Lhasa – das Land der Götter

Lhasa bedeutet in der tibetischen Sprache das Land der Götter oder das Land Buddhas und ist die Hauptstadt Tibets, einem autonomen Gebiet der Volksrepublik China. Die Stadt befindet sich auf einer Höhe von etwa 3.650 Metern in den Nyainqentanglha Bergen im Süden Tibets. Mit dieser beeindruckenden Höhe gilt sie als eine der höchsten Städte der Welt. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts ist Lhasa die verwaltende und religiöse Hauptstadt Tibets.

Das Zentrum des tibetischen Buddhismus befindet hier in der Hauptstadt, sowie auch viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen der Potala Palast, der Jokhang Tempel und der Norbulingka Palast. Doch nicht nur die religiösen Sehenswürdigkeiten locken Touristen nach Lhasa. Auch die Abgeschiedenheit in den luftigen Höhen macht die Stadt zu einem interessanten Reiseziel. Hinzu kommt die tausendjährige Geschichte, die eine spirituelle Welt einer fremden Kultur bereithält. Eine einzigartige Landschaft und spektakuläre Monumente garantieren somit einen unvergesslichen Aufenthalt.

Potala Palast

Der Potala Palast 布达拉官 ist mit Sicherheit das bekannteste Gebäude Tibets. Das eindrucksvolle Monument war die Residenz des Dalai-Lama und gehört zum UNESCO Welterbe. Aufgrund des tibetischen Aufstandes im Jahr 1959 war der 14. Dalai-Lama gezwungen den Potala Palast zu verlassen. Seitdem stellt der Palast in seiner gegenwärtigen Funktion ein Museum dar. Der Palast trägt den Namen des Berges, auf dem er steht. Laut der tibetischen Mythologie war der Berg Potalaka die Wohnstätte des Bodhisattwa Avalokitesvara. Im Jahr 1646 begann der 5. Dalai-Lama mit dem Bau des Konstruktes, nachdem sein geistlicher Berater Konchog Chophel den Ort zwischen dem Depung und Sera Kloster als perfekten Regierungssitz bestimmt hatte.

Lhasa
Das Monument – der Potala Palast

Das Gebäude misst von Osten nach Westen eine Länge von 400 Metern und von Norden nach Süden eine Breite von 350 Metern. Die Wände bestehen aus drei Meter dickem Gestein. Am Fundament betragen diese sogar fünf Meter. Zusätzlich befindet sich eingelassenes Kupfer im Fundament, um Erdbeben zu widerstehen. Während der Außenbau drei Jahre beanspruchte, benötigte der Innenausbau inklusive Möblierung insgesamt 45 Jahre. Der Dalai-Lama und seine Regierung zogen 1649 in den Potrang Karpo, was mit weißer Palast zu übersetzen ist. Der Potrang Marpo „Rote Palast“ entstand erst Jahre später zwischen 1690 und 1694.

Jokhang

Der Jokhang 大昭寺 ist unter zahlreichen Namen bekannt, bitte wundert euch also nicht, falls ein anderer Begriff fallen sollte. Die heilige Stätte ist ein buddhistischer Tempel in Barkhor in Lhasa. Im Glauben der Tibeter ist der Tempel der heiligste und wichtigste Tempel in Tibet. Gegenwärtig untersteht die Stätte der Leitung der Gelug-Schule. Diese akzeptieren Verehrer aus allen buddhistischen Richtungen. Die Architektur ist besonders interessant, da sie den indischen Vihara-Stil und die Stile aus Tibet und Nepal ineinander vereint. Genau wie der Potala Palast zählt der Jokhang zu den UNESCO Welterben.

Die Geschichte der Entstehung

Das tibetische Volk betrachtete sein Land als Wesen, das von dem weiblichen dämonischen Wesen Srin Ma kontrolliert wurde. Die Dämonin stellte sich der Verbreitung des Buddhismus in Tibet entgegen. Um ihr einen Strich durch die Rechnung und ihre Intentionen zu machen, entwickelte der damalige und erste König Tibets Songtsen Gampo einen Plan. Dieser Plan sah den Bau von insgesamt 12 Tempelanlagen im gesamten Land vor. In drei Phasen ließ er zuerst Zentraltibet mit vier Tempeln bebauen, den sogenannten „vier Hörnern“. In der zweiten Phase folgten vier weitere Tempel in den Außenbezirken und in der dritten Phase vier Tempel an den Landesgrenzen. Der Jokhang Tempel stellte den Abschluss dar und entstand im Herzen des Srin Ma, um die Unterwerfung des dämonischen Wesens abzuschließen.

