Lingshan1

Wuxi: 3000-jährige Stadt mit einer der größten Buddha-Statuen der Welt

Patrick MüskerVeröffentlicht von

Wuxi 无锡 in der Provinz Jiangsu, 128 km von Shanghai entfernt, beherbergt die zweitgrößte Buddha-Statue in China. Die Stadt wird vom Tai Hu, dem drittgrößten Süßwassersee Chinas geteilt und grenzt im Osten an die Seidenstadt Suzhou. Aufgrund ihrer massiven wirtschaftlichen Entwicklung wird die Stadt auch als das „kleine Shanghai“ bezeichnet.

Der Name kommt nicht von ungefähr, da Wuxi als Geburtsort der modernen chinesischen Industrie und des Handels verstanden wird. So ist die Stadt auch die Heimat vieler wichtiger Geschäftsleute, die eine wichtige Rolle im Aufbau des Handels in Shanghai des frühen 20. Jahrhunderts gespielt haben. Dabei blickt Wuxi selbst auf eine 3000-jährige Geschichte zurück.

Wirtschaftsmetropole mit einer 3000 Jahre alten Geschichte

Die Entstehung der Stadt Wuxi ist auf die Zhou-Dynastie 周朝 (1100 bis 256 v.Chr.) im 11. Jahrhundert v. Chr. zurückzuführen, als die beiden Prinzen Taibo 泰伯 und Zhongyong 仲雍 den ersten Staat im Wuxi-Areal gründeten. Anfangs hieß der Staat noch Wu 吳 und nachdem die beiden Brüder bei der Entwicklung und Errichtung von Landwirtschaft und Wasserwegen halfen, sollte das Gebiet schon bald wirtschaftlich aufblühen.

Bereits während der Frühlings- und Herbstperiode 春秋 entwickelte sich der Staat Wu zu einem der mächtigsten Reiche. Im Laufe der Qin-秦朝(221 bis 207 v.Chr.) und Han-Dynastie 汉朝 (206 v.Chr. bis 220 n.Chr.) wurden Zinnvorkommen entdeckt, die zu Konflikten im besagten Gebiet führten. Allerdings schienen die Vorkommen relativ schnell abgebaut worden zu sein, was vermutlich zu dem heutigen Namen Wuxi führte. Dieser bedeutet übersetzt „kein Zinn“ (无= nichts; 锡 = Zinn).

Zur Zeit der Ming-明朝 (1368–1644) und Qing-Dynastie 清朝 (1644–1911) bildete Wuxi bereits ein landwirtschaftliches Zentrum mit dem Fokus auf die nationale Reisproduktion. Bis zur Gründung der Volksrepublik China stellten sowohl die Textilindustrie wie auch die leichte und schwere Industrie wirtschaftliche Schwerpunkte der Region dar. Heute wird Wuxi als die ehrgeizigste Stadt für Wohlstand und Zivilisation im Südosten Chinas verstanden, die einen regen Austausch mit dem Ausland betreibt.

Der Tai Hu und die Schildkrötenkopfinseln

Der See Tai Hu liegt im südlichen Teil des Yangtze-Fluss-Delta und ist mit einer Fläche von 2338 Quadratkilometern der drittgrößte Süßwassersee in China. Mit seinen 48 kleinen Inseln, 72 Anhöhen und Halbinseln entlang des Flusses, verspricht der See ein großartiges Panorama. Der wohl beste Ort, um den See zu genießen, sind die bekannten Schildkrötenkopfinseln 鼋头渚. Der Name entstand aufgrund der Form, die die sich ins Wasser erstreckenden Inseln bilden. Wenn leichte Brisen über die Inseln wehen, seichte Wellen ans Ufer gespült werden und die in der Ferne liegenden Gebirge wie eine malerische Landschaft wirken, wird Sie der See seine Umgebung mit Sicherheit verzaubern.

Zum Großteil sind die Inseln in ihrer natürlichen Form vorzufinden und wurden an nur wenigen Stellen durch Menschenhand erweitert. Die wenigen Tempelbauten und Ruinen, die strategisch platziert wurden, liegen im Einklang mit der umliegenden Natur. Die Schildkrötenkopfinseln sind mit der Fähre gut zu erreichen. Die Beste Zeit für einen Besuch ist zwischen März und April, wenn die zahlreichen Kirschblüten anfangen zu blühen und die Inseln in eine zauberhafte Landschaft aus rosafarbenen Blättern verwandeln.

Großer Buddha von Lingshan

Im Südwesten von Wuxi befindet sich der Lingshan-Berg 灵山, der ein buddhistisches Wunderland im Taihu National Tourist Resort 太湖国家旅游度假区 bereit hält. Das Areal deckt eine Fläche von 30 Hektar ab. Die wohl größte Besonderheit des Parks dürfte die Buddha-Statue aus Bronze sein, die eine Höhe von 88 Metern misst. Der Hintergrund des Buddhas wird durch den Lingshan-Berg, den Grüner-Drachen-Berg 绿龙山 zu seiner Linken und den Weißer-Tiger-Berg 白虎山 zu seiner Rechten gebildet.

