Top 5 Sehenswürdigkeiten in Kunming – die Stadt des ewigen Frühlings

Kunming 昆明 ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Yunnan 云南 im Südwesten Chinas. Bis 1920 war die Stadt als Yunnan-Fu bekannt und ist heute politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Provinz. Kunming erzählt eine über 2400-jährige Geschichte und war für Gebiete wie Tibet, Sichuan, Myanmar, Indien und weitere das Tor zur Seidenstraße und ihrem Handel. Obwohl die Stadt aufgrund ihres Wetters auch friedvoll „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt wird, stellte sie im zweiten Weltkrieg ein wichtiges militärisches Zentrum dar.

Bereits das Stadtzentrum gilt mit dem Jinma Biji Square, dem Dongfeng Square und den sich fünf großen kreuzenden Straßen als erste Attraktion. So bietet der Jinma Square optisch eindrucksvolle Torbögen und stilistische Architekturen. Zu den fünf eben genannten Straßen gehören unter anderem die Qingnian Road, die Zhengyi Road und die Renmin Road, die die Haupteinkaufsbereiche bilden.

Darüber hinaus leben die meisten Mitglieder der 26 sich in Yunnan befindenden ethnischen Minderheiten in Kunming. Zu ihnen gehören die Yi, Bai, Miao, Dai und die Hani.

1. Der Steinwald von Kunming

Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit und ein Pflichtprogramm für jeden Besucher ist der Steinwald von Kunming. Ein lokales Sprichwort besagt: „Hat man Kunming besucht, aber den Steinwald nicht gesehen, dann war es verschwendete Zeit“. Der Steinwald 石林 genießt seit der Ming-Dynastie große Bekanntheit und galt als „erstes Weltwunder“. Er liegt circa 120 km von der Stadt entfernt und beansprucht eine circa dreistündige Autofahrt. Das Gebiet nimmt eine Fläche von 400 km² ein und zeigt kleine wie auch große Steinwälder.

Die Besucher finden insgesamt sieben verschiedene Steinwald-Areale vor. Dazu gehören der „Greater & Lesser Stone Forests“ 大,小石林, der „Zhiyun Cave“ 芝云洞, der „Lake Chang“ 长湖, der „Lake Yue“ 月湖, der „Dadie Waterfall“ 大叠水瀑布风景区 und der „Qifeng Cave“ 奇风洞. Diese Formationen sind in Folge von Kalksteinerosionen entstanden und sollen über 270 Millionen Jahre alte sein. Das lockt natürlich chinesische Besucher wie auch Überseetouristen an.

Einer Legende nach sei der Steinwald der Geburtsort der Ashima, einem jungen schönen Mädchen der Yi Ethnie. Nachdem sie sich verliebte, wurde ihr die Hochzeit mit ihrem Liebsten verboten. Darauf verwandelte sie sich in einen Stein im Steinwald, der heute ihren Namen tragen soll.

2. Der Dianchi-See

Im Südwesten der Stadt Kunming befindet sich das Landschaftsareal des Dianchi-See 滇池风景区. Dort gibt es zahlreiche Attraktionen, die die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen. Unter ihnen befinden sich zum Beispiel das Dorf der Nationalitäten Yunnans, der Grand View Park, der White Fish Park, das Haigeng-Ufer, der Guan Yin-Berg , der Western Hills Forest Park sowie Tempel und Pagoden. Sowohl kleinere als auch größere Städte am See geben Touristen einen Eindruck der lokalen Bräuche und Menschen.

Der See ist 300 km² groß und der größte Frischwassersee in der Provinz Yunnan. Unglücklicherweise wurde der See in der Vergangenheit stark verunreinigt. Gegenmaßnahmen sind bis jetzt leider gescheitert. Mehr als 20 Flüsse enden in diesem See. Das anliegende Dorf der Nationalitäten Yunnans gibt hervorragende Einblicke in die gesellschaftlichen Bräuche der ethnischen Gruppen, die in Yunnan leben. Insgesamt 25 ethnische Gruppen sind dort präsent und führen Veranstaltungen durch, die die bunten Kleider und einzigartigen traditionellen Lebensweisen zur Schau stellen.

Der Grand View Park wirkt mit seinen Steingärten, Pavillons, Brücken und dem raunenden Wasser sehr lebendig. Er wurde 1828 erbaut und bietet Besuchern einen traumhaften Ausblick. Im Pavillon befindet sich zu dem das längste Reimpaar Chinas. Er wurde während der Qing-Dynastie geschrieben und enthält 180 Schriftzeichen. Der White Fish Park befindet sich am Westufer des Dianch-See. Dort steht ein kleiner Hügel, der wie ein weißer Fisch aussieht, der seinen Mund öffnet. Entlang der Küste befinden sich wunderschöne Gärten, die versteckt zwischen grünen Bäumen liegen. Im Frühling blühen die Kirschblüten und verleihen diesem Ort einen zusätzlichen Zauber.

3. Der Green Lake Park

In der Nähe des Stadtzentrums und gegenüber der Yunnan Universität finden Touristen den Green Lake Park 翠湖公园, einen der schönsten Parkanlagen der Stadt. Er befindet sich am Fuße des Luofeng Berges und an der Westseite des Wuhan Berges. Der See nimmt eine Fläche von 37 Hektar von den insgesamt 52 Hektar des Green Lake Parks ein. Der Park lädt zur täglichen Erholung ein. Es gibt fünf Tore, die sich auf die vier Himmelsrichtungen verteilen. Das fünfte Tor befindet sich an der nordwestlichen Seite. Zusätzlich ergänzen den Park zwei Dammstraßen. Aufgrund der Trennung durch die Dammstraßen, unterteilt sich der Park in fünf Abschnitte.

