Verbotene Stadt: Pekings Kaiserpalast

Die Besichtigung der Verbotenen Stadt gehört definitiv zu einem der Highlights bei einem Besuch Pekings. Jeden Tag wird die alte Palastanlage, die 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, von Tausenden von Besuchern besichtigt. Und nicht nur von ausländischen Besuchern, denn für die meisten Chinesen ist es ein Traum neben dem Platz des Himmlischen Friedens und der Großen Mauer mindestens auch einmal im Leben die Verbotene Stadt zu besuchen. Und das zu Recht, denn bei einem Besuch des alten Kaiserpalastes kommen Sie aus dem Staunen nicht mehr heraus und Sie fühlen sich in die Kaiserzeit zurückversetzt.

“Verbotene Stadt”

Der ehemalige Kaiserpalast in Peking erhielt den Namen „Verbotene Stadt“, da Besuchern zu Kaiserzeiten der Zutritt strengstens untersagt war. Erst im Jahre 1924, nachdem die letzte kaiserliche Familie die Anlage verlassen hatte, wurde sie der Öffentlichkeit zur Besichtigung freigegeben. Die sehr aufwendigen Renovierungsarbeiten sind bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht ganz abgeschlossen, sodass einige Teile des Kaiserpalastes zurzeit noch nicht besichtigt werden können.

Für einen ausführlichen Besuch der komplexen Palastanlage sollten Sie etwa einen halben Tag einplanen. Die Anlage ist allein durch ihre Größe schon sehr beeindruckend und es gibt unheimlich viel zu entdecken. Um die Hintergründe und die Bedeutung der einzelnen Höfe und Hallen mit ihren entsprechenden Symboliken zu verstehen, bietet es sich an ein Reisehandbuch mit einer detaillierten Beschreibung der Verbotenen Stadt mitzubringen. Eine andere sehr praktische Möglichkeit ist auch, sich gegen eine kleine Gebühr am Eingang einen Audio-Guide auszuleihen. Dieser ist inzwischen in über 20 Sprachen erhältlich und Sie bekommen alle interessanten Fakten über den Pekings Kaiserpalast verständlich erklärt. Ebenfalls bieten viele lokale Reiseführer direkt am Eingang ihre Dienste an, meist jedoch nur in chinesischer oder englischer Sprache. Beim Planen des Besuches ist zu beachten, dass die Verbotene Stadt normalerweise aufgrund von Renovierungsarbeiten montags komplett geschlossen ist.

9.999 Räume

Wenn Sie sich das erste Mal einen Stadtplan Pekings anschauen, fällt direkt auf, dass die Verbotene Stadt den Mittelpunkt der Stadt bildet. Von diesem zentralen Punkt aus regierten über 500 Jahre lang insgesamt 24 verschiedene Kaiser der Ming- (1368 bis 1644) und Qing-Dynastien (1644 bis 1911). Der alte Kaiserpalast umfasst insgesamt 720.000 m² und ist von 10 Meter hohen Mauern umschlossen. Die Errichtung hat damals ganze 14 Jahre in Anspruch genommen und Tausende von Arbeitern und Künstlern waren am Bau beteiligt. In der Verbotenen Stadt gibt es exakt 9.999 Räume. Legenden nach war es nämlich lediglich dem Himmel gestattet, Paläste mit 10.000 Räumen zu besitzen. Somit musste sich der „Sohn des Himmels“, wie der Kaiser früher bezeichnet wurde, sich mit einem Raum weniger zufriedengeben.

Rundgang durch die Verbotene Stadt

Es bietet sich an, den ehemaligen Kaiserpalast durch das „Mittagstor“ zu betreten, welches im Süden der Anlage liegt. Dieses erreichen Sie durch das Tor des Himmlischen Friedens (Tian‘anmen-Tor), welches mit dem großen Porträt von Mao Zedong als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt. Das Tor des Himmlischen Friedens befindet sich direkt gegenüber des Platzes des Himmlischen Friedens (Tian‘anmen-Platz).

