Am abgelegenen Zuckerhut: Wasserfälle und Karstlandschaften in Guizhou

In der Provinz Guizhou mit Karstbergen schöner als in Guilin, Wasserfällen so groß wie nirgends in Asien und vielen verschiedenen Minderheiten kommen jene, die der großstädtischen Hektik der Ostküste entkommen wollen, auf ihre Kosten. Von traditionellen Dörfern im Südosten um Kaili, heiligen Bergen im Norden bei Tongren bis hin zu Karsthügeln voller Affen in der Hauptstadt Guiyang, wir stellen Ihnen die Highlights der südchinesischen Provinz einmal vor.

Dörfer der Minderheiten

Guizhou grenzt an die südlichen Provinzen Guangxi und Yunnan und beherbergt eine Vielzahl von Minderheitengruppen. Die größten Gruppen sind die der Miao und Dong, welche vor allem den Südosten der Provinz bewohnen. Von der Kreisstadt Kaili aus kann man in Tagesausflügen die umliegenden Dörfer erkunden. In vielen der größeren Dörfer gibt es bereits ein Programm für Touristengruppen, bei welchem die Bewohner sich in ihre Tracht schmeißen und traditionelle Tänze aufführen.

Einige der Familien bieten Übernachtungsmöglichkeiten und Essen an. Die Region lädt außerdem mit ihren in die Berge geschlagenen Reisterrassen, den mit schwarzen Schindeln gedeckten Häusern und den mächtigen „Wind und Regen Brücken“ zum Wandern und Fahrradfahren ein.

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Frauen in traditionellen Trachten

Durch häufige und starke Regenfälle kommt es zwischen den Städten und Dörfern nicht selten zu Unterspülungen und Erdrutschen, besonders in Gebieten, wo die Straßen noch nicht komplett asphaltiert sind. So kann es auch vorkommen, dass man aus dem Minibus aussteigen und ihn mit aus dem Schlamm schieben muss. Doch wenn man nach einer langen Reise in ein Tal kommt, in welchem sich moosbedeckte Häuser um einen Dorfplatz drängen und Reisterrassen aus dichtem grünen Wald heraus leuchten, hat man die Strapazen schnell vergessen.

Guiyang: Wilde Hauptstadt und malerisches Umland

Die Provinzhauptstadt ist sehr modern, obwohl es ihr an einer U-Bahn fehlt, um den anderen Großstädten nachzueifern. Die ständig wachsende Stadt hat, wie viele andere, ein Problem mit Staus, was nicht nur an der Zahl, sondern auch am Fahrstil der Verkehrsteilnehmer liegt. So geht man zum Erkunden der Stadt lieber zu Fuß, was einem auch ermöglicht, spontan in kleine Gassen oder Parks abzubiegen und dem Getümmel so zu entfliehen.

Auf den Straßen von GuiYang ist Stau keine Seltenheit
Auf den Straßen von Guiyang ist Stau keine Seltenheit

Der wohl bekannteste und unter den Bewohnern beliebteste Park ist der Qianling Shan Park, dessen höchster Berg, der Qianling Berg, bis auf 1300 Meter reicht. Mit einer Seilbahn kommt man leicht von einem Teil des Parks in den anderen. Zwischen mehreren kleinen Pavillons, Wäldchen und Bächen findet man im Park auch ein sehr gutes vegetarisches Restaurant im Hongfu Tempel und viele Affen, die nicht menschenscheu sind.

Neben modernsten Einkaufsmeilen mit westlichen Marken sind inzwischen auch einige Westler in Guiyang beheimatet und haben Restaurants eröffnet. Das typische Guizhou-Essen ähnelt in seiner Schärfe allerdings dem in den Nachbarprovinzen Sichuan und Hunan und ist außerdem häufig auch etwas sauer. „Suanla Tang“, eine sauer-scharfe Suppe, ist dabei eine regionale Spezialität.

Wunderschöne Wasserfälle

Von Guiyang aus kann man in Tagesausflügen auch die berühmten Huangguo Shu Wasserfälle besuchen, welche als die größten Wasserfälle Asiens beschrieben werden. Durch Grotten kann man hinter dem Wasserfall entlang laufen und so dem stürzenden Nass noch näher sein.

Huaxi, ein Außenbezirk von Guiyang, ist nicht nur Sitz mehrere Universitäten, sondern auch Ausflugsziel für Wochenenden. Um dem Stadtdunst zu entkommen, zieht es viele Einheimische in die Karstberge und an die Flüsse Huaxis, wo man Wandern, Radfahren, Töpfern, Fischen und Baden kann. Ein wenig weiter liegt die eher spielzeughaft ausgebaute Altstadt Qingyan. Umgeben von steinernen Stadtmauern ziehen sich kleine Gassen durch die dicht bebaute Stadt.

Flanieren entlang des HuaXi Flusses
Flanieren entlang des Huaxi Flusses

Der Norden: Natur pur!

Mit „Colourful Guizhou“ hat die Provinz eine groß angelegte Tourismuskampagne gestartet um mit ihren Vorzügen, den Minderheiten und den Naturschutzparks zu werben. Selbst U-Bahn-Stationen in Hong Kong waren großflächig plakatiert und Fotografen aus ganz China wurden auf eine Besichtigungsreise eingeladen. Eine der abgelegensten Regionen Guizhous wurde hier besonders angepriesen, der Nordosten. An der Grenze zu Hunan und Chongqing liegen die Wuling Berge, ein satt grünes Gebirge mit vielen Flüssen.

Das von der UNESCO ausgezeichnete Fanjing Shan Naturreservoir im Kreis der Stadt Tongren bietet mit seinen über 2000 Meter hohen Gipfeln Schutz für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Auf dem Gipfel des Fanjing Bergs befindet sich außerdem ein altes buddhistisches Kloster. Der Gipfel zählt zu den heiligen Bergen im chinesischen Buddhismus und ist daher auch nicht nur ein Ziel für Touristen, sondern auch für Pilger. Den Aufstieg erleichtert eine Seilbahn, sodass man nur noch die letzten Meter über steile Steinstufen erklimmen muss. Von da kann man in das nebeldurchzogene Tal schauen.

FanJingShan - grünes Paradies
Fanjing Shan – grünes Paradies

Der Jinjiang Fluss schlängelt sich durch das Gebirge sowie die Stadt Tongren und ergießt sich dann in den Yangtse. Entlang der Flüsse findet man viele kleine Dörfer, insbesondere der Tujia Minderheit, welche nur in dieser Region beheimatet ist. Die ärmste Provinz Chinas hat sich inzwischen etabliert und ist trotz weniger Zugverbindungen, aber dank gut ausgebauter Autobahnen komfortabel zu bereisen. Durchzogen von Bergen, Flüssen und Wolken bewahrt sich die Provinz ihren stoisch sturen Charakter.

Wasserbüffel im TuJia Dorf

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Südchinas Karstlandschaft

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