Unterwegs in Shanxi – von Datong nach Peking

Unsere Mitarbeiterin Ulrike Löhrl war in China unterwegs. Nach dem ersten Teil ihres Reiseberichts „Unterwegs in Shanxi – Wiege der chinesischen Kultur“ folgt hier die Fortsetzung über Datong und Peking.

Von Ulrike Löhrl

Der Weg ist das Ziel – und manchmal anstrengend

Nach dem Besuch der Holzpagode in Yingxian machen wir uns in der Abenddämmerung auf den Weg nach Datong, im Norden der Provinz Shanxi. 2,5 Stunden Busfahrt liegen noch vor uns. Die nutzen wir, um Infos auszutauschen, zu dösen und die vergangenen Reisetage Revue passieren zu lassen.

Hölzerne Pagode in Yinxian
Hölzerne Pagode in Yinxian

Nach der Ankunft noch schnell ins Restaurant, kurzes Abendessen und dann ins Hotel. Nach einem langen Fahrtag und vielen Eindrücken von der Landschaft der nordchinesischen Hochebene können wir uns ausruhen.

Beeindruckendes Datong

Datong ist bekannt durch die buddhistischen Yungang-Grotten. Die 42 Grotten und zahlreichen Nischen beherbergen mehr als 51.000 Buddhastatuen und erstrecken sich auf ca. 1 Kilometer Länge am Fuß des Wuzhou Berges. Zwischen 460 und 525 n. Chr. wurden sie aus dem Sandstein herausgearbeitet. Sie liegen 16 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die zum großen Teil offenen Grotten mit ihren Statuen sind leider der Verwitterung durch Wetter und Sandstürme ausgesetzt. Fasziniert laufen wir durch die Anlage und bestaunen immer wieder neue Details in den Grotten und an den einzelnen Statuen.

Statue in der Yungang-Grotte
Statue in der Yungang-Grotte

Aus alt mach neu

Datong ist eine moderne Stadt mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern, nach chinesischen Maßstäben eher eine  Provinzstadt. In der Mitte der Stadt befindet sich die Altstadt mit der Stadtmauer – doch Moment! Auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich bei der vermeindlichen Altstadt um einen kompletten Neubau handelt.

Datongs neue Altstadt
Datongs neue Altstadt

Die Altstadt wurde für mehr als umgerechnet 6 Milliarden Euro erbaut. Schöne neue Welt … Die Meinungen der Menschen in Datong zu diesem Projekt sind überwiegend positiv. Bis auf die der ehemaligen Bewohner, die ihre alten Wohnungen aufgeben mussten und zwangsumgesiedelt wurden. Auf diese Weise wurde Platz für Luxuswohnungen geschaffen, die von der aufstrebenden Mittel- und Oberschicht bewohnt werden. Gentrifizierung auf Chinesisch … Wir schlendern durch die neue alte Stadt und steigen auf die Mauer, von wo aus wir einen schönen Überblick haben.

Stadtmauer von Datong
Stadtmauer von Datong

Am Abend essen wir Feuertopf, ein Gericht, das in Shanxi das ganze Jahr über gegessen wird. Unser Restaurant ist ein Selbstbedienungsrestaurant. Jeder kann sich seine Zutaten für seinen Feuertopf zusammenstellen – mit Fleisch von Huhn bis Hammel, Meeresfrüchten, Fisch, Tofu und allen Gemüsesorten sowie Glas- und Weizennudeln. Bier und Softgetränke stehen in Kühlschränken bereit und es gibt sogar Eis als Nachtisch. Wir sind wie Fische im Wasser mitten im chinesischen Alltagsleben. Alle Tische im Restaurant sind besetzt und wir, die Langnasen, werden nicht weiter beachtet. Genau wie wir sind die chinesischen Gäste in Gruppen im Restaurant: mit der Familie oder Freunden. Die Lautstärke im Restaurant richtet sich nach dem Pegelstand in den Bierflaschen – je leerer die Flaschen, desto lauter die Menschen. Satt und zufrieden rollen wir (mit dem Bus) zurück in das Hotel.

Die Hauptstadt wartet

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zur letzten Station: Peking. An der Großen Mauer in Badaling erfolgt die Staffelübergabe – unsere lokale Reiseleitung für Peking erwartet uns. Abschied von Maggie, unserer treuen Begleiterin durch Shanxi, und dann erkunden wir mit Lydia die Große Mauer. Alle besteigen die Mauer und verteilen sich, je nach Kondition, auf den steilen oder weniger steilen Abschnitten. Alle sind jetzt richtige „Kerle“ getreu dem Ausspruch von Mao Zedong: „Wer die große Mauer nicht bestiegen hat, ist kein richtiger Kerl“ (Bu Dao Chang Cheng Fei Hao Han).

Die Große Mauer
Die Große Mauer

Gegen Abend kommen wir im Dongfang Hotel an. Abendessen mit Nudeln in einem kleinen muslimischen Restaurant um die Ecke, ein letztes Bier und dann ab ins Bett. Der kommende Tag wird anstrengend.

Ein besonderer Leckerbissen

Uns erwarten der Tian’anmen-Platz, die Besichtigung des Kaiserpalastes, ein Besuch im Hutong-Viertel mit Glocken- und Trommelturm mit Mittagessen bei einer Hutong-Familie. Am Abend hat uns die örtliche Agentur zur Peking-Ente eingeladen. Vor den Genuss haben die Götter den Fleiß gesetzt – staunend lernen wir die authentische Art und Weise, Peking-Ente zu esse: Kleine Fladen werden mit Pflaumensoße, Frühlingszwiebeln, Entenfleisch und der wichtigsten Zutat, der krossen Haut, belegt. Im Anschluss wird er korrekt gefaltet und dann genussvoll in den Mund geschoben. Zum Schluss die Entensuppe, um die letzten Hungerlöcher zu stopfen.

Nach einer kurzen Nacht werden wir vor dem Frühstück um 04:30 Uhr abgeholt und zum Flugplatz gefahren. Mit der 08:30 Uhr-Maschine von Emirates geht es von Peking über Dubai zurück nach Deutschland. Müde und satt mit neuen Eindrücken landen wir.

Fazit

Shanxi ist eine Reise wert! Viele neue Eindrücke, schöne Landschaften, interessante Orte – und nicht so voll. Kommen Sie und sehen Sie selbst: der Hukou-Wasserfall, der Gelbe Fluss, Pingyao, Datong und vieles mehr erwartet Sie!

Diese Reise führt Sie zu der Wiege der chinesischen Kultur in Shanxi und viel weiter:

Laura Bünning

Für Sie schreibt: Laura Bünning

Redakteurin und Contentmanagerin bei China Tours.

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