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	<title>China Tours Magazin &#124; Reiseinformationen aus China</title>
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	<description>China Reiseberichte, Infos &#38; Fotos</description>
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		<title>Das Fundament Chinas: Dujiangyan</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 01:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lehmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bewässerungsprojekt Dujiangyan]]></category>
		<category><![CDATA[chinesische Technik]]></category>
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		<category><![CDATA[Ingenieurskunst]]></category>
		<category><![CDATA[Li Bing]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist kein Geheimnis, dass der Westen erst mit der industriellen Revolution eine Vormachtstellung gegenüber China einzunehmen begann. Über Jahrtausende war die chinesische Technik der europäischen überlegen. Ein frühes Beispiel für die geniale Ingenieurskunst der alten Chinesen ist das Bewässerungsprojekt Dujiangyan, das in den 2.250 Jahren seines Bestehens entscheidend zum Wohl der Bevölkerung beigetragen hat. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_0497.jpg" rel="lightbox[21433]"><img class="alignleft size-full wp-image-21439" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_0497.jpg" alt="" width="610" height="175" /></a>Es ist kein Geheimnis, dass der Westen erst mit der industriellen Revolution eine Vormachtstellung gegenüber China einzunehmen begann. Über Jahrtausende war die chinesische Technik der europäischen überlegen. Ein frühes Beispiel für die geniale Ingenieurskunst der alten Chinesen ist das Bewässerungsprojekt Dujiangyan, das in den 2.250 Jahren seines Bestehens entscheidend zum Wohl der Bevölkerung beigetragen hat.</strong><em><br />
</em></p>
<p><span id="more-21433"></span></p>
<p><em>Verfasst von Lukas Weber</em></p>
<p>Es heißt: „Der Norden hat die Große Mauer, der Süden hat Dujiangyan.“ Doch während die Mauer ihre ursprüngliche Funktion längst nicht mehr erfüllt, spielt Dujiangyan (都江堰) auch noch im heutigen China eine entscheidende Rolle – und das seit 2.250 Jahren. Erstaunlich ist daher, wie wenig bekannt dieses Bauwerk außerhalb der Landesgrenzen ist. Höchstwahrscheinlich geht auch gerade in Ihrem Kopf die Frage um: Wer oder was ist ein Dujiangyan?</p>
<h2>Der kongeniale Gouverneur Li Bing</h2>
<p>Es ist die Zeit der Streitenden Reiche (475-221v.Chr.), <strong>sieben Staaten ringen miteinander um die Vorherrschaft</strong> in China. Während das Land von Krieg durchzogen ist, blühen zugleich Wissenschaft und Philosophie: Unzählige Gelehrte, zu denen auch Konfuzius zählt, ziehen von Königshaus zu Königshaus und bieten ihre Dienste an, die oftmals über Sieg und Niederlage eines Herrschers entscheiden. Einer von ihnen ist Li Bing (李冰), der im Jahr 272 v.Chr. von dem aufstrebenden Herrscher von Qin als Verwalter in das kürzlich eroberte Gebiet der Shu und Ba (heutige Provinz Sichuan) entsandt wird.</p>
<div id="attachment_21434" class="wp-caption alignleft" style="width: 240px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Steinstatue-des-Li-Bing.jpg" rel="lightbox[21433]"><img class=" wp-image-21434  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Steinstatue-des-Li-Bing.jpg" alt="Steinstatue des Li Bing" width="230" height="293" /></a><p class="wp-caption-text">Steinstatue des Li Bing</p></div>
<p>Das dringlichste Problem bei seiner Ankunft sind die <strong>häufigen Überschwemmungen des Min-Flusses</strong>, die eine effektive Landwirtschaft unmöglich machen. Drei Jahre lang studiert Li den Fluss, ehe er die Stelle des heutigen Dujiangyan für sein Bewässerungsprojekt auserwählt. Gemäß der <strong>daoistischen Philosophie des geringsten Widerstands</strong> plant er den Flusslauf sanft umzuleiten, anstatt den Überschwemmungen mit Mauern zu trotzen, die doch nur immer wieder neu errichtet werden müssten.</p>
<p>Doch zunächst muss er die lokale Bevölkerung für das Projekt gewinnen: In der hier ansässigen animistischen Kultur wird der mächtige Min-Fluss nämlich als Gottheit verehrt, dem <strong>jährlich zwei junge Mädchen geopfert</strong> werden. Durch diese symbolische Vermählung der Menschenfrauen mit dem Gott soll der Fluss besänftigt werden. Doch anstatt diesen barbarischen Kult schlichtweg zu verbieten, begegnet ihm Li Bing mit einer List: Er bietet an, in diesem Jahr seine eigenen zwei Töchter mit dem Fluss zu „vermählen“. Während des pompösen Festmahls lässt es sich der Brautvater jedoch nicht nehmen, mit dem zukünftigen Bräutigam auf die Vermählung anzustoßen. Doch der Flussgott trinkt (oh Wunder) sein Glas nicht aus, woraufhin Li wütend sein Schwert in den Fluss stößt, ihn zum Kampf herausfordert und davonrauscht.</p>
<p>Daraufhin beobachtet die erstaunte Menge, wie am Flussufer zwei Bullen aufeinander losgehen, welche den Flussgott und Li Bing repräsentieren. Schwitzend und blutend kehrt Li nach einer Weile zurück und <strong>bittet um Hilfe im Kampf gegen den Gott</strong>. Der symbolische Bulle wird getötet und mit dem Ende des Flussgottes ist nun auch die Bevölkerung mit dem Verbauungsprojekt einverstanden.</p>
<div id="attachment_21435" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Die-künstliche-Insel-aus-der-Vogelperspektive.jpg" rel="lightbox[21433]"><img class=" wp-image-21435  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Die-künstliche-Insel-aus-der-Vogelperspektive.jpg" alt="Die künstliche Insel aus der Vogelperspektive" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Die künstliche Insel aus der Vogelperspektive</p></div>
<h2>„Grabt tief damit das Wasser fließt, grabt weit so dass der Überschuss flieht.“</h2>
<p>Lis Plan bestand nun darin, den Fluss durch eine künstliche Insel in zwei Flüsse zu trennen. Der sogenannte „innere Fluss“ sollte als Bewässerungskanal Wasser auf die Felder bringen, während der „äußere Fluss“ überschüssiges Wasser und Schwemmmaterial fortspülen sollte.</p>
<p>Das Bett des inneren Flusses wurde dementsprechend tiefer gegraben, damit zu Trockenzeiten mehr Wasser für die Felder zur Verfügung steht. Erst ab einem gewissen Hochstand fließt das Wasser auch im äußeren Fluss, der seichter und breiter ist. Zu Trockenzeiten fließen daher 60% des Wassers in den Bewässerungskanal, während es zu Flutzeiten automatisch genau umgekehrt ist. <strong>Ohne weiteres Zutun werden dadurch sowohl Überschwemmungen verhindert als auch die Felder effektiv bewässert.</strong></p>
<div id="attachment_21436" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/mit-Bambus-vor-der-Strömung-gesichert-03.jpg" rel="lightbox[21433]"><img class=" wp-image-21436  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/mit-Bambus-vor-der-Strömung-gesichert-03.jpg" alt="Mit Bambus vor der Strömung gesichert" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Mit Bambus vor der Strömung gesichert</p></div>
<p>So genial und einfach das Prinzip ist, die künstliche Insel kann vorerst nicht errichtet werden. Die Strömung des Flusses ist zu stark und trägt alle Steine, die man zur Insel aufschütten will, mit sich fort. Erst als Li Bing eine Frau beim Wäschewaschen mit einem Bambuskorb beobachtet, kommt ihm die rettende Idee: Die Steine sollen erst in Bambuskäfige gepackt und dann im Fluss versenkt werden. Auf diese Weise kann sie die Strömung nicht mehr fortspülen.</p>
<p>Mit dieser Idee stellt sich der Erfolg ein. In nur vier Jahren vollenden die 10.000 Arbeiter Li Bings den Bau der Insel.</p>
<h2>Die nächste Herausforderung</h2>
<p>Doch noch ist das Projekt nicht beendet. Als nächstes muss durch den Jianshan Berg, der genau im Weg des geplanten Kanals liegt, ein Durchbruch geschaffen werden. Ohne Sprengstoff, der damals noch nicht erfunden ist, stellt dies ein mühsames Unterfangen dar. Doch <strong>auch hier hat Li Bing eine gute Idee</strong>: Das Gestein wird zuerst mit Feuer erhitzt und sodann mit kaltem Flusswasser abgekühlt. Dadurch wird es spröde und bekommt Risse, wodurch es wesentlich leichter zu bearbeiten ist. Hätte das Unternehmen ohne diese Methode circa dreißig Jahre in Anspruch genommen, so dauert es jetzt „nur“ elf Jahre bis der 20m breite Bruch durch den Berg geschaffen ist, den die Bewohner BAOPINGKOU (宝瓶口 „wertvoller Flaschenhals“) nennen.</p>
<div id="attachment_21437" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/der-wertvolle-Flaschenhals.jpg" rel="lightbox[21433]"><img class=" wp-image-21437  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/der-wertvolle-Flaschenhals.jpg" alt="Der wertvolle Flaschenhals" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Der wertvolle Flaschenhals</p></div>
<p>Damit das System gänzlich von selbst operieren kann, werden zuletzt noch zwei kleinere Kanäle zwischen innerem und äußerem Fluss gegraben, die Sand, Steine und anderes Schwemmmaterial in den äußeren Fluss abtransportieren und so ein Verstopfen des Bewässerungskanals verhindern. Auf diese Weise erreichte man, dass tatsächlich <strong>nur 2% des Schwemmmaterials in den Kanal gelangt</strong>, das während der Trockenperiode leicht entfernt werden kann.</p>
<h2>Die große Bedeutung von Dujiangyan</h2>
<p>Nach der Fertigstellung des Bewässerungsprojektes Dujiangyan im Jahr 256 v.Chr. <strong>entwickelt sich Sichuan rasch zur Kornkammer Chinas</strong>. Weder Hungersnöte noch Überschwemmungen plagen seine Bewohner und es produziert genügend Nahrungsmittel um andere Gebiete mitzuernähren. Dies erweist sich schließlich als entscheidender Vorteil des Staates von Qin. Im Jahr 221 v.Chr. unterwirft der Herrscher Qin Shi Huangdi seinen letzten Opponenten und <strong>legt damit das Fundament des heutigen „China“</strong>, dessen Name nicht von ungefähr eine Hommage an „Qin“ ist.</p>
<p>Doch während die Qin-Dynastie sich nicht lange an der Macht halten kann, spielt Dujiangyan während der kommenden zwei Jahrtausende eine ungebrochen wichtige Rolle für die Bewohner Chinas. Noch heute sorgt dieses kongeniale Projekt für die Bewässerung von über 660.000 Hektar Land, und einst ließen es die chinesischen Herrscher sogar von Soldaten schützen, da sie Hungersnöte ebenso fürchteten wie die damit einhergehenden Aufstände.</p>
<p>Die Bedeutung von Dujiangyan kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und so verwundert es nicht, dass bereits <strong>Marco Polo</strong> diesen Ort besucht und darüber geschrieben hat. Auch Mao Zedong war hier und viele Staats- und Regierungsoberhäupter aus dem In- und Ausland haben Dujiangyan ihre Aufwartung gemacht. Dass es mittlerweile zum Weltkulturerbe zählt versteht sich fast schon von selbst.</p>
<h2>Das vorläufig letzte Kapitel</h2>
<div id="attachment_21438" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/die-Modernisierung-hat-sich-auch-hier-durchgesetzt-die-heutige-Inselspitze-aus-Beton-02.jpg" rel="lightbox[21433]"><img class=" wp-image-21438  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/die-Modernisierung-hat-sich-auch-hier-durchgesetzt-die-heutige-Inselspitze-aus-Beton-02.jpg" alt=" Modernisierung hat sich auch hier durchgesetzt - die heutige Inselspitze aus Beton" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Modernisierung hat sich auch hier durchgesetzt &#8211; die heutige Inselspitze aus Beton</p></div>
<p>Auch in Dujiangyan hat sich die Modernisierung durchgesetzt. Die alten Bambuskäfige wurden durch Betonmauern ersetzt, Schleusen sorgen für die Kanalisierung des Wassers und die Beseitigung des Schwemmmaterials im Kanal erledigen nicht mehr starke Männer sondern Maschinen.</p>
<p>Im Zuge dieser Umbauarbeiten <strong>wurden in den Jahren 1974 und 1975 zwei Steinstatuen aus dem Flussbett gehoben</strong>. Sie stammen aus der Han-Dynastie (206 v.Chr. – 220 n.Chr.) und stellen, laut Inschrift, einen Arbeiter und Li Bing selbst dar. Als magischer Schutzheiliger wurde die Statue Li Bings im Fluss beerdigt, damit er für alle Zeiten über Dujiangyan wache.</p>
<p>Und dies hat sich bis heute nicht geändert: Der geniale Gouverneur Li Bing wird noch immer in höchsten Ehren gehalten. Zur Feier seines Geburtstages strömen abertausende Menschen in den Erwang-Tempel oberhalb der Wasserscheide, wo Li Bing als Heiliger verehrt wird. Es ist nicht vergessen, dass er Entscheidenderes für China getan hat als so mancher Feldherr.</p>
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		<title>„Den Körper gesund trainieren“ – Kampfkunst am Wudang-Berg</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 02:37:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lehmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kungfu (Chinesisch: 功夫 GONGFU) bedeutet sinngemäß, dass sich ein Mensch körperlich anstrengen muss. Während eines einwöchigen Trainingsaufenthalts am daoistischen Wudang-Berg durfte ich dies am eigenen Leib erfahren. Dass es dabei jedoch nicht um brachiale Kraftanwendung, sondern im Gegenteil um Meditation und innere Kultivierung geht, erzählt der folgende Bericht. Verfasst von Lukas Weber Kurz vor fünf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left"><strong><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Dao.jpg" rel="lightbox[21363]"><img class="alignnone size-full wp-image-21399" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Dao.jpg" alt="" width="610" height="175" /></a>Kungfu (Chinesisch: 功夫 GONGFU) bedeutet sinngemäß, dass sich ein Mensch körperlich anstrengen muss. Während eines einwöchigen Trainingsaufenthalts am daoistischen Wudang-Berg durfte ich dies am eigenen Leib erfahren. Dass es dabei jedoch nicht um brachiale Kraftanwendung, sondern im Gegenteil um Meditation und innere Kultivierung geht, erzählt der folgende Bericht.<em><br />
</em></strong></p>
<p><em><span id="more-21363"></span></em></p>
<p><em>Verfasst von Lukas Weber</em></p>
<p>Kurz vor fünf weckt mich der schrille Ton einer Trillerpfeife. Ich sortiere meine steifen Gliedmaßen, Beine auf den Boden, Kopf nach oben, <strong>Arme sind auch noch da, obwohl sie sich wie Zementsäcke anfühlen</strong>. Es ist der zweite Tag meiner Trainingswoche in der <a href="http://www.wudang-kungfu.net" target="_blank">Wudang-Drachentor-Kungfu-Schule</a> (武当山传真武术院) und ich spüre nur allzu deutlich, dass es einen ersten Tag gegeben hat.</p>
