
Ich drehe mich vor dem Spiegel. „Sehr schick“, sagt die Verkäuferin und grinst. Und doch, die Hose ist unten zu lang, oben zu eng. Der Ausschnitt der Bluse endet kurz überm Bauchnabel und irgendwie macht auch alles dick. Wiedermal endet das geplante Powershopping mit Frustration und Eiscreme. Doch in Shanghai gibt es eine Lösung: die zahlreichen Stoffmärkte, auf denen sich auf mehreren Etagen unzählige Schneider tummeln.
Genüsslich blättere ich durch eine Ausgabe der Vogue und entscheide mich für das Outfit von Seite 66. Mit der Zeitschrift und etwas Bargeld begebe ich mich zum Kleidermarkt. Seide, Kashmir, Baumwolle, Pashmina und alle eben genannten Stoffe mit einem variablen Synthetikanteil. Dazu Filz, Nicky und Leder. Dicke Rollen in allen Farben, die Auswahl ist unendlich. Hosenanzüge, Qipaos, Ledermäntel, Stoffschuhe, Cocktailkleider. Hier ist alles machbar, in jeder Größe, Farbe und Form. Diverse Ausländer blättern in Designerkatalogen und reiben die verschiedenen Stoffe zwischen den Fingern. Ist die Frage des „Was“ beantwortet, muss noch das „Wieviel“ geklärt werden. (weiterlesen…)
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