Mit ‘Kommunismus’ getaggte Artikel


Kunst, Kommerz und Kommunismus

10. Oktober 2009 veröffentlicht in Wegweiser
Garten des Meisters der Netze

Garten des Meisters der Netze

Im Dorf Songzhuang leben einige der bekanntesten Künstler Chinas. Sie testen in ihren Werken die Grenzen dessen aus, was die Regierung erlaubt / Von Cornelia Wolter

In Guolei Yuans Atelier ist es dunkler, als man es vom Arbeitsraum eines Künstlers erwarten würde. Doch genauso chaotisch: überall liegen Pinsel, Farbtuben, stehen Bilder herum – auf einem ist der Künstler zusammen mit Jesus und Mao Zedong zu sehen. „Die Regierung mag mich zwar nicht. Ich kann aber unbehelligt arbeiten, denn einige meiner Freunde sind Funktionäre“, sagt Guolei. Das klingt widersprüchlich, ist aber keineswegs ungewöhnlich in dem kommunistischen Wirtschaftswunderland China.

Guolei deutet auf ein Bild mit dem Titel „Die Redefreiheit betreffend“: Zu sehen sind zwei riesige Mikrofone, die auf einen kleinen Embryo gerichtet sind. Der groß gewachsene Maler wischt sich die Hände an seiner farbverschmierten Jeans ab und sagt: „In China habe ich Ausstellungsverbot, in den USA  uch.“ Es klingt fast ein wenig stolz. Im letzen Jahr wurden seine Bilder noch in den Vereinigten Staaten gezeigt. Dem nackten Mann musste er für die Ausstellung allerdings auf einem seiner Bilder eine Unterhose malen.

Der Maler lebt seit zehn Jahren in Songzhuang, genau wie mehr als 2 000 andere Künstler. Die Gemeinde liegt 40 Kilometer außerhalb  ekingsund besteht aus 47 Dörfern – in 20 davon leben Künstler. Schon 1993 gab es in Peking nahe dem Kaiserlichen Sommerpalast eine ähnliche Künstlerkommune. Als der Platz dort nicht mehr ausreichte, entschieden sich die Kreativen für Songzhuang. Einige wohnen hier, andere kommen nur zum Arbeiten her. Es ist ruhig auf dem Land, die Luft viel besser, die Mieten sind erschwinglich. Seit die Künstler hier sind und die Gemeinde populär wurde, steigen allerdings die Preise: Für ein kleines Haus zahlen Bewohner 1 500 Yuan Miete (etwa 150 Euro) – das ist zwar viel  eniger als in Peking, aber zehn Mal so viel wie noch vor zehn Jahren in Songzhuang. (weiterlesen…)

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Hundertjähriger Traum wird wahr

03. August 2009 veröffentlicht in Wegweiser
Noch bis vor ein paar Jahren hatten es Künstler in China besonders schwer ihre Werke auszustellen oder ihre Arbeit auszuüben. Mit der zunehmenden Öffnung des Landes in den letzten Jahren und dem stetigen Einfluss aus dem Westen hat sich diese Situation für chinesische Künstler geändert. Durch die Austragung der Olympiade 2008 in Peking hat sich der Blick der Welt nun einmal mehr auf das Reich der Mitte gerichtet und stellt es ins Rampenlicht. Der Einfluss der Olympiade in Peking und die damit einhergehenden Hoffnungen der Bevölkerung beschreibt Pascal Brückmann im nachfolgenden Artikel.

798 Factory in Peking

798 Factory in Peking

Neue Freiheiten für die Jugend und die Kunstszene. Die Zukunft nach den Spielen bleibt aber ungewiss./Von Pascal Brückmann

Dieses Stadion, so der Architekt, solle beispielhaft das neue China verkörpern. Herzog: „Ich hoffe, dass dieses Bauwerk für Peking sein wird, was der Eiffelturm für Paris ist.”

Auch Michael Kahn-Ackermann, Leiter des Goethe-Instituts in Peking, ist davon überzeugt, dass die Olympischen Spiele die Stadt nachhaltig verändern werden. „Die derzeitige Aufbruchstimmung ist enorm, man kann sie förmlich mit Händen greifen”, beschreibt er den rasanten Wandel. (weiterlesen…)

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