Tianjin: Pekings unbekannter Nachbar

Tianjin liegt ca. 80 km südöstlich von Peking und gehört mit etwa 11 Millionen Einwohnern zu einer der größten Städte Chinas. Aufgrund der Nähe zu Peking und der einfachen Anreise lohnt sich ein Besuch Tianjins bereits für einen Tagesausflug.

Doch die Stadt hat auch genug zu bieten, um dort mehrere Tage zu verweilen. Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele 2008 wurde zwischen Peking und Tianjin eine Schnellzugstrecke eröffnet, sodass man die Stadt in nur 30 Minuten erreichen kann. Die Tickets dafür können entweder im Voraus an einem der vielen Ticketschalter der Stadt, oder auch direkt am Pekinger Südbahnhof erworben werden.

Tianjin ist eine Hafenstadt. Sie gilt als Industriezentrum und hat zudem auch noch einige wichtige Universitäten. Darüber hinaus bietet sie jedoch auch viele Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnenswert machen. Einige der Highlights der Stadt möchten wir Ihnen vorstellen.

Entdeckungstour in der Altstadt Tianjins

Obwohl die Stadt auf den ersten Eindruck wie eine moderne Großstadt wirkt, hat sie doch wie die meisten chinesischen Städte auch eine lange und interessante Geschichte aufzuweisen. Die Altstadt von Tianjin hat zum Beispiel eine mehr als 600 Jahre alte Geschichte und es gibt dort viele gut erhaltene Gebäude des 19. Jahrhunderts zu sehen. Bei einem Spaziergang durch die Straßen der Altstadt bekommen Sie einen guten Eindruck davon, wie sich das Leben hier früher abgespielt hat. Die Fußgängerzone Gulou befindet sich im Zentrum der Altstadt, wo es noch viele traditionelle Bauten aus der Ming- und Qing-Dynastie gibt. Neben Schmuck und Antiquitäten können Sie dort auch viele handwerklich gefertigte Produkte entdecken. Auch die alte Kulturstraße im nordöstlichen Teil der Altstadt sollten Sie unbedingt besuchen, denn auch hier gibt es in den vielen kleinen Läden unheimlich viel zu entdecken und bestaunen.

Auf der anderen Seite des Hai He-Flusses, nur ein Stückchen weiter nördlich, finden Sie die katholische Wanghailou-Kirche („Kathedrale Notre Dame des Victoires“), die im Jahre 1904 erbaut wurde. Diese Kirche hat eine lange und nicht einfache Geschichte, denn sie ist bereits die dritte Kirche an dieser Stelle. 1869 wurde an dieser Stelle der Bau der ersten katholischen Kirche Tianjins fertiggestellt. Nur ein Jahr später, im Jahre 1870 während des Tianjin-Massakers, wurde sie zerstört. Nach dem Wiederaufbau kam es zu einer erneuten Zerstörung im Jahre 1900 während des Boxeraufstandes und später im Jahre 1976 fügte ein großes Erdbeben dem Gebäude großen Schaden zu. 1983 wurde dann das aktuelle Bauwerk errichtet und steht seit 1988 auf der Liste der Denkmäler Chinas.

Die Residenz des letzten Kaisers von China

Lohnenswert ist auch ein Besuch der ehemaligen Residenz Pu Yi´s, des letzten Kaisers von China. Der chinesische Name der Residenz „Jingyuan“ bedeutet „Garten der Stille“. Die 1921 erbaute Villa befindet sich in dem internationalen Viertel Tianjins. Im Jahre 1929 zog Pu Yi hier mit seiner Frau ein und blieb insgesamt zwei Jahre dort wohnen. Der im spanischen Stil gehaltene Ziegelbau ist von innen komplett mit Holz verkleidet und der schön angelegte Garten lädt zum Verweilen ein. Inzwischen wurde die Villa zu einem Museum umgebaut und man bekommt dort einen guten Eindruck, wie Pu Yi und seine Frau dort gelebt haben. Das ebenfalls restaurierte Herrenhaus liefert mit seiner ständigen Fotoausstellung über das Leben von Pu Yi viele interessante Informationen.

Buddhistischer Tempel

Der aus der Qing-Dynastie stammende Dabei Yuan-Tempel („Tempel des großen Erbarmens“) ist der größte, älteste und am besten erhaltene buddhistische Tempel Tianjins. Er gliedert sich in den West- und den Ost-Tempel. Der West-Tempel wurde im Jahre 1658 und während seiner Geschichte mehrere Male zerstört und wieder aufgebaut. Der Ost-Tempel erstand erst im Jahre 1940.

Im und auch um den Tempel herum ist es sehr lebhaft. Viele Händler bieten außerhalb des Tempels ihre Waren wie zum Beispiel Räucherstäbchen an, die dann im Tempel verbrannt werden. Die gläubigen Buddhisten hoffen, dass die Gebete und Wünsche somit in den Himmel aufsteigen und erhört werden. In der großen Halle in der Mitte des Klosters können Sie zahlreiche Statuen aus Bronze, Eisen, Holz und Stein bewundern.

Große Mauer bei Tianjin

Wagen Sie sich in luftige Höhen auf einem nahezu unbekannten Abschnitt der Großen Mauer. Etwa 30 Kilometer nördlich von Tianjin befindet sich der Abschnitt Huangyaguan („Gelbes Kliff“) der Großen Mauer. Ein Besuch ist wirklich lohnenswert, da in diesem Abschnitt der Mauer viele Signal-, Wasser- und Wachtürmen zu besichtigen sind. Da er sich auf einem Hügelkamm befindet, gibt es dort viele sehr steile Abschnitte, die einen in schwindelerregende Höhen führen. Belohnt werden Sie dafür mit atemberaubenden Ausblicken auf die umliegenden Berglandschaften, der Ihren Ausflug nach Tianjin mit einem weiteren Highlight abrunden wird.

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Für Sie schreibt: Jasmin Schüller

Auslandsreporterin

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