Nordkorea entdecken – eine Reise ins Unbekannte

Selbst für erfahrene Reisende tun sich immer wieder Länder und Regionen auf, die eine einzigartige Entdeckungstour versprechen. So wie es vor der Öffnung Chinas das Reich der Mitte war, zählt heute Nordkorea zu den Destinationen für Pioniergeister. Kaum ein Land ist nach wie vor geheimnisvoller als das direkte Nachbarland Chinas. Wahrlich eine Reise ins Unbekannte, doch das soll nicht so bleiben!

Ein Bericht aus erster Hand

Für die Abenteurer unter Ihnen hat China Tours eine brandneue Reise im Angebot: „Nordkorea entdecken. Die spannende China-Nordkorea-Kombireise“. Von China aus überschreiten Sie die Landesgrenze und entdecken die Welt hinter dem anderen Ufer des Yalu-Flusses. Wer durch die Straßen von Dandong und Shenyang schlendert, dem wird erst gewahr, dass nicht nur die chinesische Kultur einzigartig ist, sondern auch die koreanische – das konnte ich vor Ort selbst erleben!

Unterwegs in Nordkorea: Shenyang
Unterwegs in Nordkorea: Shenyang

Und dabei habe ich noch kein Wort über das Essen verloren. Nicht nur bei uns in Deutschland erfreut sich die koreanische Küche immer größerer Begeisterung. Auch in China essen die Menschen gerne Koreanisch. Nordkorea hat ungeachtet aller Schwierigkeiten einen enormen Kulturschatz zu bieten. Dabei muss unterschieden werden zwischen der traditionellen koreanischen Kultur und dem kulturellen Erbe, welches aus dem Sozialismus stammt.

Bitte von allem etwas: Die koreanische Küche ist sehr vielfältig
Bitte von allem etwas: Die koreanische Küche ist sehr vielfältig

Pjöngjang – zwischen Futurismus und Sowjetstil

Pjöngjang ist eine hochmoderne Stadt – und eine Stadt des Absurden. Auf der einen Seite Aushängeschild einer Nation, die der Welt zeigen möchte, dass sie es trotz Ihrer isolierten Stellung mit allen anderen Ländern aufnehmen kann und auf der anderen Seite Zeugnis wahnwitziger Bauprojekte. Hier dient das Ryugyŏng-Hotel als bestes Beispiel. Seit 1987 wurde an dieser futuristisch anmutenden Pyramide gebaut und noch immer ist das Hotel nicht in Betrieb. Es wird wohl auch noch eine Weile dauern, bis genügend Gäste herkommen, die dieses über 100 Stockwerke hohe Hotel mit Leben füllen. Die touristische Öffnung Nordkoreas findet noch sehr langsam statt. Seine verborgenen Sehenswürdigkeiten können zurzeit nur von wenigen Reisenden bewundert werden. Es ist die Mischung aus futuristischen Gebäuden und den klassischen sowjetischen Prunkbauten, die in Pjöngjang auf Touristen warten.

Über die Stadt wachen die Kims

Über die ganze Stadt wachen der Landesvater Kim Il-sung und sein 2011 verstorbener Sohn Kim Jung-il. Dies tun sie nicht nur in Form von Statuen, sondern auch mit dem ideologischen Überbau in Form des Monuments der Chuch’e-Ideologie. Jener ideologischen Grundlage, nach der sich Nordkorea konzeptionell ausgerichtet hat. Hier dargestellt durch einen Obelisken, auf dessen Spitze eine rote Flamme aus Stein ewig zu brennen verspricht.

Der Obelisk mit der roten Flamme
Der Obelisk mit der roten Flamme

Durch einen Fluss wird dieser Obelisk vom Kim-Il-sung-Platz getrennt. Hier befindet sich nun das ideologische und symbolische Zentrum der Stadt – sogar des ganzen Landes. Umzäunt von der Großen Studienhalle des Volkes, dem Außenhandelsministerium, der Koreanischen Kunstgalerie, dem Historischen Museum und natürlich der Zentrale der Partei der Arbeit Koreas. Mit 75.000 Quadratmetern hat er zwar weniger als ein Drittel der Größe des Alexanderplatzes (250.000 Quadratmeter), aber das nimmt ihm nichts an Bedeutung für das Land.

