Nantong – die unbekannte Küstenstadt

An der Flussmündung des Yangtze-Flusses liegt die Stadt Nantong 南通 in der Provinz Jiangsu. Sie ist eine der ersten vierzehn chinesischen Küstenstädte, die sich dem internationalen Handel geöffnet hat. Darüber ist Nantong eine der Top-Hundert ökonomisch stärksten chinesischen Städte. Verantwortlich ist unter anderem die Fertigstellung der Su-Tong-Brücke im Jahr 2008, die die Stadt mit ihrem Nachbarn Suzhou verbindet. So ist Nantong die Stadt mit dem größten wirtschaftlichen Wachstum in der Wirtschaftszone des Yangtze-Fluss-Deltas.

Nummer drei im Shanghaier „Speckgürtel“

Es ist unumstritten, dass Nantong sein wirtschaftlicher Anschluss mit der Fertigstellung der Su-Tong-Brücke im Jahr 2008 geglückt ist. Folglich etablierte sich Nantong neben den Städten Taicang und Kunshan zur wirtschaftlichen Nummer drei im sogenannten „Speckgürtel“ von Shanghai. Schließlich generierte Nantongs Wirtschaft knapp neun Prozent des Bruttosozialprodukts der gesamten Provinz Jiangsu. Ziel der Stadt selbst ist es auch in den kommenden Jahren mit seinen Geschwistern gleichzuziehen und besonders für europäische Investoren attraktiv zu werden. Für die europäischen Arbeitskräfte ist die Wohnlage in Nantong ebenfalls attraktiv, da man nur anderthalb Stunden mit dem Auto bis zum Shanghaier Flughafen Hongqiao benötigt.

Ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil ist gewiss Nantongs Standort. Denn der Zugang zum Fluss und zum Meer, wie auch der Besitz eines See- und Flusshafens sind entscheidende Vorteile und wirtschaftliche Impulsgeber. In einem Radius von ein bis zwei Stunden Fahrt können somit die wichtigsten industriellen Ballungszentren im Yangtze-Delta erreicht werden. Zusätzlich soll die Stadt im Jahr 2018 an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden.

Bildung und ein grüner Daumen als Schlüsselelemente

Schon früh war den in der Wirtschaft führenden Persönlichkeiten bewusst, dass eine moderne Produktion gut ausgebildetes Fachpersonal benötigt. Folglich haben sie sich für den Bau von Bildungseinrichtungen stark gemacht und heute gibt es in Nantong insgesamt sechs Hochschulen und 30 Berufsbildungszentren.

Neben der Bildung sticht der wirtschaftliche Schwerpunkt hervor. Die Farbe Grün ist hier zum Aushängeschild und Qualitätsindikator geworden. So sollen Arbeit und Leben in Zukunft eine Einheit bilden, die von Zukunft weisender Hightech-Produktion gekennzeichnet wird. Mit dieser Vorstellung fördert auch der Su-Tong Science & Technology Park seine Unternehmen. Wenn diese die strengen Umweltnormen erfüllen, werden sie gefördert. Ganz egal wie groß oder klein die geplanten Investitionen des Unternehmens sind.

Allerdings glänzt die Stadt nicht nur mit ihrem wirtschaftlichen Eindruck, sondern ist auch für Touristen ein lohnenswertes Reiseziel. So werden die Küsten und Sehenswürdigkeiten für wundervolle Erinnerungen der Besucher sorgen. Touristische Höhepunkte Nantongs sind der Langshan Berg 狼山, der Dinghui-Tempel定慧禅寺 und der Shuihui Yuan 水绘园.

