China Tours Chef Liu Guosheng kommentiert

Seitenwechsel: Quer durch China

Die China Tours Rallye: In 30 Tagen über 5.000 km quer durch China –  vielfältiger und aufregender kann eine Tour kaum sein.

Allein über die Verkehrsverhältnisse könnte ich einen ganzen Roman schreiben: In West-China, an der Grenze zu Kasachstan, musste eines unserer Autos (der Porsche 911) wegen schlechter Straßen auf einen Tieflader gehievt werden. Andere Fahrer waren kurz davor in den Bergen zu kapitulieren – unter großer Anstrengung gelang uns jedoch die Weiterfahrt.

In den Städten Zentralchinas wurde der Verkehr in den Städten mörderisch. Die Fahrer mussten ihre Fahrstile erst denen anpassen, die sie in Actionfilmen gesehen hatten. Alle hatten den Bogen jedoch schnell raus. Bei aller Aufmerksamkeit, die der Verkehr uns abverlangte, staunten wir gleichzeitig über das gut ausgebaute Autobahnnetz in China. Dass das Land noch in der Entwicklung ist, sieht man allein daran, dass neue Straßen in einem rasanten Tempo entstehen.

Gegen Ende der Rallye kommen wir von einem Höhepunkt zum nächsten. Überwältigend waren die Empfänge in Xi’an, Luoyang, Pingdingshan und Wuxi.

Wie Staatsgäste wurden wir begrüßt, wie ein chinesischer Offizieller fühlte ich mich in der modernen Stadt Pingdingshan. An einer Hochbrücke trafen unsere Rallye-Fahrzeuge mit einer Fahrzeugkolonne des Provinzgouverneurs Henans (100 Mio. Menschen leben in der Provinz) zusammen. Ich konnte der Zeremonie aus einem Polizeiwagen, in den ich feierlich geladen worden war, an der Spitze des Trosses beiwohnen und genoss jeden Augenblick dieses besonderen Empfangs. Entsprechend feierlich auch die Stimmung und die Reaktionen der Rallyeteilnehmer.

Die attraktive Bürgermeisterin Pingdingshans schenkte uns später eine tolle Porzellan-Vase einer lokalen Brennerei. Da wir die Vase nicht unter allen 26 Rallyepiloten teilen konnten, beschlossen wir, sie später bei einem Abschiedsessen in Shanghai auf amerikanisch zu versteigern. Jeder bot mindestens 100 Yuan als Einstiegsgebot – derjenige mit dem längsten Atem bekam am Ende den Zuschlag. Sage und schreibe 13.000 Yuan (ca. 1400 Euro) kamen so zusammen. Am Ende hatten wir dann zwei Gewinner: Den glücklichen Vasenbesitzer und ein Kinderheim in Pingdingshan, dem wir das Geld aus der Auktion spendeten.

Für mich persönlich besonders schade, dass meine Mutter dem Spektakel nicht beiwohnen konnte, obwohl sie in Pingdingshan lebt. Leider befand sie sich zum Zeitpunkt unserer Ankunft im Krankenhaus, konnte aber dort die Ereignisse im Fernsehen verfolgen. Ich selbst freute mich, dass ich am Abend noch ein paar Stunden Zeit fand, sie zu besuchen und ihr alles genau zu erzählen. Da hat sie richtig gefreut und ich konnte zufrieden meine Reise fortsetzen!

Auch in Wuxi war der Empfang pompös. Auf dem Taihu See fuhren wir mit einer 9-Mast-Dschunke und standen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dutzend weitere Dschunken und Boote kreisten um uns herum, ihre Besatzungen klatschten uns anerkennend Beifall. So läuft es in China, wenn Helden gefeiert werden.

Die nächste Station war Shanghai, wo unsere Rallye ihr Ende fand – 13.000 km, sieben Länder, unzählbar viele nette und herzliche Begegnungen und Abenteuer am Fließband liegen hinter uns. Selbst für mich, der drei- bis fünfmal im Jahr in China ist, war diese Tour ein besonderes Highlight. Immer was los, immer aufregend und immer schön. Heute grüße ich Sie aus dem wunderschönen Guilin in Südchina. Hier besuche ich unsere China Tours Mitarbeiter, bevor ich mich auf den Weg zurück nach Hamburg mache.

Bis zum nächsten Seitenwechsel

Ihr Liu Guosheng, Guilin, den 13.10.2010

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Für Sie schreibt: China Tours

Ein Kommentar

  1. Habe gerade heute in der Bejing View einen Artikel von der Ankunft der Rallye in Shanghai gelesen! Sehr interessant und eine tolle Sache!

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