China Tours Geschäftsführer Christoph Albrecht

Tischgespräch: ‚Wozu braucht China Tours eine neue Marke, Herr Albrecht?’

Am 12.11.2010 startet mit den ‚Elements of China’ eine Pilotreise in das Reich der Mitte: Gemeinsam Individuell Reisen ist das Motto. Im Interview mit der Fachzeitschrift Travel One erklärt China Tours Geschäftsführer Christoph Albrecht, was es damit auf sich hat und warum das Konzept aufgeht.

Frage: China Tours geht mit einer neuen Marke an den Start. Was wollen Sie mit Elements of China erreichen?

Christoph Albrecht: Unsere Kunden sind meist älter als 50 Jahre und Studienreisende. Wir wollen China jedoch auch für eine jüngere Zielgruppe erschließen, die bisher von den klassischen Gruppenreisen abgeschreckt worden sind und deshalb noch nie in China waren.

Frage: Bedarf es dazu einer neuen Marke?

Christoph Albrecht: Die Studenten der Hochschule Bremen meinten: Ja. Sie vertraten die Meinung, dass wir mit China Tours keine neuen Kunden gewinnen können. Wir bräuchten etwas, das viel progressiver sein könne und müsse als China Tours.

Frage: Wieso fragt China Tours Bremer Studenten nach ihrer Meinung?

Christoph Albrecht: Ich habe an der Hochschule Bremen seit einem Jahr einen Lehrauftrag. Die Studenten sollen unter der Überschrift »Learn of company« betriebswirtschaftliche Zusammenhänge kennenlernen. In meinem Seminar ging es darum, wie neue Wege im Reich der Mitte beschritten werden können. Die Studenten führten Online-Befragungen und Analysen durch und kamen zu dem Ergebnis, dass die Ansprache neuer Kunden innerhalb China Tours nicht funktioniert und dass das Produkt individueller werden muss.

Frage: Bedeutet dies, dass Elements of China Individualreisen veranstaltet?

Christoph Albrecht: Nein. Wir veranstalten auch unter der neuen Marke Gruppenreisen. Individualität ist häufig nur scheinbare Individualität. Man sucht vielmehr das Gemeinsame, ob in der Familie oder der Gruppe. Unsere Teilnehmer sollen gemeinsam individuell verreisen.

Frage: Was verstehen Sie darunter?

Christoph Albrecht: Die Reisen von Elements of China sind sozusagen Reisen auf einem Spielbrett. Die Strecke wird mir vorgegeben, aber nicht, welchen Zug ich mache. Das ist die individuelle Entscheidung des Einzelnen. Die Gruppe fährt zum Beispiel gemeinsam zur Großen Mauer. Dort entscheidet jeder selbst, was er unternimmt. Will er einen Besuch mit Picknick und Sekt? Joggen? Oder zeichnen? Die Gruppe bricht hier auseinander, verbindet sich dann aber wieder. So entsteht eine freiwillige Gruppendynamik.

Frage: Das erinnert an Studiosus. Ist Ihr Angebot mit den Extratouren der Münchener vergleichbar?

Christoph Albrecht: Es gibt durchaus vergleichbare Elemente. Individualität ist bei uns aber keine Extratour, sondern Bestandteil der Reise. Es entstehen keine extra Kosten. Es handelt sich um ein Wechselspiel zwischen gemeinsamen und individuellen Erlebnissen. Es gibt pro Tag etwa sechs Angebote, die jeder losgelöst von der Gruppe unternehmen kann. Und unsere gemeinsamen Unternehmungen sind oft anders als klassische Ausflüge.

Frage: Inwiefern?

Christoph Albrecht: Wir haben Ausflüge von einem Spieleentwickler ausarbeiten lassen und kooperieren mit einem Navigationsunternehmen. Die Reisenden können dadurch aktiv sein, sie sind Teil der Umgebung – und folgen nicht nur passiv einem Reiseleiter. Das Ganze hat einen leichten Wettkampfcharakter. In Shanghai, zum Beispiel, gehen die Teilnehmer auf Jagd nach Mr. X, in Anlehnung an das Gesellschaftsspiel »Scotland Yard«.

Frage: Welche Resonanz erhoffen Sie sich?

Christoph Albrecht: Unsere Pilotreise im November ist ausverkauft. Bis auf einen Teilnehmer hat niemand China Erfahrung. Nächstes Jahr starten wir mit einer Reise, an zwölf Terminen.

Frage: Nach dem Ende Ihrer Kooperation mit Thomas Cook: Wie wichtig ist das Reisebüro für Sie als Vertriebsweg?

Christoph Albrecht: Wir haben durch Thomas Cook einen guten Zugang zum Reisebürovertrieb erhalten und wollen auch weiterhin mit allen Agenturen zusammenarbeiten. Doch nicht mehr unter der Marke Thomas Cook, sondern wir wollen als China Tours unsere Kompetenz allen zukommen lassen.

Das Interview führte Petra Hirschel

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2 Kommentare

  1. Sehr Interessantes Interview, sehr informativ. vor allem die einbeziehung der studenten. so eine gruppenreise macht bestimmt sehr viel spaß. das hat schon einen charakter von abenteuer urlaub.

  2. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir sind voller Vorfreude und sehr gespannt auf unsere Pilotreise ab dem 12. November. Auf unserer neuen Internetseite können Sie die Ereignisse in China live verfolgen.

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