Xintiandi: Das Szeneviertel in Shanghai

Wer etwas auf sich hält und am Puls der Zeit unterwegs sein möchte, sollte sich in das Innviertel Xintiandi in Shanghai begeben! Übersetzt bedeutet der Name so viel wie „Neue Welt“ und das ist auch Programm. Xintiandi zeichnet sich in erster Linie durch Shopping, Unterhaltung und Nachtleben aus. Zwischen politischer Geschichte und den unterschiedlichsten Menschen gibt es hier viel zu sehen.

Das Viertel unterteilt sich in zwei Bereiche: den Nord- und den Südblock. Der Nordblock ist der traditionelle Teil des Viertels. Hier finden sich heute die teureren Läden und Restaurants aus aller Herren Länder. Mitte 2002 eröffnete der Südblock, der sich durch sein modernes Design und seine gläserne Architektur auszeichnet.

Shikumen – zwischen Ost und West

In Xintiandi, wo sich Tradition und Moderne die Hand geben, kommen alle auf ihre Kosten. Da wären zum einen diejenigen, die sich für die Architektur der Stadt interessieren. Für Architekturbegeisterte sind die Shikumen wichtig. Die alten Steinhäuser sind der traditionelle Baustil Shanghais. Die Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Häuser verbinden stilistisch den Westen mit dem Chinesischen. In ihrer Blütezeit bestanden etwa 60% des Shanghaier Stadtbildes aus Shikumen – insgesamt über 9.000 Stück. Heute müssen sie leider oft den modernen Wohnblocks und Wolkenkratzern weichen. Deswegen ist es umso schöner, dass Xintiandi noch so viele alte Steinhäuser beherbergt und diese sogar restauriert wurden. Seit 2010 gehört dieser Architekturstil sogar zum chinesisch nationalen Erbe. Gerade in den vielen verwinkelten Nebenstraßen finden sich heute kleine Boutiquen, Restaurants und Cafés, die zum Speisen und Schlendern einladen.

Die Geschichte der Partei

Eines der Shikumen hat auch für die politisch interessierten Touristen große Bedeutung. Hier hat der erste Nationale Kongress der Kommunistischen Partei Chinas 1921 stattgefunden. In der Xingye Road findet sich in diesem Gebäude heute ein sehr sehenswertes Museum über die Geschichte der Kommunistischen Partei. Damit ist es auch ein Museum über Shanghai sowie des ganzen Landes. Nachdem die strenge Sicherheitsschleuse passiert wurde, erreicht man das Foyer mit einer überdimensionalen Flagge der Partei. Für viele chinesische Touristen ein Selfie-Pflichttermin.

Xintiandi – das Szeneviertel der Stadt

Nach so viel „Kommunismus“ ist es wieder Zeit, sich auf das leibliche Wohl oder einfach nur den Konsum zu konzentrieren. Denn eigentlich steht Xintiandi heute als neues Szeneviertel gerade im Fokus junger Menschen.

Direkt zwischen dem Museum und der Madang Road befindet sich eine kleine Fußgängerzone. Hier können Touristen und Einheimische ausgiebig shoppen. Die Boutiquen sind jedoch nichts für den kleinen Geldbeutel. Wer hier einkaufen geht, der möchte auch zeigen, dass er oder sie es sich hier leisten kann. Chinesische Ramschläden sucht man hier vergebens. Dafür überzeugt natürlich auch die Qualität. Wer sich aber lieber dem leiblichen Wohl hingeben möchte, der ist hier ebenso richtig. Zwischen alle den kleinen Geschäften haben auch viele Restaurants eröffnet. Gerade für die ausländische Küche ist es ein Schlaraffenland. Hier finden sich italienische, spanische, aber auch ein deutsches Restaurant. Mit einer Mass Bier für gut 25 € sind die Preise zwar mehr als happig, aber wenn das Heimweh durchkommt …

Kein Viertel ohne Einkaufszentrum

Es ist zwar nicht überliefert, dass Konfuzius von Malls und Shoppingcentern sprach, aber ähnlich wie die Allgemeingültigkeit seiner Sprüche gilt heute: Kein Viertel ohne Mall. Auch in Xintiandi gibt es heutzutage eine gigantische Mall. Die Fußgängerzone in die andere Richtung gegangen, wird die Mall erreicht. Hier befinden wir uns nun im Südblock und auf 25.000 Quadratmetern kann hier geshoppt werden, was das Zeug hält.

Es wäre aber schade, wenn man Xintiandi nur als Shoppingcenter begreifen würde. Denn auch historisch hat dieses Viertel einiges zu bieten. Weit interessanter als die Einkaufsstraße sind die Shikumen. Hier erhält der Besucher einen Einblick in das alte Shanghai und kann gleichzeitig ein paar Souvenirs finden. Gute Live-Musik bei einem kühlen Bier ist natürlich auch im Programm.

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Für Sie schreibt: Frederik Schmitz

Auslandsreporter. Seitdem ich 2009 zum ersten Mal nach China reiste, versuche ich auch ein China neben den Hotspots kennenzulernen. Ganz passend dazu studierte ich erst Regionalstudien China in Köln und mache seit 2016 meinen Master in Sinologie in Tübingen.

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