Die zwei Dammstraßen treffen sich an der Mittelflussinsel und bilden ein Pluszeichen. Sie wurden in der Qing-Dynastie gebaut und „Ruan Dammstraße“ genannt, da sie von General Ruan Yuan erbaut wurden. Im Winter bereichern Rotschnabelmöwen das Bild der Parklandschaft. Sie kommen jährlich aus Sibirien nach Kunming geflogen, um sich dort zwischen November und März aufzuhalten. In diesem Zeitraum kommen die Möwen täglich an den Green Lake, um Futter zu suchen. Am späten Nachmittag lassen sie sich am Dianchi-See nieder, um zu ruhen. Möchten Besucher die Möwen füttern, sollten sie vor 10 Uhr morgens am Green Lake erscheinen, da die Möwen sich ansonsten schon satt gegessen haben.

4. Western Hills

In den westlichen Vororten von Kunming liegen die Western Hills 西山. Die Berge tragen aber auch die Namen „Sleeping Buddha Hills“ und „Sleeping Beauty Hills“, je nachdem von wo und wie man sie betrachtet. Denn schaut man sich die Berge aus der Entfernung an, haben sie die Form eines großen schlafenden Buddhas. Schauen sich aufmerksame Beobachter die Berge im Gesamtbild an, sehen die Berge aus wie eine junge Dame, die neben dem Dianchi-See liegt. Ihr Gesicht ist in Richtung Himmel ausgerichtet und ihre Haare lässt sie ins Wasser. Die Western Hills eröffnen den Besuchern eine ganz besondere Umwelt, mit einer blühenden Flora, Fauna und dichten Wäldern.

Bestimmte Aussichtsstellen machen den Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis. Eine Empfehlung ist der Besuch des Huating Tempel, des Sanqing Pavillon und des Dragon Gate. Der Huating Tempel ist einer der größten buddhistischen Tempel der Yunnan Provinz. Die Daxiong Baodian Halle, die Tianwang Halle und die Guan-yin Halle sind die Highlights des Tempels. Im Tempel befinden sich drei goldene Buddha Figuren mit freundlichem und einladendem Gesichtsausdruck. 500 Arhats stehen ebenfalls dort und erscheinen in einer sehr lebendigen Darstellung.

Der Taihua Tempel verdient seinen Namen aufgrund seines Standortes, da dieser am Taihua Berg steht. Er wurde ursprünglich in der Yuan-Dynastie erbaut und ist der älteste Tempel in den Western Hills. In diesem Tempel befindet sich neben dem Piaomiao Pavillon und der Sizhao Halle ebenfalls eine Daxiong Baodian Halle. Der Tempel ist berühmt für seinen Bewuchs an seltenen Blumen.

Der Sanqing Pavillon steht auf dem Felsvorsprung des Luohan Berges und 300 Meter über dem Dianchi Berg. Damit wirkt der Pavillon wie ein Luftschloss und biete sich als hervorragendes Besuchsziel an, um einen wundervollen Ausblick auf den Dianchi See zu erhaschen.

5. Der Goldene Tempel

Auf der Spitze des Mingfeng Berges befindet sich der daoistische Taihe Palast (Halle der obersten Harmonie), der gleichzeitig der größte Kupfertempel Chinas ist. Aufgrund seiner Farbe im Sonnenlicht, wird er der goldene Tempel genannt. Seine Geschichte beginnt in der Ming-Dynastie und während der Regierungszeit des Kaisers Wanli im Jahr 1602. Zu dieser Zeit war der Gouverneur der Yunnan-Provinz ein bekennender Daoist und baute diesen Tempel, um dem heldenhaften daoistischen Gott Zishi Ehre zu erweisen. Laut einer Legende hatte Zishi einen goldenen Palast am nördlichsten Ende des Universums. Doch verweilte dieser nicht ewig dort und so gelangte der Tempel 35 Jahre später, also im Jahr 1637, auf dem Jizu (Hühnerfuß) Berg in Westyunnan. Weitere 34 Jahre später baute Yunnans Gouverneur, Wu Sangui, ein exaktes Abbild des Tempels.

Wie bei den anderen daoistischen Tempeln auch, erreichen Besucher diesen Tempel über gewundene Steintreppen und eine Reihe von „Himmelstoren“. Die drei „Himmelstore“ des Goldenen Tempels begeistern mit ausführlich dekorierten und bunten Archivolten und geschnitzten Dachsparren. Das Begehen der Treppen lässt aufgrund ihrer zauberhaften Erscheinung alle Sorgen vergessen. Je mehr sich die Besucher dem Tempel nähern, desto mehr dringt das Gefühl von Frieden und Harmonie in ihre Herzen.

Am Ende des Weges stoßen Touristen auf einen kleinen Wall, in dem sich das Lingxing Tor befindet. Durch dieses gelangt man in das Innere des Tempels, wo sich interessante Artefakte und Kunstwerke befinden. Darunter befindet sich auch ein 20 kg schweres Goldschwert, das nach einer Legende das magische Schwert von Zhen Wu ist. Zhen Wu ist ein göttliches Wesen, das den Goldenen Tempel bewacht. In der Nähe des Tempels befindet sich ein 600 Jahre alter Kamelienbaum, der den Frühling mit hunderten von einzigartigen Blüten ankündigt.

Entdecken Sie Kunming auf dieser Reise!


Für Sie schreibt: Patrick Müsker

Sinologe M.A., Übersetzer,
Interkulturelle Beratung,
Delegationsbetreuung, Blog-Redakteur

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