<p>Auf dem scheinwerfergefluteten Trainingsplatz beginnt der Morgen (oder sollte man besser sagen: endet die Nacht?) mit Joggen. Die ersten Schritte schmerzen, vor allem in Oberschenkel, Knie und Kreuz spüre ich die gestrigen Anstrengungen, doch von Minute zu Minute geht es besser. FANGSONG (放松), auflockern, lautet das Motto – und es wirkt. Langsam weicht die Anspannung und ich bin bereit für die nächsten Übungen: Dehnen, Strecken, Balancieren.</p>
<p>Zuletzt beschließen wir die frühmorgendliche Trainingseinheit mit einer zwanzigminütigen Stehmeditation. Als es schließlich ans Frühstück geht, denke ich erleichtert: Nur noch sechs weitere Stunden!</p>
<h2>Die Stärke der Weichheit</h2>
<p>Die Wudang-Drachentor-Kungfu-Schule befindet sich am <strong>Fuße des heiligen Wudang-Berges</strong> (Wudangshan 武当山), weit genug von dem gleichnamigen Städtchen entfernt, um sich vom Trubel des Stadtlebens nicht ablenken zu lassen. Hier unterrichtet Meister Wang eine buntgemischte Truppe junger Chinesen und ausländischer Kampfsportinteressierten – und mich.</p>
<p>Um Gongfu zu erlernen bin ich an den richtigen Ort gekommen: Der Wudangshan gilt als die <strong>Geburtsstätte des Taijiquan (</strong><strong>太极拳</strong><strong>)</strong> und des daoistischen Gongfu. Als „innere Kampfkunst“ (内家) unterscheidet sie sich von der buddhistischen „äußeren Kampfkunst“ (外家), die als „Shaolin-Gongfu“ in der ganzen Welt bekannt ist. Während es im Shaolin-Gongfu primär um direkte Kraftanwendung geht, kommt die Macht des daoistischen Wudang-Gongfu aus der Weichheit. Gemäß dem Vorbild des Wassers, das trotz seiner Passivität den härtesten Stein zu höhlen vermag, <strong>kultivieren die Daoisten die Kraft ihres Qi</strong> durch runde, fließende Körperbewegungen. Die sanften Bewegungen des Taiji sind dabei nicht allein Meditation zur Generierung von „gutem“, fließendem Qi, sondern zugleich eine mächtige Kampfkunst, für jene Eingeweihten, die die ruhigen Bewegungen im schnellen Kampf einzusetzen wissen.</p>
<p>Gemeinsam mit meinem Vater bin ich hierhergekommen, um in nur einer Woche die 32 Formen des Taijiquan zu erlernen. Das Vorhaben ist weit mehr als eine ehrgeizige Herausforderung und da ich als Gongfu-Anfänger und lebenslanger Sportbanause nicht die geringste Erfahrung in Sachen Körperkoordination besitze, rät mir Meister Wang zu einer etwas grundlegenderen Übung: den <strong>10 daoistischen Schritten (</strong><strong>道功十步</strong><strong>)</strong>. Dabei handelt es sich um eine Vorbereitungsübung auf das Taijiquan, bei der so interessant klingende Bewegungsformen wie „Kranich“, „Enten-Spatzen-Schritt“ oder „große Wolkenhand“ gelernt werden.</p>
<p>Benjamin Ruß, ein Deutscher, der seit nunmehr fast 10 Jahren bei Meister Wang in Ausbildung ist und so etwas wie seine rechte Hand darstellt (<a href="http://blog.chinatours.de/2013/05/07/tischgesprach-mit-benjamin-rus/" target="_blank">s. Tischgespräch</a>), erklärt mir, dass die Mönche einst nach einer Methode suchten, um Meditation und körperliche Fitness zu vereinen und deshalb die 10 daoistischen Schritte erfanden.</p>
<h2>Die täglichen Trainingsinhalte</h2>
<p>Es ist die zweite Einheit des Tages. Voller Erwartung stehe ich auf dem Trainingsplatz, bereit, das Qi fließen zu lassen. Neben Benjamin,  meinem Vater und mir sind da noch der Engländer Matthew, der sich für ein ganzes Jahr dem Kampfkunst-Training verschrieben hat, sowie der in etwa fünfzigjährige italienische Zahnarzt David, und natürlich die chinesischen Schüler. Die Pfeife ertönt, wir nehmen Aufstellung, der Meister erscheint und das Training beginnt.</p>
<p>Auf das Joggen folgen Dehnübungen, bei denen wir es gar bis zum Spagat schaffen sollen! „<em>Fangsong, Fangsong, relax“,</em> sagt der Meister, aber wie soll ich mich entspannen bei dem Gefühl, dass mir gleich ein Bein ausreißt?! Auf das Dehnen folgen schnelle Gongfu-Kicks, die mich gegenüber den durchtrainierten Jugendlichen einfach nur lächerlich aussehen lassen. Auf die Gongfu-Kicks folgt <strong>Krafttraining, bei dem wir Ziegelsteine durch die Luft schwingen</strong> und auf unseren Oberschenkeln balancieren. Keine Spur von meditativen Schritten, keine Spur von Qi. Allein die Schweißtropfen beginnen in der Morgensonne zu fließen.</p>
<p>Doch endlich, in der dritten Trainingseinheit vor dem Mittagessen, lässt uns Meister Wang <strong>einen imaginären Energieball</strong> formen und in meditativer Ruhe hin und her bewegen. Es sieht ungemein locker und einfach aus, was der Meister uns da vorzeigt, aber sobald ich selbst an die Reihe komme, zeigt sich, wie schwierig es ist, Hand- und Beinbewegungen zu koordinieren und dabei auch noch im richtigen Rhythmus zu atmen.</p>
<p>Jetzt verstehe ich, warum das Kraft- und Muskeltraining so wichtig ist: Die tiefe Hockstellung in der der Energieball balanciert wird erfordert nicht gerade wenig Oberschenkelmuskulatur. Außerdem habe ich das Gefühl, die schweißtreibenden Ausdauerübungen haben meine koffein- und alkoholverstopften Blutbahnen so richtig gut durchgespült – eine wichtige Voraussetzung für das Fließen des Qi.</p>
<h2>Ein umfassendes Konzept</h2>
<p>Wie aber kommt es, dass eine Kampfkunst wie Gongfu überhaupt Teil des Daoismus, einer Philosophie und Religion geworden ist? In der Drachentor-Schule von Meister Wang geht es ebenso wenig ausschließlich um Kampfkunst, wie es im Daoismus ausschließlich um religiöse Praxis geht. Aufklärung über das daoistische Lebens- und Weltkonzept ist ein wichtiger Teil der Ausbildung bei Meister Wang, der uns im Meditationszimmer der Schule die Möglichkeit bietet, ihn zu allerlei Themen zu befragen. Dabei erfahren wir, dass der Daoismus keine in sich isolierte Religion, sondern vielmehr <strong>einen ganzen Kosmos der unterschiedlichsten Elemente der chinesischen Kultur</strong> darstellt. Vieles was wir heute als „daoistische“ Charakteristika bezeichnen, wurde im Laufe der Zeit in diesen inkorporiert und ist dadurch erhalten geblieben. Aber auch Themengebiete, die der Laie nicht mit Daoismus in Verbindung zu bringen wüsste, spielen in ihm eine große Rolle. So zum Beispiel die Akkupunktur und Medizinkräuterkunde, Astrologie und Wahrsagerei, Fengshui, die Lehre von der harmonischen Architektur, Musiklehre und eben auch Kampfkunst.</p>
<p>Letztere hat innerhalb des Daoismus eine zweifache Bedeutung, wie Meister Wang erläutert: <strong>Sie diente erstens der Selbstverteidigung</strong> der Mönche zu Zeiten von Krieg und allgemeiner Unsicherheit. Zweitens wird durch das Training <strong>die körperliche Gesundheit verbessert und Krankheit vermieden</strong>. Wer Gongfu praktiziert betreibt Gesundheitsvorsorge und verlängert dadurch sein Leben. Gerade im Daoismus ist dies von entscheidender Bedeutung, wo die meistverehrtesten Vertreter, jene die die daoistische „Erleuchtung“ erlangt haben, als „Unsterbliche“ bezeichnet werden.</p>
<p>Letztlich gibt es nichts, was wir wirklich besitzen, so Meister Wang, weder unser sogenanntes Hab und Gut, noch unsere Ehepartner und Kinder. Allein unser Körper und unser Wissen gehören uns. Diese gilt es zu bewahren und Gongfu ist Teil jener umfassenden daoistischen Lehre, die genau darauf abzielt.</p>
<p>&nbsp;</p>

<a href='' title='Allgegenwärtig ist die daoistische Symbolik'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/allgegenwärtig-ist-die-daoistische-Symbolik.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Allgegenwärtig ist die daoistische Symbolik" title="Allgegenwärtig ist die daoistische Symbolik" /></a>
<a href='' title='Auch während der Bergbesichtigung bleibt Zeit für ein bisschen Training'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/auch-während-der-Bergbesichtigung-bleibt-Zeit-für-ein-bisschen-Training.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Auch während der Bergbesichtigung bleibt Zeit für ein bisschen Training" title="Auch während der Bergbesichtigung bleibt Zeit für ein bisschen Training" /></a>
<a href='' title='Bis ich soweit bin wie dieser junge Schüler habe ich noch viel zu lernen'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/bis-ich-soweit-bin-wie-dieser-junge-Schüler-habe-ich-noch-viel-zu-lernen.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Bis ich soweit bin wie dieser junge Schüler habe ich noch viel zu lernen" title="Bis ich soweit bin wie dieser junge Schüler habe ich noch viel zu lernen" /></a>
<a href='' title='Die Ausländer der Schule, die sich der Kampfkunst verschrieben haben'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/die-Ausländer-der-Schule-die-sich-der-Kampfkunst-verschrieben-haben.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Die Ausländer der Schule, die sich der Kampfkunst verschrieben haben" title="Die Ausländer der Schule, die sich der Kampfkunst verschrieben haben" /></a>
<a href='' title='Die Klöster am Himmelspfeiler Gipfel zählen zum Weltkulturerbe'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/die-Klöster-am-Himmelspfeiler-Gipfel-zählen-zum-Weltkulturerbe.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Die Klöster am Himmelspfeiler Gipfel zählen zum Weltkulturerbe" title="Die Klöster am Himmelspfeiler Gipfel zählen zum Weltkulturerbe" /></a>
<a href='' title='Disziplin ist ein Grundpfeiler der Kungfu-Ausbildung'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Disziplin-ist-ein-Grundpfeiler-der-Kungfu-Ausbildung.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Disziplin ist ein Grundpfeiler der Kungfu-Ausbildung" title="Disziplin ist ein Grundpfeiler der Kungfu-Ausbildung" /></a>
<a href='' title='Kungfu-Training'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_7595.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Kungfu-Training" title="Kungfu-Training" /></a>
<a href='' title='Junger Kungfu Schüler'><img width="99" height="150" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_7785.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Junger Kungfu Schüler" title="Junger Kungfu Schüler" /></a>
<a href='' title='Kungfu auf dem Berggipfel'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_8234.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Kungfu auf dem Berggipfel" title="Kungfu auf dem Berggipfel" /></a>
<a href='' title='Ein daoistischer Mönch ruht sich aus'><img width="150" height="112" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/ein-daoistischer-Mönch-ruht-sich-aus-01.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Ein daoistischer Mönch ruht sich aus" title="Ein daoistischer Mönch ruht sich aus" /></a>
<a href='' title='In Meister Wangs Kungfu Schule lernen alt und jung'><img width="150" height="99" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/in-Meister-Wangs-Kungfu-Schule-lernen-alt-und-jung.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="In Meister Wangs Kungfu Schule lernen alt und jung" title="In Meister Wangs Kungfu Schule lernen alt und jung" /></a>
<a href='' title='Mein Vater und ich mit Meister Wang'><img width="150" height="112" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/mein-Vater-und-ich-mit-Meister-Wang.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Mein Vater und ich mit Meister Wang" title="Mein Vater und ich mit Meister Wang" /></a>
<a href='' title='Artikelbild'><img width="150" height="43" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Dao.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Artikelbild" title="Artikelbild" /></a>

<p>&nbsp;</p>
<h2></h2>
<h2>Der Lohn der Mühe</h2>
<p>Bei 7 Stunden täglichem Training bleibt außer zum Essen weder viel Zeit noch Energie für anderweitige Aktivitäten. Bereits um halb neun Uhr abends falle ich todmüde ins Bett und schlafe wie ein Stein bis zum nächsten Pfiff der Trillerpfeife. Aufstehen, den Muskelkater ignorieren und mich auf dem Trainingsplatz mit Ziegelsteinen abquälen. Frühstücken, trainieren, Mittagessen, trainieren, Abendbrot, trainieren, ins Bett fallen. Und erst die Hälfte der Zeit ist um! <strong>In einem verzweifelten Moment frage ich mich, warum ich mir das überhaupt antue.</strong></p>
<p>Und doch geht eine erstaunliche Veränderung in mir vor. Mein Gang ist aufrechter geworden, meine Bewegungen gelassener, eine ungeahnte Kraft rührt sich in meinem Innern und mit einem unverhofften Endorphinausstoß scheint sich mein Körper dafür zu bedanken, dass ich – der ewige Bücherwurm und Schreibtischhocker – ihm endlich einmal Aufmerksamkeit schenke.</p>
<p>Mit den 10 daoistischen Schritten geht es ebenfalls voran. Die Hand-Bein-Atem-Koordination funktioniert von Tag zu Tag besser. Jetzt sind es nur noch Kleinigkeiten der Bewegung, bei denen Meister Wang noch auf Korrekturen hinweist. Aber jetzt kommt erst der interessante Teil, denn um die korrekte Bewegung geht es gar nicht. Sie ist natürlich eine unbedingte Voraussetzung, aber das eigentliche Ziel der Übung ist, <strong>das Qi zum Fließen zu bringen</strong>. Und deshalb höre ich ein übers andere Mal das ewige Mantra: Fangsong, fangsong. Von der starr monotonen Maschinenhaftigkeit der Bewegungsabläufe zur essentiellen Kraft im Innern der Bewegung; dorthin gilt es letztlich zu gelangen. Wenn das erreicht ist, so der Meister, dann ist alles nur noch 特别特别舒服 (sehr sehr angenehm).</p>
<h2>Ein Leben für Gongfu</h2>
<p>Meister Wang ist einer von vielen die in Wudangshan eine Gongfu-Schule führen, aber er zeichnet sich dadurch aus, dass er als einziger auch wirklich hier geboren wurde. Im Laufe der Woche erfahre ich mehr über sein spannendes Leben: Schon als Junge von sieben Jahren begann seine Gongfu-Ausbildung. Was heute in gemütlichen Schulen mit Privatzimmer und eigener Dusche gelehrt wird, durfte damals nur in aller Heimlichkeit praktiziert werden: Wangs erster Meister war sein unscheinbar wirkender, sehr alter Nachbar, der nur als unglaublich guter Arzt bekannt war. Das Training fand nachts auf abgelegenen Hügeln hinterm Dorf statt. Tagesüber schlief der junge Meister Wang sehr oft in der Schule ein.</p>