Als die weltgrößte bronzene Abbildung des Shakyamuni (auch Gautama Buddha oder Buddha), gehört sie mit zu den großen Buddha-Statuen Chinas. Die anderen vier Statuen stehen in den Yungang-Höhlen von Datong, den Longmen-Höhlen in Luoyang, auf dem Leshan in Sichuan und am Himmelstempel in Hongkong. Die Figur am Lingshan wurde aus 2000 Schichten Bronze erbaut und wiegt insgesamt 725 Tonnen. Die rechte Hand des Shakyamuni zeigt zum Himmel, steht für ein furchtloses Mudra und schenkt den Menschen Mut und Frieden. Die linke Hand zeigt zur Erde und steht für das Mudra der Wohltätigkeit. Diese soll allen Lebewesen Sicherheit und Glück schenken.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Wuxi

Doch auch die anderen Sehenswürdigkeiten wie der Brahma Palace 无锡灵山梵宫, das Five Mudra Mandala 五印坛城, das Nine Dragons Bathing Shakyamuni und der Xiangfu-Temple 祥符禅寺 sind einen Besuch wert. Das Nine Dragons Shakyamuni stellt einen großen Springbrunnen in Form einer Lotusblüte dar. Buddhistischen Sutren zufolge wurde der Shakyamuni mit der Fähigkeit des Sprechens und Gehens geboren. An jeder Stelle, an der er auftrat, wuchs und blühte eine Lotusblume. Als er sieben Schritte in alle vier Himmelsrichtungen machte, sprach er, dass er der geehrte Meister der Welt sei und zeigte mit der einen Hand gen Himmel und mit der anderen gen Erde. Zur gleichen Zeit erschienen neun Drachen am Himmel, um den Buddha im Wasser zu baden.

Der Brunnen stellt mit seiner Höhe von 7,2 Metern diese Sage nach. Während sich in der Mitte die Lotusblüte erhebt, sprühen neun bronzene Drachenköpfe eine Wasserfontäne und baden den Shakyamuni. Die Besonderheit des Brunnens ist, dass er Musik spielt. Ertönt die Musik, öffnet sich der Lotus und schließt sich wieder, sobald die Musik verstummt. Folglich speien die acht Phönixe Wasser, von dem es heißt, dass man gesegnet wird, sobald man von diesem trinkt.

Zuletzt soll der Xiangfu-Tempel erwähnt werden. Dieser wurde während der Tang-Dynastie 唐朝 (618–907) errichtet. Es heißt, dass der Mönch Xuanzang an diese Stelle gereist sei und den Berg mit dem Lingjiu-Berg in Indien verglich. Zu diesem reiste er, um den Buddhismus zu studieren. Folglich nannte er den Berg „Kleiner Lingshan“. Vor dem Tempel befinden sich drei Brücken: die Pudu-Brücke, die Dajue-Brücke und die Ci’en-Brücke. Sie stehen für die eigene bewusste Kultivierung, die Auffassungsgabe und die Vergeltung von Verpflichtungen.

Direkt am Eingang des Tempels befindet sich die Halle der himmlischen Könige. Hinter der Halle erwartet die Besucher der Glocken- und Trommelturm. Die Glocke ist die größte in China. Zu jedem Neujahrs- und Frühlingsfest wird eine Zeremonie mit dem Läuten der Glocken abgehalten. Laut buddhistischen Schriften soll das Läuten der Glocken Sorgen vertreiben und die Menschen mit Wissen beschenken. Auch dort ist eine Buddha-Statue zu finden, die acht Meter misst. Sie stellt ein Modell des 88 Meter hohen Shakyamuni dar.

Lingshan

Die Küche von Wuxi: Süße kleine Drachentaschen

Die sogenannten „Drei Weißen“ gehören zu dem bekanntesten Gericht Wuxi. Die traditionelle Speise besteht aus den zwei Fischsorten Whitebait (Sprotte) 银鱼 und Coregoninae (Maräne) 白鱼 sowie weißen Garnelen 白虾. Durch die Hinzugabe von Zucker und Sojasoße und dem anschließenden Anbraten erhält das Gericht einen leicht süßlichen Geschmack.

Die Wuxi-Küche ist generell bekannt für seine süßlichen Speisen. So schmecken beispielsweise die kleinen Drachentaschen (Xiaolongbao) aus Wuxi 无锡小笼包 süßer als die in Shanghai hergestellten Xiaolongbao. Weitere lokale Spezialitäten sind geschmorte Spare Ribs 红烧排骨 und die Ji-yu-Suppe 鲫鱼汤, die milchig weiß ist.

Tipp: Um in den Genuss der sehr zu empfehlenden Xiaolongbao und weiteren für Wuxi typische Speisen zu kommen, sollten Sie das Restaurant Xi Sheng Yuan 熙盛源 an der Jiankang Road 84 健康路84号 aufsuchen.

Mehr über Wuxi erfahren Sie auf der Website von China Tours.

Wuxixiaolongbaob

Weitere interessante Artikel

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.