Berlin-Peking Oldtimerrallye 2019: Ferghana – Osch – Sarytasch (Tage 24-25)

Am 24. August 2019 sind 8 Teams in ihren eigenen Oldtimern und unser Service-Car auf das 52-tägige Abenteuer von Berlin nach Peking, gestartet. Die Etappen an den Tagen 24 und 25 führten vom Ferghana-Tal hinüber nach Osch in Kirgisistan, und weiter hinauf nach Sarytasch auf 3.000 m. Vielen Dank wie immer unserem Rallyebotschafter Bernd Andrich für Berichte und Fotos, ebenso Team “Grey Lady” für die Fotos.

Tag 24: Ferghana-Osch 130 km

Am Morgen waren wir mit dem Werkstatt-Bulli beim Reifenservice. Ein Reifen verlor Luft und musste repariert werden. Mit modernen Maschinen und seiner handwerklichen Erfahrung hatte der usbekische Mechaniker das Problem schnell gelöst. Um 11 Uhr hatten wir noch 40 km bis Osch. Die breite Asphaltstraße war stellenweise 6-spurig und gut. Wieder kamen wir an neuen Wohnsiedlungen vorbei. Bei den Stadtdurchfahrten herrschte am heutigen Montag überall reger Verkehr. Außerhalb waren die Felder mit den schon bekannten Pflanzen bestellt. In der Ferne waren die braunen Berge des Tianshan zu sehen, auf denen wegen ihrer geringen Höhe kein Schnee lag.

Unser Tagesziel Osch liegt in Kirgisistan. Vor dem Grenzübertritt sammelten sich alle Fahrzeuge vor dem Schlagbaum. Wir verabschiedeten uns von Larisa und Tolmas, die uns bis dahin als Guides begleitet hatten. Wie immer blieben nur die Fahrer im Auto. Alle Copiloten und Mitreisenden passierten beide Grenzkontrollen zu Fuß, also die Ausreise aus Usbekistan und die Einreise in Kirgisistan. Nach zweieinhalb Stunden war das letzte Fahrzeug, unser Bulli, auf dem Boden von Kirgisistan. Ich tauschte an einer der vielen Geldwechselbuden die restlichen usbekischen SUM (Währung Usbekistan, 1 EUR = 10.000 SUM) und € 20,- in kigisische SOM (Währung Kirgisistan, 1 EUR = 70 SOM). Bis zum Hotel Sunrise in Osch waren es noch etwa 10 km.

In den nächsten Tagen wird uns als Guide neu Aksamai durch Kirgisistan begleiten. Ich hatte meine Uhr schon auf Ortszeit umgestellt. Wir liegen jetzt 4 Stunden vor MEZ. Um 14 Uhr konnten im Hotel bei einer Maklerin noch die Haftpflichtversicherungen für die Fahrzeuge abgeschlossen werden. Mit € 10,- war man dabei. Zwei Stunden später machten wir einen durch Aksamai geführten Stadtspaziergang zu einem Basar. Laufen war in der Rushhour die schnellste und sicherste Fortbewegungsart. Der Verkehr ist ziemlich chaotisch und man muss höllisch aufpassen, weil jeder seine eigene Fahrspur festlegt. Trotzdem funktionieren Mensch und Maschine irgendwie ohne Crash…

Anders als in Usbekistan fahren hier wenige Gasautos. Der Benziner hat die Macht. Man riecht wieder die Abgase. Vor dem Abendessen im Hotel zeigte ich das zweiminütige Video vom Projekt des Künstlers Michael Mieth. Einige Rallyeteams fuhren in Berlin über Leinwände. Aus den hinterlassenen Reifenspuren entstanden später Kunstwerke. An diesem Abend saßen alle noch lange zusammen. Der einheimische Wodka, den Aksamai in Umlauf brachte, hatte eventuell etwas damit zu tun…

Tag 25: Osch – Sarytasch 186 km

Am Morgen ging es los in Richtung Pamirgebirge. Heute standen 186 km auf dem Programm, auf Überlandstraßen hinauf auf gut 3.000 m. Die Fahrt verlief problemlos und führte durch ein landschaftlich bezauberndes Tal entlang dem kleinen Gebirgsfluss Gulcha.

Nach gut 170 km, und dem befahren einiger Serpentinen, erreichten wir den höchsten Punkt der Rallye, den Taldyk-Pass: 3.615 m! Und dann waren es noch weitere 15 km bis in das kleine Nomadendorf Sarytasch, wo wir auf den Pamirhighway trafen. Was für ein Panorama: Sonnenschein und freier Blick auf das Pamirgebirge mit dem Pik Lenin (7.134 m) – ein Traum! Wir machten es uns in der Sonne vor dem einfachen Gasthaus gemütlich.

Ein einfaches aber schmackhaftes Abendessen rundete diesen schönen Tag ab, bevor es früh in die Betten ging. Ein Team ließ es sich nicht nehmen, auf der Wiese im Zelt zu übernachten, Chapeau. Morgen müssen wir sehr früh raus, ein langer langer Tag steht uns bevor, soviel ist gewiss, es geht hinüber nach China!

Wir wünschen allen eine pannenfreie Weiterfahrt, viele Eindrücke auf der nächsten Etappe nach China, und vor allen Dingen Geduld. Ni Hao!

Seien Sie beim nächsten Abenteuer auf der New Silk Road mit dabei:

 

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Für Sie schreibt: Bernd Andrich

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