<p>Meister Wang erzählt mir, dass er als Kind sehr kränklich gewesen sei. Häufig plagten ihn Kopfweh und Bauchschmerzen. Durch das Gongfu-Training <strong>besserte sich erstaunlicherweise seine körperliche Verfassung</strong> und die häufigen Krankheiten verschwanden. Kein Wunder, dass für ihn die tiefe Bedeutung des Gongfu darin liegt, dass es den Körper <strong>„gesund trainiert“</strong>. Die Verbindung der Kampfkunst zur Medizin ist aus diesem Blickwinkel gesehen eine ganz natürliche. Auch Meister Wang beherrscht Akkupunktur und er hat ein fundiertes Wissen über die Herstellung von Medizin. Vieles erlernte er ebenfalls von seinem ersten Gongfu-Meister, den die Leute als Heilkundigen zu Rate zogen. Damals, bemerkt Meister Wang, kamen die Ärzte noch zu den Kranken und nicht die Kranken mussten die Ärzte aufsuchen. Mitunter legten Wang und sein Meister bei Krankenbesuchen Distanzen von über 20km zurück.</p>
<p>Ab einem Alter von zwölf, dreizehn Jahren begann Wang in den Klöstern am Berg zu trainieren. Da er unter der Woche jedoch die Schule besuchen musste, stieg er samstagabends auf den Berg und kam Sonntags wieder herunter. <strong>Freizeit, wie sie europäische Kinder gewohnt sind, gab es keine.</strong></p>
<p>Als junger Mann verließ Meister Wang Wudangshan, um seine Fähigkeiten um das Wissen anderer Klöstern zu erweitern. Er lernte sowohl in Shaolin, als auch in Dongbei und Sichuan, wo er des Tages allerlei Arbeit zu verrichten hatte, nur um am Abend ein wenig Unterricht zu bekommen. Geschlafen wurde auf rustikalen Holzbetten – wenn man Glück hatte –, manchmal musste auch der Fußboden herhalten.</p>
<p>Ob er denn im Laufe seines Lebens auch eine „richtige“ Anstellung hatte, möchte ich wissen, und erfahre, dass er drei Jahre bei der Polizei von Shenzhen angestellt war. <strong>Wie in einem Jackie Chan Film wandte er das Gongfu bei der Verbrecherjagd an.</strong> Dann allerdings zog es ihn nach Wudangshan zurück, wo er sich wieder verstärkt der eigenen Kultivierung widmete. Drei Jahre lebte er als Mönch in den Klöstern des Berges und begann im Jahr 1999 schließlich selbst Gongfu zu unterrichten.</p>
<p>Mehrere Male wechselte seine Schule den Ausbildungsort, bis sie sich 2011 außerhalb der Stadt im malerischen „Tal der Pflaumen“ niederließ. Hier will er bleiben, die Gebäude generalsanieren und die Schule zu einem Ort mit idealen Lernbedingungen verwandeln. Für chinesische Verhältnisse bietet sie, ehrlich gesagt, auch jetzt schon hohe Standards. Doch Meister Wangs Ziel ist, dass sich auch Ausländer hier wohlfühlen können. Pavillons, Teiche, Gärten und Dachterassen sollen die Schule in Zukunft noch interssanter und schöner gestalten.</p>
<h2>Der Beginn einer lebenslangen Freundschaft?</h2>
<p>Was mich betrifft, ist das jetzt schon zutreffend. Das Essen ist hervorragend.  Alle hier sind äußerst liebenswürdig. Vor allem aber führt das Training, so anstrengend es auch ist, zu einer <strong>merklichen Hebung der inneren Verfassung</strong>. Nach sechs Trainingstagen spüre ich zwar jeden einzelnen Muskel, aber ich habe mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt.</p>
<p>Am letzten Tag unternehmen wir schließlich noch einen Ausflug zu den Klöstern am Wudangshan. Benjamin, der den Berg wie seine Westentasche kennt, hat sich als Führer angeboten und er zeigt uns die exklusivsten Orte des Berges – auch jene ruhigen Stellen, die nicht von Touristen überlaufen sind. Während des Tages unterhält er uns mit vielen Geschichten über den Berg und seine legendären Bewohner, und er lässt uns an seinem fundierten Wissen über daoistische Kultur und Praxis teilhaben.  (<a href="http://blog.chinatours.de/2013/05/07/daoistische-kultur-und-mythologie-des-wudang-gebirges/" target="_blank">s. Reportage &#8220;Daoistische Kultur und Mythologie des Wudang Gebirges</a>)<strong></strong></p>
<p>Als mein Vater und ich nach einer Woche unsere Reise fortsetzen, erfüllen mich die widersprüchlichsten Gefühle: ich bin erleichtert und traurig zugleich, dass das Training vorüber ist, fühle Stolz über die angeeigneten Fähigkeiten und muss gleichzeitig bemängeln, dass ich nur einen minimalen, oberflächlichen Teil des Wudang-Gongfu erlernen konnte. Gerne hätte ich erfahren welche weiteren Veränderungen für meinen Körper-Geist eine längere Fortsetzung des Trainings bereitgehalten hätte. Schließlich heißt es, dass erst nach drei Monaten der Körper von der vollen positiven Wirkkraft des Trainings profitiert. Danach muss dann mit Meditation und Qigong das Qi verfeinert und umgewandelt werden.</p>
<p>Einige Tage später stehe ich des frühen Morgens in einem Park in Xi’an. Ich atme tief ein und hebe die Arme über den Kopf. Dann beginne ich, einen imaginären Energieball zu formen. <strong>Die positive Energie durchströmt mich augenblicklich</strong> – und ich weiß, dass sich die Anstrengungen der letzten Woche mehr als gelohnt haben. Das Wudang-Gongfu wird mich wahrscheinlich nie mehr loslassen.</p>
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		<title>Daoistische Kultur und Mythologie des Wudang Gebirges</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 02:33:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lehmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[traditionelle chinesische Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Als „das Heiligste Gebirge unter dem Himmel“ stellt der Wudang-Berg (武当山Wudangshan) in der Provinz Hubei (湖北) eine der wichtigsten daoistischen Kulturstätten dar. Wie an kaum einem anderen Ort in China ist hier die ursprüngliche Tradition und Kultur des Daoismus erhalten geblieben. Hunderte Mönche praktizieren in den Klöstern und Tempeln dieser UNESCO Weltkulturerbestätte, und in manchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Tempel.jpg" rel="lightbox[21405]"><img class="alignleft size-full wp-image-21415" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Tempel.jpg" alt="" width="610" height="175" /></a>Als „das Heiligste Gebirge unter dem Himmel“ stellt der Wudang-Berg (武当山Wudangshan) in der Provinz Hubei (湖北</strong><strong>) eine der wichtigsten daoistischen Kulturstätten dar. Wie an kaum einem anderen Ort in China ist hier die ursprüngliche Tradition und Kultur des Daoismus erhalten geblieben. Hunderte Mönche praktizieren in den Klöstern und Tempeln dieser UNESCO Weltkulturerbestätte, und in manchen der alten Meditationshöhlen sind sogar Einsiedler zu finden, die hier ein Leben der Abgeschiedenheit führen.</strong></p>
<p><em><span id="more-21405"></span></em></p>
<p><em>Verfasst von Lukas Weber mit der freundlichen Unterstützung von <a href="http://blog.chinatours.de/2013/05/07/tischgesprach-mit-benjamin-rus/" target="_blank">Benjamin Ruß</a>. <strong></strong></em></p>
<p>Im <a href="http://blog.chinatours.de/2012/11/25/religionen-in-china-eine-bunte-vielfalt-uber-buddhismus-taoismus-oder-islam/" target="_blank">Daoismus</a> finden sich viele <strong>Elemente der altertümlichen chinesischen Kultur</strong> bewahrt, die zur Zeit der Mongolenherrschaft (Yuan Dynastie 1279-1368) in diesen integriert und dadurch bis heute erhalten geblieben sind. So wurden die typischen weißen Strümpfe der daoistischen Mönche einst im ganzen Volk getragen, und auch die zum Zopf hochgesteckten langen Haare, an denen ein Daoist leicht von einem Buddhisten zu unterscheiden ist, sind Erbe der traditionellen Kultur Chinas, die im Daoismus gepflegt und erhalten geblieben ist.</p>
<div id="attachment_21409" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Tempel-am-Wudangshan.jpg" rel="lightbox[21405]"><img class=" wp-image-21409  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Tempel-am-Wudangshan.jpg" alt="" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Tempel am Wudangshan</p></div>
<p>Es ist daher nicht leicht, eine Darstellung einiger daoistischer Elemente zu verfassen, ohne vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen. Denn „Daoismus“ bedeutet ein <strong>gigantisches Panoptikum</strong> der unterschiedlichsten Themengebiete zu denen die traditionelle chinesische Medizin ebenso hinzugehört wie Feng Shui, Musiklehre, Kampfkunst, Polarismus von Yin und Yang, 5-Elemente-Lehre und Wahrsagerei.</p>
<p>Anhand des konkreten Beispiels des heiligen Wudang-Berges werden ein paar Charakteristika dieser Religionen veranschaulicht und für angehende Chinareisende ein Weg zur <strong>Vermeidung klassischer Fettnäpfchen</strong> aufgezeigt.</p>
<h2>Die Legende vom „Wahren Krieger“</h2>
<p>Am Wudangshan dreht sich alles um den „großen Kaiser und wahren Krieger des dunklen Himmels“ (玄天真武大帝 XUANTIAN ZHENWU DADI, kurz: Zhenwu), dem der Berg gewidmet ist. Der Legende nach soll <strong>Zhenwu, der wahre Krieger</strong>, einst ein junger Prinzensohn gewesen sein, der sich vor mehreren tausend Jahren in die Wudang-Berge zurückzog, um dort sein inneres Selbst zu kultivieren. Seine Geschichte ähnelt jener von Buddha Siddartha Gautama: Auch sie handelt vom Verzicht auf weltliche Güter zugunsten von Tugenden und inneren Werten durch Selbstkultivierung.</p>
<div id="attachment_21410" class="wp-caption alignleft" style="width: 240px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/wie-ein-mäandernder-Fluß-schlängelt-sich-der-Weg-zum-Tempel-empor.jpg" rel="lightbox[21405]"><img class=" wp-image-21410  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/wie-ein-mäandernder-Fluß-schlängelt-sich-der-Weg-zum-Tempel-empor.jpg" alt="Wie ein mäandernder Fluß schlängelt sich der Weg zum Tempel empor" width="230" height="293" /></a><p class="wp-caption-text">Wie ein mäandernder Fluß schlängelt sich der Weg zum Tempel empor</p></div>
<p>Der „Abhang des Prinzen“ ist einer jener Orte, wo Zhenwu während seiner 42 Jahre am Wudangshan meditierte. Hier befindet sich ein beeindruckender Tempel aus der Zeit der Ming-Dynastie, dessen Architektur das daoistische Denken auf anschauliche Weise versinnbildlicht: Um in den Tempel zu gelangen folgen wir einem schlangenförmig angelegten Weg, der von hohen Mauern gesäumt ist. <strong>Wie ein mäandernder Fluss windet er sich den „Abhang des Prinzen“ empor und verhindert damit das Eindringen von negativem Qi. </strong>Das „Qi“, welches man in etwa als „kosmische Energie oder Vitalkraft“ übersetzen könnte, spielt im klassischen chinesischen Denken eine wichtige Rolle. Besonders im Fengshui, der Lehre von der harmonischen Architektur, ist es von entscheidender Bedeutung. Während in traditionellen Hofhäusern oft eine Mauer hinter dem Eingangstor die negative Energie abblocken soll, hat man im Tempel am Prinzenhang eine ganz besondere Lösung gefunden: Da negatives Qi sich geradlinig bewegt, gutes Qi jedoch wellenförmig, kann der gewundene Weg ins Innere des Tempels nur von gutem Qi bewältigt werden.</p>
<h2>Grundlegende Verhaltensrichtlinien</h2>
<p>Um einen Tempel zu betreten muss man stets über die kniehohe Schwelle steigen. Ein erstes Fettnäpfchen kann vermieden werden, indem man <strong>nicht direkt auf die Schwelle drauftritt</strong>. Aber auch die Stelle an der man die Schwelle überschreitet, will mit Bedacht gewählt sein. Entweder steigt man mit dem rechten Fuß rechts über die Schwelle oder mit dem linken Fuß links. Die Mitte der Schwelle bleibt beim Betreten wie auch beim Verlassen des Tempels stets den göttlichen Geistern (神SHEN) vorbehalten.</p>
<p>Überschreitet man die Schwelle, wird man mit den <strong>Torwächtern „weißer Tiger“ und „schwarzer Drache“</strong> zu beiden Seiten des Eingangs konfrontiert. Sie verhindern das Eintreten schlechter Menschen. Manchmal sind auch Rehe oder Kraniche über die Eintrittstür gemalt, die ebenfalls ein Symbol dafür sind, dass die hier Eintretenden von guter Gesinnung sind.</p>
<div id="attachment_21411" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/der-Brunnen-im-Tempel-am-Prinzenhang.jpg" rel="lightbox[21405]"><img class=" wp-image-21411  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/der-Brunnen-im-Tempel-am-Prinzenhang.jpg" alt="Der Brunnen im Tempel am Prinzenhang" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Der Brunnen im Tempel am Prinzenhang</p></div>
<p>Wie in den meisten daoistischen Tempeln befindet sich im Innenhof des Tempels am Prinzenhang ein Brunnen. Die Legende besagt, dass Zhenwus Mutter ihn einst aufsuchte um ihn zur Rückkehr an den Hof zu überreden. Er aber verweigerte ihre Bitte und sie musste erkennen, dass er es mit dem Leben in abgeschiedener Meditation ernst meinte. Da weinte sie und an der Stelle auf die ihre Tränen fielen, entstand eine Quelle. Der Brunnen im Innern des Tempels symbolisiert die Tränen von Zhenwus Mutter und er stellt <strong>ein symbolisches Denkmal für die Schmerzen der zurückgelassenen Familie</strong> dar.</p>
<h2>Die Legende von Zhenwus Vollendung</h2>
<p>Das riesige Areal des Wudang Gebirges beherbergt mehr Klöster und Tempel als in einem oder zwei Tagen besichtigt werden können, selbst wenn die größten Distanzen von bis zu 15km zwischen den Tempeln mit dem Bus bewältigt werden. Trotzdem ist der Wudangshan alles andere als eine gemütliche Spazierfahrt, denn am Ende der Fahrstraße beginnt erst der <strong>anstrengende Aufstieg zum 1.612m hohen Hauptgipfel</strong> des Berges.</p>
<div id="attachment_21412" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/auf-diesem-Felsen-soll-Zhenwu-unsterblich-geworden-sein.jpg" rel="lightbox[21405]"><img class=" wp-image-21412  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/auf-diesem-Felsen-soll-Zhenwu-unsterblich-geworden-sein.jpg" alt="Auf diesem Felsen soll Zhenwu unsterblich geworden sein" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Auf diesem Felsen soll Zhenwu unsterblich geworden sein</p></div>
<p>Unterwegs auf den steilen Stiegen kommt man an der Stelle vorbei, an der Zhenwu nach Jahrzehnten der Meditation die Offenbarung erlangte. Die Legende besagt, dass er eines Tages, während er auf einem hohen Felsen meditierte, von einer wunderschönen Frau besucht wurde, die ihn in Versuchung zu führen versuchte. In Wahrheit war es sein Meister, der ihn in fremder Gestalt testete, Zhenwu aber hielt sie für einen Dämon und vertrieb sie mit seinem Schwert. Die Frau war beschämt und sprang in ihrem Kummer von dem Felsen in den Tod. Da sagte Zhenwu zu sich selbst: „Ich habe nicht 42 Jahre lang mein inneres Selbst kultiviert, um nun eine unschuldige Frau derart ins Unglück zu stürzen.“ und er sprang seinerseits von dem Felsen um mit seinem Leben für ihres zu bezahlen. <strong>In diesem Moment wurde Zhenwu unsterblich</strong> und aus dem See unterhalb des Felsens stiegen fünf Drachen auf, die ihn in den Himmel (五龙捧圣) trugen.</p>
<h2>Am Gipfel</h2>
