgebung der Stadt Kaiping gegeben haben, rund 1800 haben die politischen Wirren der Moderne überstanden.

Seit gut zehn Jahren werden viele der Türme auf staatliches Geheiß restauriert, 2007 schließlich wurden zahlreiche der Diaolous sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Touren nach Kaiping gibt es natürlich auch bei China Tours.

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