Berlin-Peking Oldtimerrallye 2019: Dunhuang-Zhangye (Tage 37-38)

Am 24. August 2019 sind 8 Teams in ihren eigenen Oldtimern und unser Service-Car auf das 52-tägige Abenteuer von Berlin nach Peking gestartet. An den Tagen 37 und 38 fuhren die Teams von Dunhuang über Jiayuguan nach Zhangye. Vielen Dank wie immer unserem Rallyebotschafter Bernd Andrich für Berichte und Fotos.

Tag 37: Dunhuang – Jiayuguan 370 km

Der Weg in 1.600 Metern Höhe führte uns über die bekannte gute Autobahn. Wie immer waren für Pkw maximal 120 km/h erlaubt. Das hielten alle ein, weil regelmäßig auf speziellen Technik-Brücken Videokameras die Geschwindigkeiten messen und die Fahrzeugnummern speichern. Hinter der Industriestadt Yumen, die wir etwa auf halber Strecke passierten, zog sich eine immer höher werdende Bergkette parallel zur Autobahn dahin. In der Ferne waren schneebedeckte Gipfel zu erkennen. Wie gestern begleitete uns kilometerlang ein gigantischer Windpark.

Gegen 13 Uhr gönnten wir uns an einer Tankstelle eine Rast. Mechaniker Dominik nutzte die Pause, um aus großen und kleinen Luftfiltern unserer Oldtimer den Wüstenstaub mit Druckluft auszublasen.

Dann ging es weiter zu einem restaurierten Teil der chinesischen Mauer kurz vor Jiayuguan, dem westlichsten Ausläufer der Großen Mauer. Später bestieg ich noch mit Gleichgesinnten die Hängende Mauer, die auf einem steilen Bergkamm verläuft. Die etwa 520 Stufen waren bei einem Höhenunterschied von rund 100 Metern recht beschwerlich. Oben genoss ich das Panorama mit den hohen Bergen und der Wüste. Beide Mauerbesuche waren heute eine sehr angenehme Abwechslung von den Tagen der Autobahnfahrt.

Jiayuguan ist modern, grün und sauber. Allerdings erreicht die Stadt nicht den Charme von Dunhuang. Nach dem schmackhaften 19 Uhr-Abendessen wollten Frankie, Mario und ich noch einen Sundowner in der Stadt nehmen. Wir liefen durch einen Park vor dem Hotel in Richtung einladender Leuchtreklamen. Es war schon dunkel. Bei rhythmischer Musik machten Frauengruppen tänzerische Workouts. Einzelne Paare tanzten nach mitgebrachtem eigenen Sound. Das ist typisch für China, wie ich bei früheren Besuchen schon feststellen konnte.

Auf unserer Suche fanden wir etliche kleine Lokale, jedoch keine gemütliche Bar, in der wir bei dezenter Musik vielleicht einen Whisky oder einen Gin Tonic genießen konnten. Bier oder Rotwein gab es fast überall. Also Retour ins Hotel und Nachtruhe ohne Sundowner.

Danxia Geopark

Tag 38: Jiayuguan – Zhangye 228 km

Die 228 km nach Zhangye, der Stadt mit dem größten liegenden Buddha Chinas, waren nach 37 Tagen mit Perioden harten Straßenkampfes nur ein Katzensprung. Das Gebirge mit schneebedeckten Kuppen begleitete uns die ganze Zeit. Der intensive Ackerbau davor auf über 1.300 Metern Höhe war bemerkenswert. 20 Kilometer vor Zhangye steuerten wir den Danxia Geopark an. Der an der Seidenstraße liegende Landschaftspark vulkanischen Ursprungs gehört zu den 10 schönsten weltweit. Auf 50 Quadrat-Kilometern können die Besucher die verschiedensten Gesteinsformationen an den Wänden von Bergen und Canyons mit ihrem vielfältigen Farbspiel mit Rot, Gelb, Grün, Braun und den Zwischentönen auf sich einwirken lassen. Der blaue Himmel war eine wunderbare Ergänzung. Ich habe verschiedene Gipfel bestiegen und begeistert fotografiert. Über befestigte Wege gelangte ich zu den Aussichtsplattformen. Die höchste lag auf etwa 1.800 Metern. Die Eindrücke waren sensationell und mehr als entschädigend für die Anstrengungen des Aufstiegs.

Früher als sonst waren wir nach dem dreistündigen Ausflug schon um 16 Uhr im Hotel. Ein kurzer Erkundungsgang in die Stadt folgte und dann war schon Abendbrotzeit.

Morgen am 1. Oktober wird das ganze Land, 1,4 Milliarden Menschen, das 70-jährige Jubiläum der Volksrepublik China feiern. Auch Zhangye mit seinen 2 Millionen Einwohnern hat sich dafür herausgeputzt. Rote Banner, Fahnen und Blumen sind allgegenwärtig. Freundliche Menschen hatten in der Hand kleine Fähnchen, die auch an Autos und Elektrorollern befestigt waren. Morgen geht es weiter nach Lanzhou …

Wir wünschen alle Teilnehmer eine gute Weiterfahrt durch den Hexi-Korridor in der Provinz Gansu!

Seien Sie beim nächsten Abenteuer auf der New Silk Road mit dabei:

 

Avatar

Für Sie schreibt: Bernd Andrich

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.