<p>Nach einem schweißtreibenden Aufstieg, auf dem man an mehreren Tempeln vorbeikommt, erreicht man den sogenannten „Himmelspfeiler Gipfel“, welcher mit 1612m den höchsten der <strong>insgesamt 72 Gipfel des Wudang Gebirges</strong> darstellt. Hier ist beinahe so etwas wie eine kleine Klosterstadt entstanden, die sich malerisch um den Gipfel windet. Als bedeutendstes Bauwerk auf der Bergspitze gilt ein <strong>vergoldeter Kupfertempel aus dem Jahr 1416</strong>. Erstaunlich daran ist, dass er aus nur fünf, insgesamt 90t schweren Einzelteilen besteht, die in Beijing gegossen und über eine Strecke von über 1000km auf den Gipfel des Wudangshan transportiert worden sind.</p>
<p>Im Innern des Tempels befindet sich eine weitere Statue des wahren Kriegers Zhenwu, die allein schon 10t wiegt. Wenn es auch während des Aufstiegs bereits viele Gelegenheiten gab, so <strong>sollten auf jeden Fall an dieser Stelle ein paar Räucherstäbchen</strong> entzündet werden. Dabei gibt es wiederum Einiges zu bedenken: Zuerst einmal immer nur 3, 6 oder 9 Räucherstäbchen entzünden, denn dies sind heilige daoistische Zahlen. Keinesfalls aber dürfen es 4 Stäbchen sein, da diese Zahl den Tod repräsentiert.</p>
<div id="attachment_21413" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Pilger-am-Gipfel-streichen-über-den-goldenen-Tempel.jpg" rel="lightbox[21405]"><img class=" wp-image-21413  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Pilger-am-Gipfel-streichen-über-den-goldenen-Tempel.jpg" alt="Pilger am Gipfel streichen über den goldenen Tempel" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Pilger am Gipfel streichen über den goldenen Tempel</p></div>
<p>Zum Anzünden werden die Räucherstäbchen in der linken Hand gehalten und unter keinen Umständen sollte man die Flammen mit dem eigenen Atem ausblasen. Während der Verbeugung hält man die Stäbchen mit der rechten Hand unterhalb der linken fest und beugt sich dreimal nieder. Will man allen Statuen einer Tempelhalle ein Opfer darbringen, darf man die korrekte Reihenfolge nicht vergessen: Da die Mitte am wichtigsten ist, verbeugt man sich zuerst nach vorne, anschließend nach links und zuletzt nach rechts.</p>
<p>Wer eine <strong>umfassende Verbeugung</strong> (ohne Räucherstäbchen) machen will, beginnt mit drei kleinen Schritten Richtung Altar, wobei der linke Fuß zuerst aufgesetzt wird. Die korrekte Handhaltung beachtend macht man eine kleine Verbeugung, legt dann die linke Hand aufs Herz und beugt sich auf das Polster vor dem Altar nieder. Die rechte Hand berührt das Polster, die linke legt sich darüber und zuletzt berührt man dreimal hintereinander die übereinandergelegten Hände mit der Stirn. Wichtig ist vor allem, dass dabei das Gesäß nicht höher ist als der Kopf. Ferner sollen sich Männer mit gespreizten, Frauen hingegen mit geschlossenen Beinen verbeugen.</p>
<p>Während des Niederbeugens schlägt für gewöhnlich ein beisitzender Mönch eine bronzene Klangschale. <strong>Der klare Klang soll den Gott herbeirufen</strong>, dem gehuldigt wird, denn womöglich befindet er sich gerade anderswo und merkt gar nicht, dass ihm gerade ein Gläubiger Referenz erweist.</p>
<p>Hinterher richtet man sich wieder auf, macht eine weitere kleine Verbeugung mit der entsprechenden Handhaltung und wiederholt die gesamte Prozedur noch weitere zwei Mal (insgesamt also dreimal Niederknien und neun Verbeugungen). Zum Schluss kann ein Opfergeld in die Spendenbox gesteckt werden oder man dreht sich gleich nach links, macht einen kleinen Schritt, dreht sich ein weiteres Mal nach links, dem Ausgang zu, und steigt über die Schwelle hinaus.</p>
<div id="attachment_21414" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/die-angemessene-Schlafhaltung-eines-Daoisten.jpg" rel="lightbox[21405]"><img class=" wp-image-21414  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/die-angemessene-Schlafhaltung-eines-Daoisten.jpg" alt="Die angemessene Schlafhaltung eines Daoisten" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Die angemessene Schlafhaltung eines Daoisten</p></div>
<h2>Ein Leben nach strengen Richtlinien</h2>
<p>Wem dies bereits kompliziert und umständlich erscheint, der wird  sich wohl kaum ein Leben als daoistischer Mönch vorstellen können. Anstatt einer einzigen korrekten Handhaltung müssen die Mönche eine <strong>Gesamtzahl von 108 verschiedenen Grüßen</strong> beherrschen und diese in jeder nur erdenklichen Situation richtig anwenden. Aber auch alle anderen Lebensbereiche sind von einem strengen Ritualkodex geregelt und des Abends darf ein Mönch sich nicht einfach in die Federn werfen, sondern auch während des Nachts gilt es, eine ganz bestimmte Schlafposition einzunehmen.</p>
<p>Laien sollte dies aber nicht vom Besuch daoistischer Tempel abschrecken, denn <strong>mit den hier gegebenen Anweisungen dürfte es ein Leichtes sein, sich nicht als totaler Kulturbanause auszuweisen</strong>. Möglicherweise weiß man damit sogar schon mehr als der durchschnittliche chinesische Tourist.</p>
<p>Lesen Sie mehr über die <a href="http://blog.chinatours.de/2013/05/07/den-korper-gesund-trainieren-kampfkunst-am-wudang-berg/" target="_blank">Kampfkunst am Wudang-Berg</a>.</p>
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		<title>Ein Deutscher auf dem Weg des Daoisten – Tischgespräch mit Benjamin Ruß</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 02:32:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lehmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#160; Benjamin Ruß wurde 1983 in Langenfeld, im Rheinland zwischen Düsseldorf und Köln, geboren. Sein Leben lang war er auf der Suche nach einem tieferen Sinn und fand ihn schließlich, als er mit zwanzig Jahren nach China in die Wudang-Berge ging. Was als Trainingsaufenthalt für Kungfu angefangen hat ist mittlerweile zu einem Leben nach daoistischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Tischgespraech.jpg" rel="lightbox[21357]"><img class="alignnone size-full wp-image-21419" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Tischgespraech.jpg" alt="" width="610" height="175" /></a>Benjamin Ruß wurde 1983 in Langenfeld, im Rheinland zwischen Düsseldorf und Köln, geboren. Sein Leben lang war er auf der Suche nach einem tieferen Sinn und fand ihn schließlich, als er mit zwanzig Jahren nach China in die Wudang-Berge ging. Was als Trainingsaufenthalt für Kungfu angefangen hat ist mittlerweile zu einem Leben nach daoistischen Prinzipien geworden.</strong> <em><br />
</em></p>
<p><span id="more-21357"></span></p>
<p><strong>Wie kommt ein Deutscher aus dem Rheinland in die tiefste chinesische Provinz?</strong></p>
<p>Das hat nichts damit zu tun, dass ich unbedingt in die tiefste chinesische Provinz wollte, sondern damit, dass der daoistische Wudangshan hier zu finden ist, der mich mit seiner jahrtausendealten Geschichte angelockt hat.</p>
<p><strong>Wie hat deine Auseinandersetzung mit dem Wudangshan begonnen?</strong></p>
<p>Als Jugendlicher fand ich einfach Kungfu aus China cool und weil ich viele Filme geschaut habe, verstand ich darunter <em>Shaolin-Kungfu</em>. Die Shaolin-Mönche waren richtige Vorbilder. Für mich gab es nichts Heiligeres: Die lebten im Kloster, die waren Vegetarier, die übten Kungfu von morgens bis abends und sogar Nachts (wie es im Film dargestellt wird). Sie beherrschten den Umgang mit allen möglichen Waffen und waren auch noch übelst gebildet in Philosophie und Weisheit und Meditation. Für mich gab es kein besseres Ideal. Kein Actionheld wie Chuck Norris oder Sylvester Stallone oder Arnold Schwarzenegger. Ich habe immer gedacht: Shaolin Mönch, das wäre das absolut Höchste was man erreichen kann.</p>
<p>Ich wusste damals noch nichts von Wudang. Ich wusste damals nur, China, das sind Shaolin Mönche und cooles Kungfu. Shaolin galt für mich als die Mutter der Kampfkünste. Dass ich das so verstanden habe, lag halt daran, dass ich nur Filme geschaut habe und die kennen sich nicht wirklich mit chinesischer Kultur und Geschichte aus.</p>
<p>Dass Wudang-Kungfu und Shaolin-Kungfu zwei völlig verschiedene Dinge sind, wobei Wudang-Kungfu wirklich an der Wurzel der chinesischen Kultur liegt und Shaolin-Kungfu vom Buddhismus aus Indien her beeinflusst wurde, das ist mir später erst klargeworden.</p>
<p><strong>Was hat dich am Kampfsport in erster Linie angezogen?</strong></p>
<p>Ich glaube in erster Linie waren die ausschlaggebenden Effekte eher, dass ich irgendwas Cooles machen wollte. Ich wollte immer anerkannt werden und ich wollte immer etwas machen, was andere nicht machten. Kämpfen und so, das hat mich immer schon fasziniert. Das hat vor allem meinem Selbstwert was gegeben.</p>
<p>Es ist aber nicht zu unterschätzen, dass ich mich damals auch schon für die Dinge dahinter interessiert hab. Es ging vor allem auch um eine Suche – meine Suche zu tiefen philosophischen Sinnfragen. Ich habe immer nach mehr gesucht und ich konnte mich in der christlichen Theologie nie zuhause fühlen. Obwohl ich in eine katholische Grundschule gegangen bin und die ganzen Geschichten über Jesus gehört habe, hat mir das nie wirklich viel gegeben.</p>
<p><strong>Es begann also damit, dass du etwas Cooles machen wolltest?</strong></p>
<p>Ich war übermotiviert, ich habe mich immer mehr reingesteigert. Irgendwann wurde das mehr und mehr. Als Schwein (im chinesischen Sternzeichen) neige ich zu körperlichen Exzessen. Irgendwann habe ich jeden Tag trainiert, habe gegen Bäume geschlagen, um mich abzuhärten, habe mir die Knöchel kaputt gemacht. Weil ich übermotiviert war. Übers Ziel hinausgeschossen, alà was einen nicht umbringt macht einen härter. Wir sind durch kalte Bäche gewandert einfach nur weil wir krass sein wollten. Total übertrieben. Heute, nach jahrelanger Leitung durch meinen Meister Wang Xing Qing hier in Wudang, weiß ich, dass alles Balance sein muss und dass es hauptsächlich auch um Gesundheit gehen muss. Es gibt nur zwei Sachen die uns wirklich gehören: unser Körper und unser Wissen. Der Körper ist sterblich und das Wissen können wir verlieren wenn es dem Körper nicht gut geht. Daher ist Gesundheit das Allerwichtigste, aber das war mir damals egal.</p>
<p><strong>Wann kamst du erstmals nach Wudang?</strong></p>
<p>2003 war ich mit der Schule fertig und habe wie verrückt angefangen zu arbeiten, um die Kohle zusammenzukriegen um nach China gehen zu können. Gleichzeitig habe ich immer mehr geforscht. Natürlich wollte ich ins Shaolin-Kloster, aber als ich begann Recherche zu betreiben, hat mich das immer weiter weg getrieben, weil es hieß: Tourismus, Tourismus, Tourismus.</p>
<p>Dann aber bin ich auf Wudang-Kungfu gestoßen, habe gehört dass Wudang die Geburtsstätte von Taiji und das Gegenstück zu Shaolin-Kungfu ist: Innere und Äußere Kampfkunst. Und dann war es klar: Ich wollte für 12-18 Monate nach Wudang gehen. Das ist jetzt fast 10 Jahre her.</p>
<p><strong>Seit 9 Jahren bist du nun hier bei Meister Wang in der Schule. Wirst du selbst auch eines Tages Meister werden oder was bringt die Zukunft?</strong></p>
<p>Es ist in China so: Es gibt keine Gürtel, es gibt keine Prüfung, alles hängt davon ab, wie der Meister zu dir steht. Wenn der Meister das Gefühl hat, dass er seinem Schüler alles gesagt hat und dass der Schüler von ihm nichts mehr lernen kann, dann sagt er: „Du bist Meister, geh raus.“</p>
<p><strong>Und wie lange dauert das bei dir noch?</strong></p>
<p>Das dauert bei jedem unterschiedlich lange und bei mir ist natürlich schade, dass ich immer wieder Unterbrechungen hatte. Man muss sich vor Augen führen, dass ich in diesen neun Jahren auch fünf Jahre studiert habe und alles in allem nur viereinhalb der neun Jahre in Wudang war. Viereinhalb Jahre sind schon sehr lang, aber viereinhalb Jahre am Stück sind besser für das Kungfu als viereinhalb Jahre mit Unterbrechungen. Dafür konnte ich durch die Unterbrechungen immer wieder neu reflektieren und den Übergang zwischen Gesellschaftsleben und Kungfu-Training besser in den Griff bekommen.</p>
<p>Es hat also auch Vorteile. All das Philosophische, das Weltentrückte, das intensive Training, steht im krassen Gegensatz zum Alltagsleben mit Job und Familie; das zu vereinbaren muss auch erst einmal gelernt werden und in dieser Hinsicht bin ich natürlich jetzt schon erfahrener. Ich hatte in den neun Jahren wirklich Zeit, dies mit dem Alltag zu verbinden und immer wieder nachzudenken: Was hat das Kungfu für einen Wert für mein Leben, was ist mit der Philosophie dahinter, was hilft mir das an Erkenntnissen?</p>
<p><strong>Kannst du deine Erkenntnisse auf einen Punkt bringen?</strong></p>
<p><em>Natürlichkeit</em>. Nach all den Jahren ist für mich das Greifbarste und das woran ich mich am besten halten kann, DIE Grundregel des Daoismus, die da heißt: DAOFA ZIRAN (道法自然); das Gesetz des DAO ist die Natur.</p>
<p>Wir sind nun mal natürlich. Wir haben Höhen und Tiefen, haben wechselhafte Gefühle, wie auch in der Natur Kreisläufe existieren. Es gibt Nacht und es gibt Tag. Jedes Ding, das sich auf der Welt erfahren lässt, hat etwas Positives und etwas Negatives. Alles was der Daoismus als diese natürlichen Gesetze bezeichnet, hat für mich nach wie vor absolute Gültigkeit. Es sind nicht die Geschichten wie im Christentum, sondern es sind die Prinzipien dahinter, die logisch erscheinen. Das Gute daran ist, dass sie nicht dogmatisch auf mich wirken, sondern immer wieder aus natürlichen Dingen auf mich zukommen.</p>
<p>Praktisch heißt das, dass ich mir meine Freiheiten lasse, natürlich zu sein. Ich versuche mich nicht zu disziplinieren oder einzuschränken, mich nicht schlecht zu machen. Ich lasse mir meine Fehler und versuche mich nicht gekünstelt zu verhalten oder in eine Rolle zu schlüpfen – und das meine ich mit DAOFA ZIRAN. Denn das DAO von dem man abweichen kann, ist nicht das echte DAO.</p>
<p><strong>Es ist für viele Leute nicht von vornherein verständlich, dass Kampfkunst mit so viel Philosophie einhergeht. Hast du diese beiden Phänomene zuerst auch als zwei separate Dinge aufgefasst oder ging das während deiner Ausbildung Hand in Hand?</strong></p>
<div id="attachment_21420" class="wp-caption alignleft" style="width: 240px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_8239.jpg" rel="lightbox[21357]"><img class=" wp-image-21420   " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_8239.jpg" alt="Benjamin Ruß bei seinen Übungen auf dem Berg" width="230" height="293" /></a><p class="wp-caption-text">Benjamin Ruß bei seinen Übungen auf dem Berg</p></div>