Umgeben ist die Verbotene Stadt vom „Goldwasserfluss“, der mit ca. 2.000 m – teilweise unterirdisch – die gesamte Anlage umfließt. Unmittelbar vor dem Tor des Himmlischen Friedens wird der Kaiserpalast von insgesamt fünf Brücken aus weißem Marmor überspannt, die mit aufwendigen Drachenmustern verziert sind. Die mittlere der Brücken, die sogenannte „Kaiserbrücke“, war ausschließlich dem Kaiser persönlich vorbehalten. Die Prinzen durften die beiden Brücken neben dieser benutzen und über die äußeren beiden durften Generäle und Beamte die Anlage betreten.

Nachdem Sie das Tor des Himmlischen Friedens durchquert haben, laufen Sie direkt auf den südlichen Haupteingang der Palastanlage, das sogenannte Mittagstor, zu. Hinter dem Mittagstor teilt sich die Verbotene Stadt in die inneren und die äußeren Höfe. Der äußere Hof war der „offizielle“ Bereich, wo der Kaiser wichtige Zeremonien und Feste abhielt sowie seinen Regierungstätigkeiten nachging. Der innere Teil hingegen war ausschließlich der kaiserlichen Familie und dem Hofstaat vorbehalten. Der Kaiserliche Garten, der sich auch in diesem Teil befindet, liegt direkt hinter dem Palast der irdischen Ruhe. Diese mit vielen tollen Details angelegte Erholungsstätte durften ausschließlich die Kaiser sowie deren Frauen und Konkubinen betreten. Zwischen Zypressen und Kiefern finden Sie dort große Steinfelsen und Pavillons. Durch die Gartenanlage schlängelt sich ein Steinweg, auf dem Sie Hunderte von kunstvollen Mosaiken entdecken können.

Die Restaurierung der gesamten Palastanlage wurde mit viel Sorgfalt betrieben. Die vielen kleinen Details innen und außen der Gebäude sowie die farbenfrohen Bemalungen sorgen dafür, dass Sie aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Alles wurde mit viel Arbeit und detailgetreu wieder hergerichtet und kann nun von den Besucherströmen bestaunt werden. Bei dem Errichten und Verzieren der Gebäude wurde damals nichts dem Zufall überlassen: Hinter jedem noch so kleinen Detail steckt eine Bedeutung, bei denen sowohl die Formen, Farben als auch die Zahlen eine wichtige Rolle spielen. Beispielsweise stand die Farbe Rot in China schon immer für Glück und Erfolg, Gelb war die Farbe des Kaisers. Beide Farben dominieren die eindrucksvolle Palastanlage und verleihen ihr eine ganz besondere Ästhetik.

Verbotene Stadt aus der Vogelperspektive

Wer die Verbotene Stadt nach seinem Besuch durch das nördliche Tor verlässt, dem bietet es sich an danach noch den sogenannten „Kohlehügel“ (Jing Shan Park) zu besuchen. Die schön gestaltete Parkanlage, die sich direkt gegenüber der Palastanlage befindet, bietet eine wundervolle Sicht auf den ehemaligen Kaiserpalast. Vom „Pavillon des ewigen Frühlings“ aus, dem höchsten Punkt, werden Ihnen die eigentlichen Ausmaße der Anlage erst richtig bewusst. Darüber hinaus eignet sich die Vogelperspektive perfekt, um zum Abschluss noch tolle Erinnerungsfotos zu schießen.

Anreise & Öffnungszeiten

Wenn Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, bietet es sich an die U-Bahn zu nehmen. Die beiden Haltestellen der U-Bahn-Linie 1 „Tian An Men Xi Zhan“ (westliche Haltestelle des Tian‘anmen-Tores) oder und „Tian An Men Dong Zhan“ (östliche Haltestelle des Tian‘anmen-Tores“) befinden sich unmittelbar zwischen dem Tian’anmen-Platz und dem Tian’anmen-Tor.

Die Verbotene Stadt ist von April bis Oktober von 8:30 bis 17:00 Uhr und von November bis März 8:30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt ab 40 Yuan, umgerechnet 4,85 Euro (Stand: 07.02.14).

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Für Sie schreibt: Jasmin Schüller

Auslandsreporterin

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