Die legendäre Terrakotta-Armee – so ist sie entstanden

Seit über 2.000 Jahren stehen sie Wache: die Krieger der Terrakotta-Armee. Sie sind ein Denkmal für Durchhaltevermögen und menschliche Fertigkeiten. Doch es stellen sich die Fragen: Wie viel Zeit und Mühe sind in die Erschaffung dieser Armee geflossen? Und wie wurden die Statuen aus bescheidenem Ton erbaut, sodass sie über Jahrtausende hinweg erhalten blieben? Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen einer der monumentalsten Attraktionen Chinas!

Wie baut man eine Terrakotta-Armee?

Gliedert man den Prozess, der zur Herstellung eines Ton-Kriegers nötig ist, in vier Abschnitte, scheint er ganz logisch: Vorbereitung des Materials, Modellierung der Figuren, der Brennprozess und die Färbung. Allerdings sind auch diverse Zwischenschritte nötig. Und das für jeweils 8.000 Krieger! Da erhält man bereits einen Eindruck von dem übermenschlichen Aufwand, der hier gestemmt worden ist.

Die Terrakotta-Armee
Die Terrakotta-Armee

Die Vorbereitung des Materials

1. Tausende Arbeiter wurden eingestellt, um den Ton des Lishan Hills in raue Blöcke zu schlagen und abzubauen.

2. Die Blöcke wurden mit Wasser geknetet und zusammen mit Quarzsand, Glimmer und Feldspat gemischt. Große feuchte Tücher wurden benutzt, damit der Ton abkühlt.

3. Handwerker kneteten anschließend den Ton in Tonrollen, die dann als Formen für die Figur verwendet wurden.

© Adolfo Arranz (http://visualoop.com/infographics/cracking-the-enigma)
© Adolfo Arranz (http://visualoop.com/infographics/cracking-the-enigma)

 Die Modellierung der Figuren

4. Die Handwerker fingen erst einmal mit der Basisstruktur an, indem sie die Beine in unterschiedlichen Sektionen modellierten. Eine gesonderte Drehbank wurde verwendet, um vorgefertigte Beine in Abschnitten zu formen.

5. Daraufhin wurden vorangefertigte Sektionen von der Reithose zu den Beinen hinzufügt.

6. Der Rest der Reithose wurde aus aufeinandergelegten Rollen geformt. Als Stütze wurde im Inneren der Figur Sackleinen verwendet. Hierdurch konnte dem Körper eine Form verliehen werden. Die Reithose wurde als Basis genutzt, um von dort mit dem unteren Körper zu beginnen.

Jeder Soldat der Terrakotta-Armee hat eine individuelle Erscheinung
Jeder Soldat der Terrakotta-Armee hat eine individuelle Erscheinung

7. Der Körper wurde anschließend grob mit den Händen geformt. Dabei musste dafür gesorgt werden, dass der Ton immer feucht blieb. Wurde der Ton trocken, klebte er nicht mehr ausreichend. Wahrscheinlich haben die Handwerker ein flaches Holzobjekt genutzt, um den Ton auf dem Torso zu glätten. Bambusstäbe wurden als Halterung verwendet.

8. Neue Tonschichten und Details wurden mit kleineren Werkzeugen auf den Körper aufgetragen. Arme wurden mithilfe von aufgewickeltem Ton geformt und anschließend wurden Einzelheiten hinzugefügt.

9. Nachdem der Körper im Schatten getrocknet war, haben die Handwerker die hohlen Arme an dem Körper befestigt. Die Hände wurden in einem Stück angefertigt und an den Arm geklebt.

10. Handwerker fertigten dann für eine Massenproduktion eine Basis-Kopf-Schablone an. Die Handwerksmeister entschieden sich dazu, acht unterschiedliche Designs anzufertigen. Sie kreierten zu jedem Design einen individuellen Charakter.

Der Brennprozess

11. Körper, Köpfe und Hände wurden im Schatten für mindestens 24 Stunden getrocknet.

12. Bevor es zum Brennen ging, wurden ein oder mehrere Löcher in den Ton gestochen. Diese sollten die Figur belüften und vor dem Zerbrechen schützen. Das Gewicht einer Figur betrug ca. 176 Kilogramm, bevor sie gebrannt wurde. Bei diesem Prozess verringerte sich das Gewicht um 15-20 Kilogramm.

13. Es wird vermutet, dass die Figuren kopfüber in Öfen gebrannt worden sind. Dabei wurden Temperaturen von 1.000 Grad Celsius erreicht.

14. 12-24 Stunden nach dem Brennprozess wurden schließlich die Köpfe und Hände befestigt.

Die Färbung

15. Die Tonfiguren wurden lackiert. Die Handwerker trugen ein bis zwei Schichten Lack auf. Um die ganze Figur mit Lack zu bedecken, benötigten sie das Extrakt aus 25 Bäumen.

16. Anschließend wurden die lackierten Figuren bemalt. Hierzu wurden Eier als Bindemittel genutzt. Pigmente wurden aus unterschiedlichen Materialien, wie zum Beispiel Mineralien und Knochen, hergestellt. Es standen sämtliche Farbtöne zur Verfügung. Im Anschluss waren die Krieger fertig für das Mausoleum.

Auf zu der Terrakotta-Armee

Wer nun die legendäre Terrakotta-Armee mit eigenen Augen sehen möchte, sollte sich in die historische Stadt Xi’an aufmachen. Hier erwarten Sie eine herrliche Altstadt und viele kleine und große Attraktionen. Außerdem können Sie von Xi’an aus die Ausgrabungsstellen und das Mausoleum des ersten Kaisers von China Qin Shihuangdi gut erreichen. Hier warten die Terrakotta-Krieger in all ihrer Pracht.

Wir empfehlen die China Tours Reise „Chinas Glanzlichter“, um die beeindruckenden Seiten des alten Chinas zu entdecken:

Avatar

Für Sie schreibt: Mohamed Mustafa

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.