<p>Es ist so, dass ich mit dem Wudang-Kungfu auf ein Phänomen getroffen bin, in dem alles ganzheitlich praktiziert wird. Hier trennt man solche Dinge nicht. Das Kultivieren der inneren Werte, der inneren Energien kann sich überall widerspiegeln. Die Philosophie findet sich in jeder Lebensart, beim Essen, beim Trainieren, beim Nachdenken. Und auch die Künste haben immer wieder die gleichen Prinzipien – ob du dich mit Fengshui auseinandersetzt oder mit TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), ob mit Taiji oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Acht_Trigramme" target="_blank">Bagua</a>, oder auch mit Musik, das hat alles Yin und Yang als Prinzip. D.h. wenn du dich mit einer Sache sehr beschäftigst, wirst du automatisch auch die anderen Aspekte kennenlernen.</p>
<p>Diese Ganzheitlichkeit gibt es natürlich auch anderswo, z.B. im Buddhismus. Aber für mich war es eben der Daoismus, der mich am stärksten angezogen hat.</p>
<p><strong>Würdest du dich selbst als „Daoist“ bezeichnen?</strong></p>
<p>Klar sehe ich mich oft als Daoist, aber wenn ich den Begriff mal unter die Lupe nehme, <em>mich</em> unter die Lupe nehme, andere Leute unter die Lupe nehme… Was ist ein Daoist? Wo fängt er an wo hört er auf? Antworten auf diese Fragen beschreiben fließende Übergänge und alle möglichen Ausdrucksformen.</p>
<p>Auch im Daoismus gibt es Erscheinungen, die mir nicht gefallen. Nur weil ich mich manchmal als Daoist sehe, heißt das nicht, dass ich etwas Bestimmtes repräsentieren muss oder dass ich mit allem konform gehen muss was es im Daoismus gibt. Glücklicherweise verlangt der Daoismus auch nicht auf Biegen und Brechen irgendwelchen Regeln oder Gepflogenheiten gerecht zu werden. Der Daoismus ist in erster Linie frei: Alles ist DAO, jeder Mensch ist im DAO, nichts kann vom DAO abweichen.</p>
<p>Da ich in erster Linie aber kein religiöser Mensch bin, sehe ich das alles eher vom philosophischen Aspekt.</p>
<p><strong>Was bedeutet, neben Kungfu, der Weg des Daoisten noch für dich?</strong></p>
<p>Ich meditiere zweimal täglich, morgens und abends. Dies ist wichtig für die Pflege des Qi. Die Energiezentren im Körper müssen immer wieder aufgefüllt werden – und dazu braucht es Regelmäßigkeit, sonst verliert man es. Was man da in sich tragen kann ist etwas sehr sehr Kostbares, das eine tiefe Verbundenheit mit dem eigenen Selbst, mit den eigenen Energien und dem eigenen Körper bedeutet.</p>
<p><strong>Mit dem Jugendlichen, der einfach etwas Cooles machen wollte, hat das nicht mehr viel zu tun. Was macht für dich heute den Reiz an der Sache aus?</strong></p>
<p>Ganz nach dem Motto „XUE WU ZHI JING“ (学无止境 – man lernt nie aus), kommt man immer tiefer in die Materie hinein. Es ist eine Sache von der man nicht sagen kann „na gut, machen wir das halt mal und lassen es dann“. Man vergisst es auch nie wieder. Es ist eine richtige Lebenseinstellung, kein Hobby, kein Hype, keine Modeerscheinung. So etwas macht man aus tiefstem Herzen.</p>
<p>Ich habe das hier gefunden und ich wusste, hier bin ich zuhause.</p>
<p><strong>Jetzt mal eine ganz andere Frage: Wurdest du schon einmal in einen Kampf verwickelt, bei dem du deine Kampfkunst nutzen musstest?</strong></p>
<p>(seufzt) Ja, schon mehrfach.</p>
<p><strong>Wie kam es dazu?</strong></p>
<p>In der Disco oder auf Dorffesten beobachtet man manchmal Situationen in denen sich zwei Parteien prügeln und man sagt sich: „WUWEI“ (无为 – nicht handelnd handeln); es regelt sich von alleine. Ich kann ja auch keine Kriege verhindern.</p>
<p>Aber wenn ich will, dann kann ich dank meiner Kampfkunst einen Teil dazu beitragen. Wenn ich Ungerechtigkeiten sehe, z.B. wie jemand seine Frau schlägt oder wenn ein Pärchen von Schlägertypen angepöbelt wird, dann <em>kann</em> ich mich einmischen. Und das habe ich auch schon getan.</p>
<p>Ich bin jetzt aber nicht jemand, der so was sucht. Ich selber bekomme nie Probleme, weil mein äußeres Erscheinungsbild eher nachgiebig ist. Ich habe es nicht nötig bei jeder Gelegenheit zu zeigen was ich kann. Wenn mich jemand blöd anredet, sage ich „Entschuldigung“, weil ich weiß, dass ich das mit Taiji bekämpfen kann. In dem Moment wo ich nachgebe bekämpfe ich meine eigene Aggressivität, meinen inneren Wolf. Und ich besiege meinen Stolz. Statt mich als Kampfkünstler körperlich zu wehren nehme ich den inneren Kampf auf und versuche die negativen Qualitäten meines Ichs mit Taiji zu besiegen.</p>
<p>Wenn ich jedoch andere Leute in Schwierigkeiten sehe und ich dabei das Gefühl habe, dass ich da gut helfen könnte, dann mache ich das gerne und ohne Rücksicht auf Verluste auf meiner Seite.</p>
<p><strong>Was war dein bisher schlimmstes Erlebnis in dieser Hinsicht?</strong></p>
<p>Ich hatte hier in Wudang eine Begegnung wo ich mit vier Leuten mit Messern kämpfen musste. Da war ich im Internetcafé und hörte plötzlich Geschrei hinter mir. Jemand griff mit einem Messer den Kassierer hinter dem Tresen an. Keiner half. Niemand. Dann bin ich eben dazwischen gegangen. Ich dachte zuerst es wäre nur ein Angreifer, aber es waren fünf, vier von denen mit Messern. Es war ziemlich wild und ich bin froh, dass ich da heil rausgekommen bin.</p>
<p>Allerdings weiß ich nicht, ob die bis zum Letzten gegangen wären. Wenn sie das gewollt hätten, dann wäre ich jetzt vielleicht nicht mehr da – schließlich waren sie zu viert.</p>
<p><strong>Wie lassen sich solche ernsten Angelegenheiten mit den philosophischen Aspekten unter einen Hut bringen?</strong></p>
<p>Wudang-Kungfu ist für mich ein ganzheitlicher Lebensweg, der Körperertüchtigung, Philosophie, Gesundheitspflege, Körperbeherrschung, Selbstverteidigung und Kultur sowie Lebensführung vereint. Ein ganzheitliches Phänomen, bei dem man sich deswegen so wohl und zuhause fühlen kann, weil alle Aspekte in starker Wechselbeziehung zueinander stehen.</p>
<p><strong>Wenn du in Deutschland unterrichten würdest, würdest du außer Kungfu auch andere Aspekte aus dem daoistischen Kosmos zu transportieren versuchen?</strong></p>
<p>Immer. Aber die Leute nehmen sich sowieso das was sie wollen. Ich bin „Benjamin“ für mich anders als für dich. Du nimmst mich anders wahr als meine Frau, mein Meister nimmt mich anders wahr als ihr beiden und für jeden bin ich jemand anderes. Selbst wenn ich dasselbe sage versteht jeder nur das was er interpretiert. Jeder nimmt sich etwas anderes davon.</p>
<p>Ich werde versuchen wahrhaftig zu sein. Ich werde versuchen echt zu sein, ich selber zu sein, um das zu transportieren was ich vertreten kann und woran ich Spaß habe. Was die Leute sich dann nehmen und wer davon begeistert ist und wer nicht ist dann eine andere Frage.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das aufschlußreiche Gespräch.</strong></p>
<p>Gerne. Ich habe für dein Interesse zu danken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Das Interview führte Reisereporter Lukas Weber.</em></p>
<p>Lesen Sie hier mehr über die <a href="http://blog.chinatours.de/2013/05/07/den-korper-gesund-trainieren-kampfkunst-am-wudang-berg/" target="_blank">Kampfkunst am Wudang-Berg</a>.</p>
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		<title>China Tours ist jetzt noch näher dran an seinen Gästen: Kundenbewertung vor Ort</title>
		<link>http://blog.chinatours.de/2013/05/06/china-tours-ist-jetzt-noch-naher-dran-an-seinen-gasten-kundenbewertung-vor-ort/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 09:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roxana Mihai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist ein schnelles und unkompliziertes Verfahren: Die Reisebewertung Ihrer individuellen Reise per Telefon, und zwar noch vor Ort. Wenn Sie demnächst individuell mit uns auf Reisen gehen, seien Sie nicht erstaunt, wenn Ihnen der lokale Reiseleiter auf dem Weg zum Bahnhof oder Flughafen am Ende eines Aufenthaltes in einer Stadt oder Region sein IPhone [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Feedback-vor-Ort.jpg" rel="lightbox[21382]"><img class="alignleft size-full wp-image-21385" title="Artikelbild" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Feedback-vor-Ort.jpg" alt="" width="610" height="180" /></a>Es ist ein schnelles und unkompliziertes Verfahren: Die Reisebewertung Ihrer individuellen Reise per Telefon, und zwar noch vor Ort.<span id="more-21382"></span></strong></p>
<p>Wenn Sie demnächst individuell mit uns auf Reisen gehen, seien Sie nicht erstaunt, wenn Ihnen der lokale Reiseleiter auf dem Weg zum Bahnhof oder Flughafen am Ende eines Aufenthaltes in einer Stadt oder Region sein IPhone oder Smart-Phone in die Hand drückt: Nein, es ist kein Anruf für Sie aus Hamburg – aber Sie sind trotzdem gefragt!</p>
<h2>Neue Bewertungsmethode</h2>
<p>China Tours hat eine <strong>neue Bewertungsmethode</strong> eingeführt. Ab sofort geben Sie <strong>Ihre Meinung direkt und ungefiltert</strong> ab. Über ein mobiles Bewertungsinstrument, das Telefon des lokalen Reisebegleiters, beantworten Sie einfach fünf Fragen zu Ihrem Aufenthalt in der jeweiligen Stadt nach der Ankreuzmethode.</p>
<h2>Schulnoten</h2>
<p>Bei den Fragen<strong> „Wie zufrieden waren Sie mit dem Reiseprogramm“</strong>, „Wie zufrieden waren Sie mit dem Reiseleiter“ bis zu Ihrer Meinung zu den ausgewählten Restaurants haben Sie die Möglichkeit, Schulnoten von 1 – 5 zu vergeben. Und die letzte Frage nach der Weiterempfehlung beantworten Sie einfach mit „Ja“ oder „Nein“.  Abschließend drücken Sie selber auf den Knopf „Absenden“,  damit sorgen Sie dafür, dass die Antwort als Mail bei uns ankommt. Der Kollege vor Ort, also der Reiseleiter, wird Ihre Antworten so nicht einsehen, weshalb Sie <strong>vollkommen ehrlich bei Ihrer Bewertung</strong> mit uns sein können.</p>
<h2>Qualitätssicherung</h2>
<p><strong>Wenn Ihre Meldung bei uns im Hamburger Büro eintrifft, wird sie gleich gelesen und registriert</strong>. Sollten wir daraus Qualitätsmängel vor Ort ablesen können, sei es, dass das Hotel nicht gut bewertet wird oder der örtliche Kollege ein „Ausreichend“ bekommt, sind wir sofort informiert und ggf. auch alarmiert. Wir können so direkt handeln, und ein Hotel, das beispielsweise von mehrere Reisende als unbefriedigend bewerten wurde, nicht mehr für unsere individuellen Reisen anbieten, sondern es aus dem Programm nehmen und andere Hotels anbieten. <strong>So können wir unseren hohen Qualitätsanspruch vor Ort gewährleisten</strong>. Und natürlich können wir damit sofort auf Ihre Erwartungen reagieren und mit Ihnen persönlich Kontakt aufnehmen – sowohl aus Hamburg als auch mit unseren Kollegen in Guilin.</p>
<h2>Ihre Bewertung ist unsere Motivation</h2>
<p>Zusätzlich freuen wir uns über Ihre ausführliche Rückmeldung nach Rückkehr Ihrer China Reise. Dazu erhalten Sie per Mail unser <strong>Feedback-Formular, in dem es auch die Möglichkeit gibt, Ihre Meinung frei zu formulieren</strong>.</p>
<p>Wir hoffen, dass wir mit dem neuen System der <strong>vor Ort Reisebewertung direkte Einblicke in den Reiseverlauf</strong> erhalten können, und sogleich reagieren können, sollte während Ihrer China Rundreise einmal etwas nicht Ihren Vorstellungen entsprechen. Zudem können wir Ihnen dadurch den direkten Kontakt zu uns gewährleisten, sodass Sie neben Ihrem Reiseführer einen weiteren Ansprechpartner für Ihr <strong>Feedback während einer China Reise</strong> haben.</p>
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		<title>China im November: Die Tropeninsel Hainan</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 08:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roxana Mihai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Startseite]]></category>
		<category><![CDATA[China im November]]></category>
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		<description><![CDATA[Hainan ist genau das, was man in China am wenigstens anzutreffen erwartet, nämlich tropisches Klima, Palmen und Sandstrand soweit das Auge reicht. Hier scheint die Sonne 300 Tage im Jahr und die durchschnittliche Temperatur liegt bei ca. 25 Grad. Dieses Traumwetter hält sich auch noch im November. Grund genug Ihnen gezielt Hainan als abschließende Reisedestination [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild91.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="size-full wp-image-21296 alignnone" title="Artikelbild" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Artikelbild91.jpg" alt="" width="610" height="180" /></a></strong></p>
<p><strong>Hainan ist genau das, was man in China am wenigstens anzutreffen erwartet, nämlich tropisches Klima, Palmen und Sandstrand soweit das Auge reicht. Hier scheint die Sonne 300 Tage im Jahr und die durchschnittliche Temperatur liegt bei ca. 25 Grad. Dieses Traumwetter hält sich auch noch im November. Grund genug Ihnen gezielt Hainan als abschließende Reisedestination nach Ihrer China Rundreise vorzustellen.</strong> <strong>Wir haben uns die Tropeninsel aus nächster Nähe angeschaut, und stellen Ihnen die schönsten Orte und spezielle Hoteltipps vor.<span id="more-21291"></span></strong></p>
<p>Sicherlich ist es im November im Norden Pekings nicht mehr sehr warm, auch in Shanghai sind die Temperaturen eher mäßig warm, aber auf der Insel Hainan warten tropische 30° Celsius auf jeden Gast.<strong> </strong>Die Insel Hainan liegt im südchinesischen Meer vor der Küste des Festland Chinas und auf gleicher Höhe schon wie das Nachbarland Vietnam. Und dazu liegt es auf dem gleichen Breitengrad wie Hawaii und nennt sich daher selbst gerne das Hawaii des Ostens. Von Shanghai aus fliegt man in 3 Stunden bezirksfreie Stadt Sanya der Insel Hainan. Von Peking sind es eine gute Stunde mehr und von Xiamen ist es gar nur knapp 2-stündiger Flug.</p>
<p>Angekommen auf der Insel ist man direkt in einer völlig anderen Welt, anders kann man das nicht sagen. Die Sonnenbrillen können noch während dem Flug auf Vordermann gebracht werden, die kurzen Bermudas direkt im Handgepäck verstauen und schon in der Gepäckhalle fertig machen für die Reise in den tropischen Sommer. Von nun an sind dicke Pullis, lange Hosen und Jacken passé und es grüßen die bekannten Sommer-Outfits. Am Flughafen tummeln sich direkt neben einem sehr viele chinesische Urlaubsgäste, einige europäische Langnasen sind auch unter den Gästen zu finden.</p>
