Reisebericht aus dem Reich der Mitte – China für Entdecker

Dieser Reisebericht aus China wurde verfasst von Reinhard Helle.

Ein Traum seit Jahren… Gebucht vor einigen Monaten… Sechs Wochen vor der Reise die Visa beantragt… Dann ist es endlich soweit: Unser Abenteuer China beginnt und damit der zweite Teil unserer neuen Zeitrechnung: „Vor China“ – „In China“ – „Nach China“.

Ein Land, das überrascht – Willkommen in China

Unmittelbar nach der Landung in Peking beginnen für uns die Überraschungen, die sich – wie könnte es anders sein – durch die Reise ziehen werden. Und das ist auch gut so. Was wäre eine solche Reise ohne Überraschungen?! Zunächst müssen alle Passagiere an extra dafür bereitgestellten Automaten in Verbindung mit dem jeweiligen Reisepass ihre Abdrücke von allen 10 Fingern einlesen lassen. Auf dem Weg zur Passkontrolle steht ein Schild: „Gehen Sie bitte langsam, Ihre Körpertemperatur wird gemessen.” Was wäre wohl bei erhöhter Körpertemperatur geschehen? Bei der Pass- und Visakontrolle werden nochmals alle 10 Fingerabdrücke eingelesen. Nach einem tiefen Blick des Zollbeamten in unsere Augen und der Überprüfung eines Fotos durch das Gesichtserkennungsprogramm öffnet sich die Sperre: China lässt uns eintreten! Auch wenn die Kontrollen damit natürlich noch lange nicht abgeschlossen sind – in den nächsten drei Wochen werden wir gefühlte 25 Mal durch solche Programme gescannt und fotografiert.

Schnell notiere ich die Anzahl in meinem Reisebericht für Zuhause.

Eine (Verkehrs-) Welt für sich – Vorsicht auf Chinas Straßen

Was uns schon in den ersten Tagen dieser Reise immer deutlicher wird, ist, dass dieser China-Ausflug ganz sicher keine langsame, reflektierte Reise, sondern eine intensive Entdeckungsfahrt in kurzen Intervallen mit jeweils unzähligen Eindrücken sein wird. Die vielen Erlebnisse, die Tag für Tag auf uns warten, kann man eigentlich gar nicht in einem Text aufschreiben. Ihr braucht ein Beispiel? Allein zum Thema „Verkehr und Mobilität“ gibt es unzählige Erkenntnisse, die uns in den vergangenen Wochen eingeholt haben, sodass dieser Bericht, würde ich alles erfassen wollen, von nichts anderem mehr handeln würde. Ein Zitat eines chinesischen Verkehrsteilnehmers, das ich dann aber nicht vorenthalten möchte, lautet (übersetzt): „Ampeln sind in Deutschland definitiv, in Italien alternativ und in China dekorativ.“

Klar im Vorteil: Verkehrsteilnehmer mit Hupe – Ein Reisebericht
Klar im Vorteil: Verkehrsteilnehmer mit Hupe

Es gibt viel zu entdecken – Mehr Stoff für den Reisebericht

Auch wenn wir gern individuell reisen, für China ist es vielleicht erstmal besser, sich organisiert zu bewegen. Und so sind wir von den Vorzügen dieser Reise überzeugt: Wir besuchen sowohl große als auch kleine und kleinste Städte – Peking und Shanghai warten auf uns genauso wie Datong, Guilin, Xi’an, Xiamen, Suzhou und noch unzählige mehr. Wir lernen an einigen Stellen das Leben auf dem chinesischen Land kennen und übernachten in großen Hotels sowie einfachen Gasthäusern. An manchen Tagen erwartet uns ein volles Programm und an einigen Tagen auch die Zeit, die Städte und das Land auf eigene Faust zu erkunden.

Wir erleben (natürlich) viele touristische Highlights. Immer wenn wir ankommen, sind schon unzählige Chinesinnen und Chinesen vor Ort. Aber der Veranstalter China Tours hat auch einige Sequenzen eingebaut, in denen wir tatsächlich allein oder zumindest fast allein sind. Hao Lei, unser Reiseleiter, schafft es außerdem immer wieder, uns selbst bei großem Andrang an den besten Stellen und Orten zu platzieren. Zielsicher dirigiert er uns dorthin, wo wir trotz der Massen von Menschen unseren Standort behaupten können. Allein das ist schon eine bemerkenswerte Leistung, denn er findet immer die ruhigsten Plätze. Diese merken wir uns für meinen Reisebericht. Wir lernen, dass viele Chinesen gemeinsam laut sein können, dass sie laute Menschenmassen offenbar auch mögen und sehr gern in großen Gruppen reisen. In einem Land mit derart vielen Menschen sind intime Distanzen relativ.

Touristen im Sommerpalast – Ein Reisebericht
Touristen im Sommerpalast

Ein Monument der chinesischen Geschichte – Die chinesische Mauer

Einer der zahlreichen Höhepunkte der Reise ist der Besuch der Großen Mauer, die wir vorher unzählige Male auf Bildern gesehen haben. Sie ist in der Realität – selbstredend – wesentlich eindrucksvoller. Vom Ausgangspunkt in Badaling gehen wir zur Linken auf die Mauer hinauf, die chinesischen Touristen orientieren sich nach rechts. Erstmal sind wir irritiert: Wir sind auf unserem Abschnitt jetzt fast allein, während der andere Abschnitt beinahe überquillt. Was wir erst später merken: Der linke Zugang liegt deutlich tiefer und der Aufstieg ist außerordentlich steil! Wir kommen am Ende des Tages deshalb so (ganz) langsam an unsere Grenzen. Aber es hat sich gelohnt, diese Mauer hat was!

Die Große Mauer – Ein Reisebericht
Die Große Mauer

Interessierte Einheimische – Blond und groß ist hier gefragt

Am Hauptbahnhof in Peking erleben wir erstmalig richtige Menschenmassen – mit der Betonung auf „Massen“. Bahnhöfe dürfen in China nur von Personen betreten werden, die vorher ein Zugticket gelöst haben. Gewartet wird nicht am Gleis, sondern in Wartesälen. Tatsächlich wird man erst kurz vor oder sogar erst nach dem Eintreffen des Zuges zum Bahnsteig vorgelassen. Das ist dann noch mit Pass-, Fahrkarten- und Gepäckkontrollen verbunden, die es in sich haben. Unser Wartesaal war zunächst ganz schön voll, dann wurde es sehr voll. Am Ende kann man nur von rappelvoll sprechen. Diese Eindrücke finden natürlich auch ihren Platz in meinem Reisebericht.

Ich habe Glück: Bei einer Körperlänge von 1,90 m habe ich bei den mitwartenden Chinesen immer „die Übersicht“ behalten. Aber das Warten in diesen Räumen brachte weitere Überraschungen für uns mit sich. Martina mit ihrem blonden Haar und ich mit meiner Länge – also eindeutig als Nichtchinesen identifizierbar – mutierten zu sehr begehrten Fotomotiven. Gerade Chinesen vom Land haben nämlich auch heute noch selten Gelegenheit, Ausländer zu sehen und zu erleben. Und so zieren wir heute wahrscheinlich zahlreiche chinesische Fotoalben mal allein, mal gemeinsam mit Chinesen.

 

Der Zweite Teil dieses Reiseberichtes erscheint am 12.10.2018

Anna Brückner

Für Sie schreibt: Anna Brückner

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