Die Goldene Woche in China: Eine Nation im Urlaub

Andreas FlückVeröffentlicht von

Am 1. Oktober dem Nationalfeiertag Chinas beginnt im Reich der Mitte die „Goldene Woche“. Vom 1. bis zum 7. Oktober macht ganz China Urlaub. Am Nationalfeiertag zelebrieren die Chinesen die Staatsgründung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949. Da zu dieser Zeit fast alle Chinesen frei haben und verreisen, nennt man die Woche auch die “Goldene Woche”.  In diesen Tagen muss man mit vermehrtem Anstehen bei den Sehenswürdigkeiten rechnen.

Nationalfeiertag in China

Jedes Jahr wird in Peking mit einer Flaggenzeremonie auf dem Tian’anmen-Platz der Staatsgründung gedacht. Die Flagge wurde erstmals im Jahre 1949 über dem Platz des himmlischen
Friedens erhoben und markiert das Datum der Geburt des neuen Chinas. Die Zeremonie erweckt nach wie vor das Interesse unzähliger Touristen. Die chinesische Hauptstadt wird zu einem bunten Leuchtfeuer aus Lichtern mit spektakulärer Außenbeleuchtung, um den einwöchigen Nationalfeiertag zu kennzeichnen. Auch in Shanghai werden über 1400 Aktivitäten organisiert, deren Höhepunkt ein gigantisches Feuerwerk über dem Hangpu Fluß ist. Die Woche vom 1. bis 7. Oktober ist gesetzlicher Feiertag in China. Mehr Infos zu den chinesischen Feiertagen

Reisebericht zur Goldenen Woche

Ein Reisebericht unseres Mitarbeiters Andreas Flück: Individueller Urlaubsanspruch ist in China nicht weit verbreitet. Stattdessen gibt es Feiertage, an denen die ganze Bevölkerung frei hat. Während der Feiertage fahren viele Chinesen zu ihren Familien und Bekannten oder bereisen das eigene Land. Überall wird der sich dieses Jahr zum 67-mal jährende Tag der Gründung der Volksrepublik Chinas gefeiert, mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen.

Soweit zur Theorie…was das genau bedeutet, habe ich bei meiner eigenen China-Reise erlebt! Wir waren gerade auf unserer Rundreise „China zu Land und zu Wasser“ in Peking angekommen und vom Bus aus sahen wir schon die vielen vielen Menschen, die den Tian’anmen-Platz bevölkerten.

Hans Mauch: Junge mit Fahne

Doch zuerst ging es zum Himmelstempel, wo am Parkeingang das ganz normale Alltagsleben der Pekinger stattfand, mit Fächertanz und anderen sportlichen Betätigungen. Je näher wir jedoch zum Herzen des Himmelstempels vordrangen, desto mehr Menschen schienen das gleiche Ziel wie wir zu haben – und es waren hauptsächlich Chinesen. Der Tempel war wie alle anderen Sehenswürdigkeiten zu dieser Zeit sehr gut besucht, doch mein persönliches Highlight war, als wir zu dem Stein kamen, der den Mittelpunkt des chinesischen Reiches symbolisiert. Unser Reiseleiter Hao Lei meinte schon auf dem Weg dahin, dass jeder Besucher einmal auf diesem Stein gestanden haben muss, wenn er den Himmelstempel besucht – eine Meinung, die ich nicht ganz teile, zumal sie bei den vielen jungen, übermütigen Chinesen, die versuchten gleichzeitig auf dem Stein zu stehen, sicherlich auch etwas gefährlich geworden wäre bei dem Gedrängel…aber ein Fest für die Augen war es allemal!

Weiter ging es zum Tian’anmen-Platz. Das, was wir zuvor nur aus dem Bus beobachtet hatten, bekamen wir nun hautnah mit. Und auch, wenn es am Anfang etwas befremdlich ist, wenn sich chinesische Familien mit einem fotografieren lassen möchten, so gewöhnt man sich doch schnell an diese freundlich ungeschickten Einladungen für ein gemeinsames Foto – denn schließlich muss ja ein Beweisfoto her, dass man tatsächlich in der Hauptstadt auch Langnasen gesehen hat! Für mich am schönsten war es jedoch die Kinder zu beobachten, wie sie aufgeregt oder total erschöpft an Ecken mit ihren kleinen roten Fähnchen zu sehen waren. Wann hat man schon mal so viele chinesische Familien auf einem Haufen – noch dazu in bester Festtagslaune…und spätestens, wenn man ein „Hello! Where are you from?“ vernimmt, weiß man, es naht das nächste Foto, wo man selbst die Touristenattraktion ist! Allen Reisenden, die gerade in China unterwegs sind, wünsche ich viel Spaß in dieser besonderen Zeit! Save

Andreas Flück
Leiter Rollende Reisen

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