Chinesische Popkultur von TV-Dramen bis Weibo

Was läuft eigentlich in China im Fernsehen? Sind Serien im Reich der Mitte auch so beliebt wie bei uns? Wer in China auf Reisen geht, möchte auch etwas über die Kultur des Landes erfahren oder vielleicht sogar mitsprechen können. Ganz wichtig hierfür: Weibo. Falls Ihnen dieses Wort nichts sagt, sollten Sie unbedingt weiterlesen!

Lesen Sie auch den ersten Teil über die chinesische Popkultur!

Serien statt Filme

Chinesische TV-Dramen haben nicht nur im Reich der Mitte, sondern auch auf internationaler Ebene viele Fans. Im Gegensatz zu westlichen Fernsehserien sind sie zumeist auf eine Staffel beschränkt und bestehen aus 10 bis 50 Episoden. Mit dem uns bekannten Genre des Dramas haben die Serien allerdings nicht immer zu tun – man findet ebenso Romanzen, Comedy oder Horror. Zur Prime-Time findet man seit den 90er-Jahren vor allem historische TV-Dramen. Die große Beliebtheit steht vermutlich im Zusammenhang mit der langen und traditionsreichen Geschichte Chinas.

Anders als bei Filmen erlaubt die Vielzahl der Episoden, die Handlung viel detaillierter zu gestalten. Kleinere Aspekte, die bei einer Länge von 90 Minuten zu kurz kommen würden, können gezielt übermittelt werden, um dem Zuschauer ein intensiveres Erlebnis zu ermöglichen. Natürlich bekommt der Zuschauer auch ein besseres Bild der Charaktere und ihrer Perspektiven sowie dem gesamten Handlungsverlauf.
Häufig sind die Schauspieler nicht nur in die Dreharbeiten involviert, sondern singen auch die Titelsongs der Serien. Auch die Schauspielkarriere einiger Sänger begann in einem TV-Drama.

Netizens und Weibo? Was ist das?

In China regieren die sog. „Netizens“. Die Kombination aus Internet und Citizen (deutsch: Bürger) beschreibt Leute, die online in sozialen Netzwerken oder Foren aktiv sind. Netizens kommentieren alles und tun ihre Meinung mit Vorliebe kund. Im Bereich der sozialen Netzwerke sind sie dabei besonders einflussreich. Äußern sie sich hier, werden sie nicht selten sowohl in nationalen als auch in internationalen Medien zitiert. Ihr Einfluss ist dabei so groß, dass ihr Spott sogar Luxusmarken dazu zwingen kann, eine offizielle Entschuldigung abzugeben.

Über den Dienst Weibo können Chinesen sich mitteilen
Über den Dienst Weibo können Chinesen sich mitteilen

Eines dieser sozialen Netzwerke ist „Sina Weibo“ – die erfolgreichste Mikroblogging-Website in China. Sina Weibo funktioniert wie eine Mischung aus Twitter und Facebook. Gleichzeitig ersetzt es diese beiden Dienste auch, da sie seit 2009 in China nicht mehr zugänglich sind. Auch viele chinesische Prominente und Idols benutzen Weibo, um mit ihren Fans zu kommunizieren und ihre Arbeit zu promoten. Auf den ersten Blick ist es Twitter tatsächlich ziemlich ähnlich. Textmitteilungen sind auf 140 Zeichen beschränkt, neben Texten können auch Videos und Fotos geteilt werden. Darüber hinaus kann man unter anderem aber auch Spiele spielen, was eher an Facebook erinnert.

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Für Sie schreibt: Lisa Ellermann

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