Die Yin Ruinen in Anyang

Yin war einst die Hauptstadt der Shang Dynastie (circa 1.600 – 1.000 v. Chr.) während der Bronzezeit und befand sich im Nordwesten der Provinz Henan. Die Shang Dynastie war eines der mächtigsten Reiche Ostasiens während der Bronzezeit. Die prächtige Hauptstadt hielt sich über acht Generationen, insgesamt 225 Jahre lang. Erst der Angriff des Königs Wu im 11. Jahrhundert v. Chr. beendete die Epoche der Shang Dynastie schlagartig. Die Bürger flohen aus der Stadt und die Stadt verfiel in kürzester Zeit. Die größten Teile der Ruinen von Yin wurden in den heutigen Dörfern Xiao Tun und Hua Yuan Zhuang an den Ufern des Flusses Huan He gefunden. Diese befindet sich unweit der heutigen Stadt Anyang. Im Jahr 2006 wurden die Ruinen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Orakelknochen – die ersten Zeugnisse chinesischer Schrift

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden hier einige der sogenannten „Orakelknochen“ gefunden. Diese wurden zur damaligen Zeit zur Weissagung verwendet. Auf ihnen fand man die ersten Zeugnisse der chinesischen Schrift. Bisher wurden circa 4.500 verschiedene Schriftzeichen identifiziert, von denen man bereits mehr als ein Drittel entziffert hat. Sie gelten als früheste Versionen der heutigen chinesischen Schrift. Inzwischen wurden über als 20.000 dieser Orakelknochen entdeckt. Meist handelt es sich dabei um Schildkrötenpanzer oder um Schulterblattknochen von Rindern, in welche Wahrsagern anschließend verschiedene Botschaften einritzten, um die Zukunft vorauszusagen.

Der Bereich mit den Ruinen der Stadt Yin, im Chinesen „Yin Xu“ genannt, umfasst eine Gesamtfläche von 36 Quadratkilometern. Auf der Anlage wurden seit 1928 mehr als 80 Paläste und Klöster, zwölf Kaisergräber, eine große Anzahl an Opferhöhlen sowie Zehntausende Objekte aus Bronze, Jade, Keramik und Stein gefunden. Unter diesen Funden befanden sich auch Sonnen- und Mondkalender. Die Ausgrabungen und Funde sind ein Beweis dafür, dass es sich um eine hoch entwickelte Gesellschaft aus der Bronzezeit handelte.

In der Nähe von Anhang, im Dorf Xiao Tun, fanden Archäologen im Jahr 1976 das vollständig erhaltene Grab von Fu Hao. Fu Hao war die Ehefrau von Wu Ding, ein König der Shang Dynastie, der über 59 Jahre lang über an der Macht war. Als Grabbeigaben fand man insgesamt fast 7.000 Kaurimuscheln, die in der damaligen Zeit als Zahlungsmittel verwendet wurden, sowie 1.928 verschiedene Objekte, darunter Hunderte von bronzenen Gefäßen und Objekte aus Jade.

Tauchen Sie ein in die Geschichte einer jahrtausendealten Kultur

Der Besucherbereich unterteilt sich in zwei Hauptbereiche: den königlichen Palast und den königlichen Friedhof. Im Bereich des ehemaligen Palastes befinden sich mehrere Ausstellungen sowie ein Museum. Da bietet es sich an, dass Sie ihren Rundgang mit einem Besuch des Museums beginnen. Hier erfahren Sie eine Menge über das Leben der damaligen Zeit in der Stadt Yin. Bei einigen der ausgestellten Orakelknochen finden Sie auch die zugehörige Übersetzung in Englisch. Der Bereich des Friedhofs liegt etwa fünf Kilometer vom Palast entfernt, aber es stehen Transportmittel zur Verfügung, die im Ticketpreis mit enthalten sind. Hier können Sie einige der freigelegten Gräber sowie deren Grabbeigaben besichtigen.

Insgesamt ist ein Besuch wirklich lohnenswert, da Sie hier die Chance haben etwas über die Anfänge der chinesischen Kultur zu erfahren.

 

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Für Sie schreibt: Jasmin Schüller

Auslandsreporterin

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