<h2>Was überrascht nun beim ersten Ankommen auf der Insel:</h2>
<p>+ Die Insel ist wirklich sehr groß und in den Tagen wird man nur einen Bruchteil der Insel selbst kennenlernen. Aber das ist ja auch das Ziel, denn das lautet Urlaub &#8211; Erholung am Strand und Meer.</p>
<p>+ Die Insel ist zudem sehr grün und mit einer sehr guten Infrastruktur kommt man sehr schnell mit dem Auto von A nach B. Vom Flughafen zum Hotel und von Bucht zu Bucht.</p>
<p>Auf der Reise nach Hainan standen dieses Mal drei Buchten auf dem Plan. Wir wollten uns von der Sanya Bay über die Yalong Bay in die Haitang Bay vorarbeiten. Alle Buchten haben ihre kleinen Vor-und Nachteile, aber eines haben sie gemeinsam: Hotels auf absolutem Spitzenniveau zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis:</p>
<h2>1. SANYA BAY</h2>
<p>Die Bucht liegt direkt an der Stadt Sanya und auch in unmittelbarer Nähe des Flughafens. Ist gerade für Gäste geeignet, die wirklich nur kurz auf Hainan sich erholen wollen und keine Fahrten mehr auf sich nehmen wollen. Die Hotels liegen alle in einer Reihe direkt an der Strandpromenade sind aber durch eine Straße direkt vor dem Strand vom Meer und Strand getrennt. Das Strandleben ist hier ein klassischer Stadtstrand. Es ist also viel los! Auch Einheimische kommen hierher und verbringen ein paar Stunden am Meer. Es laufen fliegende Händler durch die Gegend und verkaufen frisches Obst oder verdienen sich als Verkäufer von Fake-Produkten aller Art. Dort findet man also nicht das klassische ruhige Strandleben, sondern vielmehr folgt das dem Motto: Mittendrin statt nur dabei. Das Meer ist dort wirklich sehr ruhig und es geht langsam und sehr flach ins Meer &#8211; also sehr geeignet auch für Familien mit Kindern.</p>
<p>Am Strand selbst war aber dennoch nicht allzu viel los. Es fanden sich mehr Hotelgäste an den sehr großen Poollandschaften wieder als an den für die Hotelgäste vorgesehenen Strandliegen. Die Bilder, die einem im Internet zum Teil kommuniziert werden mit komplett vollen Stränden konnten wir nicht finden. Dazu sollte man sicherlich das chinesische Neujahr meiden!</p>
<p><strong>Unser Hotel-Tipp für die Sanya Bay ist das Pullmann:</strong></p>
<p>Der Vorteil an der Sanya Bay ist auch, die unheimliche Nähe zur Stadt und damit auch zu den Möglichkeiten, die die Stadt bietet zum Essen gehen und zum Flanieren.</p>
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<div id="attachment_21300" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/31.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21300   " title="Pullmann Hotelzimmer" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/31-300x198.jpg" alt="Pullmann Hotelzimmer" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Pullmann Hotelzimmer</p></div>
</div>
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<div id="attachment_21313" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/14.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21313   " title="Pullmann Ausblick" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/14-300x198.jpg" alt="Pullmann Ausblick" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Pullmann Ausblick</p></div>
</div>
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<div id="attachment_21299" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/23.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21299  " title="Pullmann Ausblick auf das Meer" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/23-300x198.jpg" alt="Pullmann Ausblick auf das Meer" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Pullmann Ausblick auf das Meer</p></div>
</div>
</div>
<div id="clear" style="clear: both;"></div>
<p>&nbsp;</p>
<h2>2. YALONG BAY</h2>
<p>Die nächste Bucht, die sich in unmittelbarer Nähe der Stadt Sanya auf Hainan befindet ist die Yalong Bay. Hier finden sich in Reih und Glied alle internationalen Hotelketten wie St. Regis, Ritz Carlton und Hilton wider. Die Hotels liegen hier auch wieder leicht versetzt am Strand und haben vorgelagert immer eine sehr großzügige Poollandschaft. Die Bucht ist viel ruhiger, exklusiver und entspannter. Hier lässt es sich wirklich erholen, die Beine hochlegen und das Meer und die Sonne genießen. Das Meer ist hier nicht ganz so ruhig wie in der Sanya Bay, aber immer noch sehr angenehm zum Baden und es geht immer noch in den bewachten Bereichen sehr flach ins Meer.</p>
<p>Jeder Strandabschnitt hat für seine Hotelgäste Strandliegen, Handtücher und entsprechenden Service vorbereitet. Am Strand sind dort noch weniger Gäste anzutreffen gewesen als an der Sanya Bay. Wir konnten die Gäste, die mit uns gleichzeitig am Strand waren wirklich an einer Hand abzählen &#8211; nichts los und super Wetter. Auch die Hotelanlagen waren bei weitem nicht ausgelastet, sondern im persönlichen Empfinden nicht einmal bei 50% Auslastung angekommen. Von daher auch an dieser Stelle alles sehr entspannt und wirklich bestens geeignet für eine Erholung nach den intensiven Reisetagen auf dem Festland China.</p>
<h2>Hier sind die Hoteltipps ein bisschen ausführlicher:</h2>
<p><strong>Resort Golden Palm</strong></p>
<p>Das Hotel bietet als einziges wirklich gutes chinesisches Hotel ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis an. Hell, einfach und sauber &#8211; so lässt sich das Hotel am besten beschreiben. Als einziges Hotel, das wir empfehlen hat es keinen direkten Strandzugang. Man muss eine kleine Straße überqueren und läuft dann in 2 Minuten durch einen kleinen vorgelagerten öffentlichen Park an den Strand.</p>
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<div id="attachment_21301" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/4.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21301 " title="Lobby des Resort Golden Palm" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/4-300x198.jpg" alt="Lobby des Resort Golden Palm" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Lobby des Resort Golden Palm</p></div>
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<div id="attachment_21302" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/5.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21302 " title="Poolanlage des Lobby des Resort Golden Palm" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/5-300x198.jpg" alt="Poolanlage des Lobby des Resort Golden Palm" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Poolanlage des Lobby des Resort Golden Palm</p></div>
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<div id="attachment_21303" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/6.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21303 " title="Ausblick auf Palmen" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/6-300x198.jpg" alt="Ausblick auf Palmen" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Ausblick auf Palmen</p></div>
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<p><strong>Hilton Resort und Spa</strong></p>
<p>Das Hotel bietet allen Komfort, den man sich wünscht ohne es zu übertreiben zu einem sehr guten Preis im internationalen Vergleich. Wieder eine sehr großzügige Hotelanlage mit Pools und natürlich einem direkten eigenen Zugang zum Meer.</p>
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<div id="attachment_21306" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/9.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21306   " title="Noch mehr Palmenlandschaft und Meer" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/9-300x198.jpg" alt="Noch mehr Palmenlandschaft und Meer" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Noch mehr Palmenlandschaft und Meer</p></div>
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<div id="attachment_21305" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/8.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21305   " title="Zimmer im Hilton Resort und Spa" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/8-300x198.jpg" alt="Zimmer im Hilton Resort und Spa" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Zimmer im Hilton Resort und Spa</p></div>
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</div>
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<p><strong>St. Regis</strong></p>
<p>Ein direkter Nachbar des Hiltons ist das St. Regis in der Yalong Bay. Hier findet man sich wirklich im Luxus wieder und kann nicht nur das Hotel, sondern auch alle Annehmlichkeiten des Personals genießen. Ein Tipp ohne Vergleich!</p>
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<div id="attachment_21308" class="wp-caption alignnone" style="width: 250px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/111.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class=" wp-image-21308  " title="Die Poollandschaft lässt keine Wünsche übrig" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/111-300x198.jpg" alt="Die Poollandschaft lässt keine Wünsche übrig" width="240" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Die Poollandschaft lässt keine Wünsche übrig</p></div>
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<div id="attachment_21309" class="wp-caption alignnone" style="width: 250px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/121.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class=" wp-image-21309  " title="Zimmer im St. Regis Hotel" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/121-300x198.jpg" alt="Zimmer im St. Regis Hotel" width="240" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Zimmer im St. Regis Hotel</p></div>
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<div id="attachment_21307" class="wp-caption alignnone" style="width: 250px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/10.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21307  " title="Lädt zum Schwimmen ein" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/10-300x198.jpg" alt="Lädt zum Schwimmen ein" width="240" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Lädt zum Schwimmen ein</p></div>
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<p>&nbsp;</p>
<h2>3. HAITANG BAY</h2>
<p>Wieder einige Kilometer weiter wartete eine weitere Bucht auf uns. Das Wetter immer noch gleich. Sonnenschein, gute 30° und ein paar vereinzelte Wolken am Himmel. Auch hier wieder leere Strände wie man sie aus Europa von der klassischen Vor- und Nachsaison kennt mit einzelnen Gästen am Strand und einzelnen Kindern im Meer. Die Haitang Bay wird gerade als neue Bucht im sehr großen Stil erschlossen, es entstehen an vielen Ecken und Enden neue Hotels und es wird überall noch gebaut und gehämmert. Das kann der Auswahl eines Hotels in der Haitang Bay keinen Abbruch tun, wenn man weiß welches Hotel sich gerade lohnt zu besuchen und welcher Abschnitt schon komplett abgeschlossen ist mit den Bauarbeiten. Ansonsten ist der Abschnitt mit der Yalong Bay zu vergleichen, nur noch mehr Wind und von daher auch noch höhere Wellen. Durch den sandigen Untergrund und den stärkeren Wellengang ist dann das Wasser auch nicht klar &#8211; erinnert einen an viele Strände in der Karibik.</p>
<p>Beim morgendlichen Joggen am Strand dann wirklich die absolute Ruhe am Strand und die Möglichkeit seine eigenen Spuren im Sand zu hinterlassen und beim Retour auch wieder zu entdecken.</p>
<p><strong>Unser Hoteltipp für die Haitang Bay ist das Sheraton</strong></p>
<p>Es ist ein schönes, schlichtes Hotel in dem wir uns als Europäer sehr wohlfühlen werden. Es verzichtet auf Schnickschnack und konzentriert sich auf das Wesentliche. Sehr gut ausgestattete Zimmer, schönen Blick aufs Meer und großzügig gestaltete Außenanlagen und erstklassigen Service zu einem sehr attraktiven Preis auch in der Hochsaison &#8211; zu der der November bereits gehört.</p>
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<div id="attachment_21311" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/141.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21311   " title="Blick auf die Haitang Bay" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/141-300x198.jpg" alt="Blick auf die Haitang Bay" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf die Haitang Bay</p></div>
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<div id="attachment_21312" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/15.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21312   " title="Moderne Zimmereinrichtung im Sheraton" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/15-300x198.jpg" alt="Moderne Zimmereinrichtung im Sheraton" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Moderne Zimmereinrichtung im Sheraton</p></div>
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<div id="attachment_21310" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/131.jpg" rel="lightbox[21291]"><img class="wp-image-21310   " title="Einladende Lobby im Sheraton" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/131-300x198.jpg" alt="Einladende Lobby im Sheraton" width="239" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Einladende Lobby im Sheraton</p></div>
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<p>Ansonsten muss ich ganz klar sagen, dass ich persönlich sehr positiv überrascht war. Ich werde daher direkt im November/Dezember 2013 wieder hinfliegen und habe Hainan nun als Endstation einer China-Reise für mich immer im Hinterkopf. Von überfüllten Stränden, in Kleider gehüllten Chinesen in Reih und Glied ohne Platz zum Atmen und besoffenen Russen kann ich nichts berichten. Es gibt dort viele chinesische Familien, es gibt dort russische Familien die dort Urlaub machen, aber das tut der Sache nun beim besten Willen keinen Abbruch. Es ist ein Ort für Urlaub, zum Erholen und der perfekte Abschluss einer China-Rundreise mit internationalen Top-Hotels zu sehr guten Preisen. Sanya wartet auf Sie!</p>
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		<title>China’s E-Bikes &#8211; Demnächst ein globaler Trend?</title>
		<link>http://blog.chinatours.de/2013/04/29/chinas-e-bikes-demnachst-ein-globaler-trend/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 16:14:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roxana Mihai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Startseite]]></category>