Der Wolfsberg

Der Langshan 狼山 wird mit „Wolfsberg“ übersetzt, ist 106,94 Meter hoch und nimmt eine Fläche von 18 Hektar ein. Mit seiner geringen Höhe ist er ein kleiner Berg, gilt aber als der schönste unter den insgesamt fünf Bergen der Region. Das Langshan Landschaftsareal befindet sich in den südlichen Vororten von Nantong und beherbergt neben dem Langshan noch den Ma’an Shan, Huangni Shan, Jian Shan und Jun Shan, die alle von Wasser umgeben sind. Außerdem tangiert der Yangtze-Fluss das Areal im Süden. Die fünf Berge ergeben mit ihrer Umgebung und den darin enthaltenen historischen Relikten eine der regional beliebtesten Touristenziele. Jeder, der den Gipfel des Langshan erfolgreich erklommen hat, wird mit einem Panoramablick über den Yangtze und die Natur drum herum belohnt. Ein Moment, der zum Verweilen einlädt. Neben der natürlichen Schönheit hält das Areal zusätzlich einen historischen Blickfang bereit: Den Guanjiao Tempel, der einer der bekanntesten buddhistischen Schreine ist. Dieser wurde vor mehr als tausend Jahren errichtet.

Ausblick vom Langshan aus
Ausblick vom Langshan

Der Wassergarten

Der Shuihui Yuan 水绘园, wörtlich mit „Wassergarten“ zu übersetzen, ist mit seinem Hui-Stil einzigartig unter den chinesischen Gärten. Während er in der Ming-Dynastie errichtet wurde, unterteilt er sich in drei Bereiche. Da wären der People’s Park, der Yu Xiang An- und der Shui Ming Lou-Bereich. Während der Yu Xiang An-Bereich die Charakterzüge der südchinesischen Gärten repräsentiert, so verkörpert der Shui Ming Lou-Bereich nordchinesische Charakterzüge und lassen den Garten in seinem Gesamteindruck zu einem architektonischen Meisterstück werden. Des Weiteren ist das Rugao Museum im Shuihui Yuan zu finden, das eine Reihe von lokalen wertvollen Kulturrelikten aufbewahrt.

Teil des Haofluss
Teil des Haofluss

Der Haohe

Der Haohe濠河 ist ein offenes landschaftliches Areal, das die Stadt als eigenes Zentrum umschließt. Der Fluss bedeckt eine Fläche von insgesamt 700.000 m2 und ist unter anderem als die „Smaragdgrüne Halskette“ der Stadt bekannt. Entlang des Flusses gibt es so viele landschaftliche Sehenswürdigkeiten, dass Nantong selbst als ein Garten voller Bäume und Blumen wirkt. Allerdings gehören zu diesen Sehenswürdigkeiten nicht nur botanische Elemente. Unter anderem sollten an dieser Stelle die Guangxiao Pagode 光孝塔 des Tian Ning 天宁寺 Tempel genannt werden, die sich im Norden des Flusses befindet. Es wird gesagt, dass das Gebäude zeitlich der Stadt Nantong selbst vorausgeht und bereits vor ihr existierte.

Im südöstlichen Gebiet befindet sich das Nantong Museum南通博物苑, das von Zhang Jian errichtet wurde. Es ist eines der ersten gegründeten Museen und steht unter staatlichem Schutz. Damit wird es als weiterer Edelstein der smaragdgrünen Halskette angesehen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die San Yuan Brücke und die Wenfeng Pagode.

Museum von Nantong
Museum von Nantong

Der Dinghui Tempel

In der kreisfreien Stadt Rugao bei Nantong befindet sich der Dinghui-Tempel 定慧禅寺. Der Tempel ist in seiner Erscheinung einzigartig und beherbergt zahlreiche eminente Mönche. Der Tempel wurde während der Sui-Dynastie in den Jahren 581 bis 618 errichtet und erlitt durch die zahlreichen Kriege während Song-Dynastie großen Schaden. Nachdem die Stadt Rugao mehrmals Opfer von Überfällen japanischer Piraten war, investierte die Regierung des Kaisers Jiajing der Ming-Dynastie in den Wiederaufbau der Stadt und somit in den Tempel. Im November 1983 entschied sich die Regierung der Jiangsu-Provinz den Tempel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Tempel nimmt eine Fläche von knapp 9830 m2 ein. Das Interessante der Konstruktion ist, dass dieses dem Chinesischen Zeichen Hui 慧 ähnelt. Des Weiteren zeigt das Tor des Tempels nach Norden, was in China eher eine Seltenheit ist. Der Tempel befindet sich in der Suguang Road No. 17 in Südost Rugao.

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