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Jokhang Tempel

Der Jokhang Tempel bemisst eine Fläche von 2,51 Hektar und umfasst unter anderem acht Räume und zwei Etagen, in denen heilige Schriften und Skulpturen Buddhas liegen und stehen. Im Jahr 1409 während der Ming-Dynastie wurde das Gebäude erweitert. Die zweite und dritte Etage der Buddha-Halle und der Anbau entstanden im 11. Jahrhundert. Die viergeschossige Buddha-Halle stellt den Hauptteil des Gebäudes dar.

Norbulingka Palast

Norbulingka (UNESCO Welterbe) ist ein Palast mit einem umliegenden Park in Lhasa. Seit 1780 diente das Anwesen den aufeinanderfolgenden Dalai-Lamas als Sommerresidenz bis der 14. Dalai-Lama ins Exil flüchten musste. Das Gebäude, das der 7. Dalai-Lama erbaute, diente als Verwaltungs- und Religionszentrum. Noch heute repräsentiert die einzigartige Architektur den tibetischen Palastbau. Das 39 Hektar große Areal des Norbulingka Palastes liegt im Westen Lhasas und gilt als der größte Garten in Tibet, der durch Menschenhand entstand.

Der Nobulingka Palast der Dalai-Lamas entstand 100 Jahre nachdem der Bau des Potala Palastes endete. Sein Standort liegt nur wenig westlich vom Potala entfernt, damit der Dalai-Lama es im Sommer nicht zu weit in die Sommerresidenz hatte. Auch der gegenwärtige 14. Dalai-Lama residierte dort, bevor er nach Indien fliehen musste. Der vom 7. Dalai-Lama erbaute Palast besitzt als Sommerresidenz natürlich einen Garten. Dieser umfasst eine Fläche von 3,6 km². Davon bedeckt ein dichter Wald 3,4 km². Es heißt, dass es sich um den „höchsten Garten“ der Welt handele.

Lhasa
Der Norbulingka Palast mit Gartenanlage

Während der Kulturrevolution erlitt der gesamte Komplex leider großen Schaden. Doch dann beschloss das Zentralkomitee der chinesischen Regierung, den Bau zu restaurieren und zu seinem alten Glanz zu verhelfen. Dafür setzte die chinesische Regierung umgerechnet 8,14 Millionen US-Dollar ein. 2001 ernannte die UNESCO den Norbulingka Palast nicht nur zum Weltkulturerbe, sondern die staatliche Tourismusverwaltung Chinas ernannte Norbulingka zusätzlich zu einer „AAAA-Sehenswürdigkeit“.

Eine Reise mit Hürden

Lhasa ist ein Zentrum des Glaubens und bietet auf der tibetischen Hochebene eine äußerst sehenswerte Szenerie. Besucher erfahren hier viel über den Buddhismus und die chinesische Kulturevolution, gleichzeitig sind sie dem Himmel so nah wie nirgendwo auf der Welt. Schließlich ist Tibet auch die Heimat des Himalaya, den die Einheimischen Qomolangma nennen.

Doch so atemberaubend Lhasa ist, genauso schwer gestaltet sich die Reise dorthin. Denn Besucher benötigen eine Sondergenehmigung in das autonome Gebiet Tibet. Diese heißt Tibet Travel Permit und lässt sich in akkreditierten Reisebüros beim tibetischen Fremdenverkehrsamt beantragen. Grundsätzlich gilt, dass die Erlaubnis nicht an Alleinreisende ausgegeben wird. Daher sollten sich Besucher in Gruppen nach Tibet begeben. Des Weiteren müssen die Reisebüros einen Reiseführer und einen Fahrer für den gesamten Aufenthalt der Gruppe organisieren. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und der lohnt sich, begangen zu werden.

Entdecken Sie unsere Gruppenreise „China mit Tibet“.

Für Sie schreibt: Patrick Müsker

Sinologe M.A., Übersetzer,
Interkulturelle Beratung,
Delegationsbetreuung, Blog-Redakteur

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