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		<description><![CDATA[Während die E-Bikes in Deutschland noch aufgrund der hohen Sicherheitsstandards umstritten sind, gehören sie in China schon längst zum Alltag dazu. Das Geschäft mit den elektronischen Fahrrädern boomt, Millionen E-Bikes sind bereits im Einsatz. Doch wie konnte sich das E-Bike innerhalb so kurzer Zeit in Chinas Gesellschaft etablieren? Das Fahrrad in China kann man schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während die E-Bikes in Deutschland noch aufgrund der hohen Sicherheitsstandards umstritten sind, gehören sie in China schon längst zum Alltag dazu. Das Geschäft mit den elektronischen Fahrrädern boomt, Millionen E-Bikes sind bereits im Einsatz. Doch wie konnte sich das E-Bike innerhalb so kurzer Zeit in Chinas Gesellschaft etablieren?<span id="more-21284"></span></strong></p>
<p>Das Fahrrad in China kann man schon als traditionsträchtigen Kulturgegenstand bezeichnen, so viele Jahrhunderte hat es schon überdauert. Das E- Bike hingegen ist bereits seit einer Dekade die Zukunftsmusik, die das Geschäft mit dem Fahrrad nicht nur im Punkto Komfort und Schnelligkeit revolutionieren. Die Berücksichtigung der Umwelt steht bei dem Verkauf jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr ist der Kostenpunkt ist das größte Verkaufsargument. Ein gutes E-Bike kann man bereits  ab 200 Euro erwerben, ein Führerschein wird zur Benutzung nicht verlangt. Zudem werden die E- Bikes mittels wiederaufladbarer Blei- Akkus betrieben, welches den Verbrauch von immer teurer werdendem Benzin einspart. Man spricht von bislang 120 Millionen E- Bikes in China, Tendenz steigend. Im Vergleich dazu, sind es in den USA  200.000, in  Deutschland gerade einmal 100.000 Exemplare.  Da das Tragen von Schutzkleidung sowie eine Helmpflicht ebenfalls nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, ist das E- Bike auch für Jedermann zugänglich.  Das das wäre aufgrund der maximalen Geschwindigkeit von 25 Km/h zum Beispiel in Deutschland unmöglich. Um ein E- Bike fahren zu dürfen,  muss man das 15. Lebensjahr vollendet haben und benötigt zudem eine Prüfungsbescheinigung.</p>
<p>Ob das E- Bike bei uns einmal so erfolgreich wird, wie in China steht noch in den Sternen. Fakt ist, bei der richtigen Weiterentwicklung der Sicherheitsstandards steht den E-Bikes sicher noch eine große Zukunft bevor.</p>
<p>Wenn auch Sie ein Interesse an den beliebten E-Bikes haben, dann können Sie bei <a href="http://www.ebike.de/hersteller/bulls" target="_blank">Bulls Elektrofahrrädern kaufen</a> und diesen Sommer vielleicht selber mal durch die Straßen düsen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Elemente der chinesischen Kultur</title>
		<link>http://blog.chinatours.de/2013/04/28/elemente-der-chinesischen-kultur/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Apr 2013 02:06:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nahaufnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
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		<category><![CDATA[Chinareisende]]></category>
		<category><![CDATA[chinesische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[chinesische Zahlensymbolik]]></category>
		<category><![CDATA[Steinlöwen]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs in China]]></category>

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		<description><![CDATA[Unterwegs in China begegnen dem Reisenden viele Elemente der klassischen chinesischen Kultur, die ihm oftmals Rätsel aufgeben. Vielfach übersieht der Laie aber auch einfach die reichhaltige Bedeutung und den tiefen Symbolgehalt der chinesischen Charakteristika und stolpert nichtsahnend an den spannendsten Geschichten vorbei. Dieser Missstand soll (zumindest teilweise) mit dem folgenden Text  behoben  werden. Verfasst von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Chiwen-01.jpg" rel="lightbox[21270]"><img class="alignleft size-full wp-image-21280" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Chiwen-01.jpg" alt="" width="610" height="175" /></a>Unterwegs in China begegnen dem Reisenden viele Elemente der klassischen chinesischen Kultur, die ihm oftmals Rätsel aufgeben. Vielfach übersieht der Laie aber auch einfach die reichhaltige Bedeutung und den tiefen Symbolgehalt der chinesischen Charakteristika und stolpert nichtsahnend an den spannendsten Geschichten vorbei. Dieser Missstand soll (zumindest teilweise) mit dem folgenden Text  behoben  werden.<em><br />
</em></strong></p>
<p><span id="more-21270"></span></p>
<p><em>Verfasst von Lukas Weber</em></p>
<p>Als die ersten christlichen Missionare im 16. Jahrhundert nach China gelangten waren sie verblüfft. Am anderen Ende Eurasiens fanden sie eine vollkommen eigenständige Kultur vor, deren Entwicklungsstand der europäischen im Mindesten ebenbürtig war. Diesen kulturellen und geografischen Gegenpol bezeichneten sie anerkennend als <strong>Europas „Alter Ego“</strong>.</p>
<p>Viele Elemente dieser jahrtausendealten Kultur sind trotz Modernisierung bis heute nicht verschwunden und begegnen dem Chinareisenden am laufenden Band. Am offensichtlichsten sind dabei Architektur und soziale Gebräuche, doch die wirklich interessanten Aspekte sind in den kleinen Details zu finden.</p>
<div id="attachment_21272" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Steinlöwe.jpg" rel="lightbox[21270]"><img class=" wp-image-21272  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Steinlöwe.jpg" alt="Steinlöwe" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Steinlöwe</p></div>
<h2>Ästhetik als Statussymbol</h2>
<p>Ein besonderes Rätsel stellten für mich immer schon die <strong>Steinlöwen</strong> (石狮 SHISHI) dar, welche paarweise vor den Eingangstoren vieler Gebäude zu sehen sind. Soweit ich weiß, hat es in China nie Löwen gegeben, wie also kommt es, dass sie ein derart unverzichtbares Merkmal der charakteristisch chinesischen Architektur geworden sind?</p>
<p>Wie es der stete Reisebegleiter <em>Zufall</em> so will, treffe ich im Zug von Xi’an nach Yichang einen Archäologen, der just eine Arbeit über diese seltsamen Torwächter fertig gestellt hat. Von ihm erfahre ich, dass die Löwen jeweils ein Männchen und ein Weibchen repräsentieren, wobei das Männchen an dem Ball zu erkennen ist, auf dem seine rechte Pfote ruht. Dieser symbolisiert die Einheit des Reiches, während das Löwenjunge unter der linken Pfote des Weibchens für Fruchtbarkeit steht.</p>
<div id="attachment_21273" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/goldene-Türnägel.jpg" rel="lightbox[21270]"><img class=" wp-image-21273  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/goldene-Türnägel.jpg" alt="Goldene Türnägel" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Goldene Türnägel</p></div>
<p>Die Platzierung von Löwen vor dem Eingangstor war einst nur <strong>hochrangigen Beamten ab dem siebten Grad</strong> erlaubt, wobei der genaue Grad an der Anzahl der Haarknoten auf dem Löwenhaupt abzulesen war. Auch andere Elemente der Architektur lassen den <strong>Status der Bewohner eines Hauses</strong> auf den ersten Blick erkennen. Eines davon sind die sogenannten „Türnägel“ (门钉 MENDING), runde, zumeist goldene Knöpfe an den Eingangstoren von Palästen und Tempeln.</p>
<p>Hier verkörpert den Status die <em>Anzahl</em> der „Nägel“, die in Reihen von ungerader Gesamtzahl an den Toren angebracht sind. <strong>Im alten China galten ungerade Zahlen als maskulin</strong>, während gerade Zahlen als feminin galten. Die höchste einstellige ungerade Zahl ist dementsprechend die Neun, welche als das „ultimativ Maskuline“ ein Zeichen für die kaiserliche Souveränität darstellte. An den Toren der Verbotenen Stadt in Beijing befinden sich demnach neun Reihen von jeweils neun goldenen Türnägeln. Dem Status entsprechend hatten niedere Adelige oft 7&#215;7 oder 5&#215;5 goldene Türnägel, während Beamte mit solchen aus Eisen vorlieb nehmen mussten.</p>
<h2>Von mythologischen Feuerlöschern</h2>
<p>Die chinesische Zahlensymbolik spielt aber auch andernorts eine Rolle, wie zum Beispiel bei der Anzahl zoomorphischer Ornamente (吻兽WENSHOU), die an den seitlichen Ausläufern alter Hausdächer angebracht sind. Auch hier finden sich die meisten mythologischen Tiere auf den Dächern der Verbotenen Stadt, und entsprechend weniger auf den Wohnhäusern von Menschen mit niedrigerem Status.</p>
<div id="attachment_21274" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Chiwen.jpg" rel="lightbox[21270]"><img class=" wp-image-21274  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Chiwen.jpg" alt="Chiwen" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Chiwen</p></div>
<p>Wie auch die Steinlöwen <strong>drücken die zoomorphischen Ornamente mehr als nur Status aus</strong>: Ihre symbolische Bedeutung liegt darin, dass sie angeblich imstande seien Feuer zu löschen. In dieser Hinsicht ist auch das monströse Biest zu erwähnen, das zu beiden Seiten des Daches den Giebel zu tragen (bzw. zu verschlingen) scheint. Es ist <em>Chiwen</em> (螭吻), jener der neun Söhne des Drachenkönigs, welcher das Meer regiert. Indem er die Wellen aufwühlt und zu Regen macht, schützt auch er vor Feuer.</p>
<p>Nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern ebenfalls von hohem Symbolgehalt sind die Farben jener glasierten Ziegel, mit denen die Dächer von Palästen und Tempeln, sowie die Wohnhäuser hochrangiger Beamte gedeckt sind. Es gibt sie in den Farben gelb, grün, blau und schwarz, die entsprechend der 5-Elemente-Lehre jeweils mit einem bestimmten Element assoziiert werden. <strong>Gelb ist die Farbe der Erde, die als mittleres Element das Zentrum des Universums repräsentiert.</strong> Aus diesem Grund sind gelbe Dachziegel den Quartieren der Kaiserfamilie, sowie kaiserlichen Palästen, Mausoleen und Tempeln vorbehalten, während die Wohnhäuser der Hofbeamten mit grünen Ziegeln gedeckt sind.</p>
<p>Die Farbe ist dabei sowohl Statussymbol als auch Träger von symbolischer Bedeutung: Beispielsweise ist die kaiserliche Bibliothek (文渊阁 WENYUANGE) in der Verbotenen Stadt mit schwarz glasierten Ziegeln gedeckt, die mit dem Element Wasser assoziiert wurden. Da Bücher sehr feuergefährdet sind, stellt das schwarze Dach der Bibliothek ebenfalls <strong>eine magische Form der Feuerprävention</strong> dar.</p>
<h2>Falschgeld, Menschenopfer und das „verkehrte Glück“</h2>
<p>Das Anbringen von Statussymbolen am eigenen Wohnhaus war zu Kaiserzeiten streng reglementiert und führte bei Überschreitung der Gesetze unwiderruflich zur Hinrichtung. Andere Brauchtümer des Adels hingegen wurden nicht so rigide gehandhabt und fanden mit der Zeit Eingang ins Volksbrauchtum.</p>
<div id="attachment_21275" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Papiergeld-für-die-Ahnen.jpg" rel="lightbox[21270]"><img class=" wp-image-21275  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Papiergeld-für-die-Ahnen.jpg" alt="Papiergeld für die Ahnen" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Papiergeld für die Ahnen</p></div>
<p>So kann man noch heute Menschen beim Verbrennen von falschen Geldscheinen, Papiergoldbarren oder gar Papierhäusern und –autos beobachten, die als Opfergabe den verstorbenen Verwandten in der Nachwelt zugute kommen sollen. Dieser Brauch geht zurück auf eine Zeit vor mehreren tausend Jahren, als auf dem Gebiet des heutigen China noch Sklaverei herrschte. Wenn eine hochrangige Person starb, wurden häufig ihre Bediensteten <strong>bei lebendigem Leibe mitbeerdigt</strong>, damit sie auch in der Nachwelt als Diener zur Verfügung standen. Doch bereits zur Zeit von Chinas erstem Kaiser (Qin Shi Huangdi) war man dazu übergegangen symbolische Figuren anstatt lebender Menschen zu begraben. Die Terrakotta-Armee in Xi’an ist ebenso Ausdruck dieses Brauchtums, wie das Verbrennen von papierenen Artefakten heute.</p>
<div id="attachment_21277" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Das-verkehrte-Glück.jpg" rel="lightbox[21270]"><img class=" wp-image-21277  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Das-verkehrte-Glück.jpg" alt="Das verkehrte Glück" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Das verkehrte Glück</p></div>
<p>Nicht nur zur Zeit des Frühlingsfestes lässt sich der folgende alte Brauch beobachten: Das <strong>Anbringen des Schriftzeichens FU (</strong><strong>福</strong><strong>) an den Haustüren</strong> soll Glück und eine frohe Zukunft für die Bewohner bringen. Interessanterweise wird das Zeichen aber auf dem Kopf stehend aufgehängt. Warum das so ist, hierzu existieren mehrere Legenden und Interpretationen, von denen mir die Folgende am plausibelsten erscheint: Bemerkt man nämlich, dass das FU verkehrt herum hängt, so sagt man FU DAO LE (福倒了). Dies ist auf Chinesisch gleichklingend mit „das Glück ist angekommen“ (FU DAO LE 福到了), ergo ein positives Zeichen.</p>
<h2>Eine Kuriosität zum Schluß</h2>
<p>Aufmerksamen Reisenden wird in dem einen oder anderen Museum ein seltsamer Gegenstand auffallen, der den Namen <strong>„wie du wünschst“</strong> (RUYI 如意) trägt. Dabei handelt es sich um einen wellenförmig gebogenen Schaft, an dessen Ende eine ovale Plakette sitzt, die mit glücksbringenden Zeichen (wie „Kiefer und Kranich“ für langes Leben, oder „Phoenix und Pfingstrose“ für Reichtum) versehen ist.</p>
<p>Dieser Gegenstand erlangte einen hohen Grad an Verehrung zur Zeit der Qing-Dynastie, als er ein alltäglicher Begleiter des Kaisers war. <strong>Sowohl auf seinem Nachtkästchen als auch neben dem Thron lag stets ein Ruyi</strong>, und zu besonderen Anlässen beschenkten ihn seine Minister mit ganzen Sammlungen dieses Gegenstandes, der aus den kostbarsten Materialien gefertigt sein konnte. Auch der Kaiser verschenkte ab und an einen Ruyi, was für die beschenkte Person eine besondere Auszeichnung darstellte. Dabei hat dieser seltsame Gegenstand aber weder eine praktische Anwendungsmöglichkeit noch einen besonders tiefen Symbolgehalt.</p>
<p>Richtig kurios wird die Sache, wenn man die Evolution des Ruyi kennt. Zu Beginn war er <strong>nichts anderes als ein Bambusstiel</strong>, an dessen Ende eine kleine, geschnitzte Hand saß, mit der man sich bequem den Rücken kratzen konnte. Der Ruyi hat dementsprechend eine erstaunliche Karriere hinter sich: Vom Rückenkratzer zum Objekt kaiserlicher Verehrung. Er ist daher noch heute ein Symbol der Hoffnung für Klobesen und Putzgegenstände aller Art.</p>