Natur pur in Nordkorea

Aber es gibt in Nordkorea mehr als nur Pjöngjang zu entdecken. So gibt es mehrere Gebirge, die in der koreanischen Mythologie ebenfalls eine Rolle spielen. Diese Bedeutung zeigt sich auch darin, dass der Staatsgründer Kim Il-sung auf einem Berg geboren sein soll. Aber auch Flüsse und Staudämme bieten heute Rückzugsorte für Vögel und andere Tiere. Nordkorea ist auch für Naturfreunde ein lohnendes Ziel.

Das Paektu-Gebirge an der Grenze zwischen China und Nordkorea
Das Paektu-Gebirge an der Grenze zwischen China und Nordkorea

Eine „heiße“ Grenze

Einer der einzigartigen Orte Nordkoreas ist mit Sicherheit die Grenze zum südlichen Nachbarn – Südkorea. Es ist keine Übertreibung, diese als eine der bekanntesten Grenzen der Welt zu bezeichnen. Zwar kam es hier seit Jahrzehnten nicht mehr zu kriegerischen Auseinandersetzungen, aber dennoch ist die Grenze das Zentrum eines langanhaltenden Konflikts. Die Demilitarisierte Zone (DMZ) wurde nach der Beendigung des Koreakriegs eingeführt, um entlang der Grenze am 38. Breitengrad eine Friedenszone unter internationaler Beobachtung zu erschaffen. Bekannt sind die drei blauen Blechhäuser. Hier wurden einst die Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet und sie dienen nach wie vor als Ort der Unterredung zwischen beiden Ländern.

Die berühmten Blechhäuser an der DMZ
Die berühmten Blechhäuser an der DMZ

Nordkorea – Eine Reise ins Unbekannte

Was ist der Grund für eine Reise nach Nordkorea? Es ist sicherlich die Suche nach dem Verborgenen, denn eigentlich wissen wir kaum etwas über dieses Land. Es ist die Reise in eine andere Welt – eine Reise ins Unbekannte. Heute unterscheiden sich viele Städte Chinas nicht mehr so sehr vom Westen, wie noch vor 20 oder gar mehr Jahren. Ähnlich wie damals ist es heute in Nordkorea. Wer weiß, wie sich dieses Land in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Noch birgt es so viele Geheimnisse, wie anfangs auch China. Es ist aber auch die Reise in eine Welt, die sich nicht dem kapitalistischen System ergeben hat und in der der Geist der Sowjetunion mitschwingt. Mit der eigenen Ideologie hat sich Nordkorea zwar ideologisch von der UdSSR entfernt, aber der Glaube an eine futuristische Zukunft ist geblieben – zumindest in der Architektur. Anders lassen sich irrwitzig wirkende Gebäude wie das Ryugyŏng-Hotel nicht erklären. Dann findet man allerdings auch wieder die großen Plätze, die für Paraden und andere Kundgebungen ideal sind sowie wundervolle U-Bahnhöfe, die an Minsk oder Moskau erinnern. Genau der richtige Ort, um sich auf eine Erkundungstour zu begeben und unbekanntes Terrain zu betreten.

Gehören Sie zu den ersten, die Nordkorea erkunden, und den Wandel eines Landes bezeugen können, dass zuvor verschlossen war!

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Für Sie schreibt: Frederik Schmitz

Auslandsreporter. Seitdem ich 2009 zum ersten Mal nach China reiste, versuche ich auch ein China neben den Hotspots kennenzulernen. Ganz passend dazu studierte ich erst Regionalstudien China in Köln und mache seit 2016 meinen Master in Sinologie in Tübingen.

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