<h2>Und wie kamen die Löwen nun nach China?</h2>
<p>Ach ja! Bevor wir uns gänzlich in dem <strong>gigantischen Kosmos chinesischer Kulturelemente</strong> verlieren, sollten wir besser zur Ausgangsfrage zurückkehren: In China hat es freilebende Löwen tatsächlich nie gegeben, deren Habitat Afrika und Westasien waren. <strong>Das Bildnis des Löwen ist in der Tat ein Importprodukt</strong>, das auf alten Handelswegen bereits im 2. Jahrhundert vor Christus nach China kam.</p>
<p>Die Modellierung der ersten Steinlöwen fällt zusammen mit der Ankunft des Buddhismus in China (Zeit der östlichen Han-Dynastie; 25-220). Denn im Buddhismus gilt der Löwe als ein Tier der Tugend und Erhabenheit, das imstande ist <strong>das Böse zu vertreiben und die Wahrheit zu schützen</strong>.</p>
<p>Als Schutzsymbole begann man sie zuerst auf Friedhöfen aufzustellen, adaptierte sie dann als Torwächter und mit der Zeit etablierten die Steinlöwen sich als allgemeines Dekorationsmerkmal. Noch heute findet man sie, nicht nur vor alten Palästen, sondern auch manche Hotels und die „<em>Bank of China“</em> huldigen der Tradition mit jeweils einem Löwenpaar vor ihren Eingängen.</p>
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		<title>Wie unser Reisereporter Lukas Weber das Erdbeben in Sichuan erlebte</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 02:40:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sichuan Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[Zug]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwie hatte ich im Gespür, dass ich in Sichuan ein Erdbeben erleben würde. Nur wann es genau eintreten würde, soweit konnte ich es nun doch nicht vorhersehen. Der Tag beginnt früh. Um 6:30h bin ich munter, packe meine Sachen zusammen, und verlasse das Hotel. Schon um 6:50h sitze ich im Bus zum Bahnhof. Es ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_21263" class="wp-caption alignnone" style="width: 620px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Strasse1.jpg" rel="lightbox[21262]"><img class="size-full wp-image-21263" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Strasse1.jpg" alt="Verwüstung durch das Erdbeben. Quelle: CNS" width="610" height="175" /></a><p class="wp-caption-text">Verwüstung durch das Erdbeben. Quelle: CNS</p></div>
<p><strong>Irgendwie hatte ich im Gespür, dass ich in Sichuan ein Erdbeben erleben würde. Nur wann es genau eintreten würde, soweit konnte ich es nun doch nicht vorhersehen.<span id="more-21262"></span></strong></p>
<p>Der Tag beginnt früh. Um 6:30h bin ich munter, packe meine Sachen zusammen, und verlasse das Hotel. Schon um 6:50h sitze ich im Bus zum Bahnhof. Es ist Reisetag: Von Dujiangyan nach Chengdu, von Chengdu nach Shenzhen, von Shenzhen nach Hongkong wo ich schließlich übermorgen ankommen soll. Zu früh am Bahnhof, habe ich noch 45min bis zur Abfahrt des Zuges. Fotos sortieren, Tee trinken. Abwarten.</p>
<p>Die Zeit vergeht und um kurz nach 8h stehe ich am Bahnsteig. Über mir wölbt sich das gigantische Dach dieses architektonischen Verbrechens, das als <em>Bahnhof für Hochgeschwindigkeitszüge</em> sowohl kapitalistische Moderne als auch kommunistisches Machwerk in einem verkörpert. Dick wie Fabriksschlote ragen die weißen Trägersäulen nach oben und plötzlich – beginnt das ganze Konstrukt zu schaukeln und zu wackeln. Unter meinen Füßen rumort es als fräße ein kolossaler Regenwurm sich direkt unter mir durchs Erdreich.</p>
<p>Es geschieht alles so plötzlich, dass mir für eine <strong>realistische Einschätzung des Geschehens</strong> die Zeit fehlt. Ich registriere, wie einige nahebei stehende Personen desorientiert davonzulaufen beginnen. Wovor? Dem Regenwurm? Aber vor allem: Wohin? Der Bahnsteig misst mindestens 500m vom einen Ende zum andern und ich stehe genau in der Mitte. Dass ich die hundert Meter unter zehn Sekunden laufen konnte ist auch schon ein Weilchen her und darum bleibe ich stehen und hoffe, dass die Häßlichkeit der Architektur über mir ein Kompromiss zugunsten ihrer Robustheit war.</p>
<h2>Es dauert nur wenige Sekunden. Kaum ist das <strong>Erdbeben</strong> vorbei, tritt ein Chinese an mich heran und fragt beiläufig als wenn nichts geschehen wäre: „Where are you from?“</h2>
<p>Ich stehe schwer unter Adrenalin. <strong>Mein <em>erstes</em> Erdbeben</strong>! Herzklopfen. Ohrensausen. Große Erregung! – Die jedoch kein Mensch auf diesem Bahnsteig mit mir zu teilen scheint. Gelassen kehren die Leute an ihre vormaligen Plätze zurück, zücken ihre Handys und beginnen zu telefonieren. Ich werde indessen weiterhin mit Fragen konfrontiert, die im Hinblick auf die Situation noch eine Spur bedeutungsloser scheinen wie sonst: Ob ich hier in Dujiangyan als Englischlehrer anfangen möchte, sie suchten gerade wen… Bin ich im falschen Film? Hallooo…? Erdbeben…?!</p>
<p>Doch mein Gesprächspartner ist die Ruhe selbst und nur mit Mühe gelingt es mir, ihn überhaupt auf das Beben zu sprechen zu bringen: Es sei kein starkes Beben gewesen, höchstens Stufe fünf; so etwas käme jedes halbe Jahr in <strong>Sichuan</strong> einmal vor.</p>
<p>Natürlich hat dann der <strong>Zug Verspätung</strong>. Natürlich vorerst nur zwanzig Minuten. Natürlich mache ich mir jetzt noch keine Sorgen darüber, ob ich meinen Anschluss in Chengdu erwischen werde. Natürlich wird der Zug nach zwanzig Minuten gecancelt. Natürlich rennen nun alle in dieselbe Richtung davon und natürlich ist ihr Ziel der Busbahnhof, wo sich nun eine ganze Zugladung von Menschen in einen Minibus mit 30 Sitzplätzen zu quetschen gedenkt. Dies ist (natürlich) der Moment, wo meine Sorgen bezüglich des Anschlusszuges sich melden.</p>
<div id="attachment_21264" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_0593.jpg" rel="lightbox[21262]"><img class=" wp-image-21264  " src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/DSC_0593.jpg" alt="Gedränge am Zugbahnhof in Chengdu" width="293" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Gedränge am Zugbahnhof in Chengdu</p></div>
<p>Ungeachtet meines schweren Rucksacks, sprinte ich auf das <em>einzige</em> Taxi zu, das trostlos auf dem titanisch großen Bahnhofsplatz steht. Mein Plan ist, den Busbahnhof vor allen andern zu erreichen, die momentan noch mit der Rückgabe ihres Zugtickets okkupiert sind. Doch das Taxi fährt nicht zum Busbahnhof. Es ist schon vergeben. <strong>Es fährt nach: Chengdu!</strong> Und ein Sitzplatz ist noch frei!</p>
<p>Euphorisiert von so viel Glück, vergesse ich ganz den Fahrpreis auszuhandeln. Als es mir dann in den Sinn kommt, sind wir schon unterwegs, doch der Fahrer ist gnädig und verlangt nur 50% mehr als üblich. Es kümmert mich nicht, Hauptsache ich erwische den Anschlusszug. Meine drei Wegbegleiter haben dasselbe Problem und so rasen wir dahin in Richtung Chengdu.</p>
<p>Im Radio geht es mittlerweile um nichts anderes als das Erdbeben (wenigstens die Medien teilen meinen Fokus) und wir erfahren, dass es Stufe sieben hatte und sich in Ya’an, Lushan County ereignete, das in etwa 200km weit entfernt liegt. Soweit bisher bekannt, soll es kaum Schäden geben, aber ich erinnere mich, dass man das anfangs auch bei dem großen Beben 2008 behauptete.</p>
<h2>Nach all der Hektik bestehen doch noch Chancen auf den Anschlusszug</h2>
<p>Chengdu. Ich beginne mich zu entspannen. <strong>Noch zwei Stunden bis der Zug fährt</strong> und ich stehe bereits in der U-Bahnstation von wo es noch <strong>dreißig Minuten Fahrt bis zum Bahnhof</strong> sind. U-Bahn kommt. Ich steige ein. Und… stehe just wieder vor demselben Schulmädchen mit dem ich am Bahnhof von Dujiangyan ein paar Sätze gewechselt hatte! Solche Zufälle passieren selten in China. Wir unterhalten uns während der U-Bahnfahrt und ich muss erfahren, dass auch sie von dem Erdbeben nicht sonderlich beeindruckt ist. Ihre größte Sorge im Moment ist rechtzeitig zur Mathematikprüfung in die Schule zu kommen.</p>
<p>Als ich am Bahnhof ankomme und vor dem Ticket-Rückgabeschalter eine riesige Menschenansammlung vorfinde, ahne ich Schlimmes. Wider Erwarten wurden <strong>nicht nur die Hochgeschwindigkeitszüge, sondern <em>alle</em> Züge bis auf weiteres angehalten</strong>, da man eine Beschädigung der Schienen befürchtet. Sicher ist sicher, und damit an diesem Tag nicht auch noch ein Zugunglück geschieht, heißt es ein weiteres Mal: Abwarten.</p>
<p>Ich bin einer von vielen, die auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Wiederaufnahme des Reiseverkehrs warten. Ein-, zweimal geht das sanfte Zittern eines Nachbebens durch die Erde, doch die Stadt lässt sich davon nicht aus ihrem Trott bringen, die den Alltagsbetrieb längst wieder aufgenommen hat.</p>
<p>Nur die gestrandeten Zugreisenden auf dem Bahnhofsvorplatz werden mehr und mehr, und wie viele hoffe ich, dass mein Zug überhaupt fährt und nicht schlichtweg gecancelt wird. Soweit ich weiß, bieten Eisenbahnen keine gratis Hotelübernachtungen.</p>
<p>Nach einer Stunde treibt mich die Nervosität ins Bahnhofsinnere. Anstatt sinnlos vor dem Bahnhof zu sitzen, sitze ich nun sinnlos <em>im </em>Bahnhof. Doch <strong>das Blinken meines Zuges auf der Anzeigetafel beruhigt mich</strong>. Vier Stunden lang passiert nichts. Vier Stunden lang steht „ein <em>bisschen</em> verspätet“ neben meinem Zug auf der Anzeigetafel. Dann plötzlich wird die Anzeige schwarz. Muss ich betonen, dass das ein schlechtes Zeichen ist?</p>
<p>Eine weitere Stunde passiert: nichts. Immer mehr Menschen warten auf ihre Züge, von denen unsicher ist, ob sie heute noch fahren werden. Ob sie überhaupt fahren werden. <strong>Niemand weiß Genaues, selbst das Personal nicht.</strong></p>
<h2>Zugglück im Unglück</h2>
<p>Und schließlich erfolgt die alles entscheidende Lautsprecherdurchsage: „Liebe Reisende, Achtung, Achtung! Der Zug mit der Nummer XY ist nun…“ (Trommelwirbel) „…zur Abfahrt bereitgestellt.“</p>
<p><strong>Endlich geht’s weiter!</strong> Von überall springen die Leute auf und eilen zur Ticketkontrolle. Auch mein Zug erscheint wieder auf der Anzeigetafel und nun muss ich nur noch die Lauscher spitzen, damit ich die Durchsage zur Abfahrt nicht verpasse. Als es schließlich weitergeht, ist die Ursache der Verspätung beinahe vergessen. <strong>Genaue Informationen über das Erdbeben werden ohnehin erst in den nächsten Tagen verfügbar sein</strong> und im Moment überwiegt die Erleichterung bezüglich der Wiederaufnahme des Reiseverkehrs.</p>
<p>Mit nicht einmal viereinhalb Stunden Verspätung geht die Fahrt weiter. Noch 38h bis zur Ankunft in Shenzhen. Wieder einmal heißt es an diesem Tag: Teetrinken. Abwarten. Doch anstatt sinnlos am Bahnhof, warte ich nun sinnlos <em>im</em> <em>Zug</em>.</p>
<p><em>Verfasst von Lukas Weber.</em></p>
<p>Ein Erdbeben der Stufe 7 erschütterte letzten Samstag die Provinz Sichuan, gefolgt von einer Vielzahl verheerender Nachbeben. Die Katastrophe forderte bislang 196 Menschenleben, weitere 21 Menschen gelten noch als vermisst. Mittlerweile sind die Straßen in der südwestchinesischen Provinz weitesgehend geräumt und Hilfsgüter finden ihren Weg in die am stärksten zerstörten Gegenden wie Baoxing und die Gemeinde Lushan.</p>
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		<title>Stipendiat erlebt Erdbeben in Sichuan</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 08:36:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lehmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[Sichuan Erdbeben]]></category>

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		<description><![CDATA[20.4.2013, 10:30h, Chengdu Ostbahnhof: Kurz nach 8 Uhr ereignete sich in Lushan, Ya’an, 200km von Chengdu entfernt, ein Erdbeben der Stufe sieben. Im nahegelegenen Dujiangyan erlebte Ihr ergebener Reporter am eigenen Leib, wie für einige Sekunden die Erde zitterte. Soweit bisher bekannt, gibt es keine größeren Schäden, der Reiseverkehr ist jedoch nach dem Sichuan Erdbeben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_21256" class="wp-caption alignleft" style="width: 620px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Strasse.jpg" rel="lightbox[21245]"><img class="size-full wp-image-21256" title="Verwüstung durch das Erdbeben. Quelle: CNS" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Strasse.jpg" alt="Verwüstung durch das Erdbeben. Quelle: CNS" width="610" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Verwüstung durch das Erdbeben. Quelle: CNS</p></div>
<p><strong>20.4.2013, 10:30h, Chengdu Ostbahnhof: Kurz nach 8 Uhr ereignete sich in Lushan, Ya’an, 200km von Chengdu entfernt, ein Erdbeben der Stufe sieben. Im nahegelegenen Dujiangyan erlebte Ihr ergebener Reporter am eigenen Leib, wie für einige Sekunden die Erde zitterte.</strong> <span id="more-21245"></span>Soweit bisher bekannt, gibt es keine größeren Schäden, der Reiseverkehr ist jedoch nach dem Sichuan Erdbeben beeinträchtigt. Züge sind ausgefallen oder fahren mit großer Verspätung, vor den Ticket-Rückgabeschaltern haben sich endlose Schlangen gebildet. Hin und wieder ist ein kleines Nachbeben zu spüren. Während das alltägliche Leben weitergeht, wartet man auf den Bahnhöfen noch auf die Rückkehr zur Normalität.</p>
<p><em>Verfasst von Lukas Weber.</em></p>
<div id="attachment_21257" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Bringt-Wasser.jpg" rel="lightbox[21245]"><img class="size-medium wp-image-21257" title="&quot;Bringt Wasser&quot; Quelle: CNS" src="http://blog.chinatours.de/wp-content/uploads/Bringt-Wasser-300x199.jpg" alt="&quot;Bringt Wasser&quot; Quelle: CNS" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Bringt Wasser&#8221; Quelle: CNS</p></div>
<p>Das verheerende Erdbeben in der Provinz Sichuan hinterließ bisher eine stärkere Verwüstung als zunächst angenommen. Es wurden über 11.000 Menschen verletzt und 188 Menschen starben, weitere gelten als vermisst. Die zum Teil blockierten Straßen erschweren nach dem Sichuan Erdbeben die Zustellung der Hilfsgüter in die großflächig zerstörten Gegenden und Dörfer. Etwa 1,5 Millionen Menschen sind vo dem Erdbeben der südwestchinesischen Provinz betroffen. Weitere Informationen zum Erdbeben in Sichuan folgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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