Xiong’an: Chinas grünes Silicon Valley?

Die nordostchinesische Provinz Hebei, die für den Touristen besonders durch das Ende der Großen Mauer oder für die UNESCO gekrönte Sommerresidenz Chengdes bekannt ist,  soll nun eine neue Megastadt bekommen.

Bis 2035 erwartet Xiong’an eine Einwohnerzahl in Höhe von 5 Millionen. Dabei wurde eine Fläche von 2.000 Quadratkilometer für die neue Megametropole Xiong’an auserkoren. Um eine Vorstellung der Dimension zu bekommen: Deutschlands drei größten Städte Berlin, Hamburg und München kommen gemeinsam auf eine Fläche von 1.900 Quadratkilometer, also 100 Quadratkilometer weniger Boden als Xiong‘an.

Grünes Konzept

Großer Aufmerksamkeit wird dem Thema Lebensqualität bei der Stadtentwicklung gewidmet. Xiong‘an soll als eine gesunde Stadt entstehen, in der die Bewohner eine höhere Lebensqualität genießen können. Im Vergleich zu anderen chinesischen Großstädten soll den Bewohnern Xiong’ans durch viele Grünflächen mehr Zeit für Freizeit und Entspannung zur Verfügung stehen. Der Planungsentwurf sieht vor, dass jeder Stadtbewohner innerhalb von 5 Gehminuten in einen Park gelangen kann. Mehr Zeit an der frischen Luft anstatt in öffentlichen Verkehrsmitteln zuzubringen, lautet die Devise.

Was bedeutet Xiong’an?

Xiong ist das chinesische Wort für Held oder mutig. An bedeutet Frieden. Das Projekt verspricht grün, nachhaltig, digital, lebenswert und innovativ zu sein. So sollen die Häuser ausschließlich mit Erdwärme versorgt werden. Xiong’an ist als Standort für Hochtechnologie vorgesehen. Es handelt sich nicht um eine Sonderwirtschaftszone, sondern um eine National New Area. Dahinter verbirgt sich eine Verwaltungseinheit unter direkter Aufsicht der Zentralregierung, bei der neue Konzepte der Urbanisierung und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen.

In Planung: Metropolregion Jing-Jin-Ji

Die Stadt soll vermehrt Universitäten, Institute, Krankenhäuser, Forschungszentren und Firmenzentralen beheimaten. Hochgeschwindigkeitszüge sollen das Pendeln in die Hauptstadt des Reichs der Mitte erleichtern. Jeweils circa 100 Kilometer entfernt befinden sich die Metropolen Peking und Tianjin. Der neue Wirtschaftsraum soll die von Smog und Verkehrsproblemen geplagte Hauptstadt Peking entlasten. Schon seit Jahren will die Zentralregierung Tianjin und die Provinz Hebei in die Metropolregion „Jing-Jin-Ji“ umwandeln, in der irgendwann 130 Millionen Menschen leben sollen.

Tech-Giganten wie Baidu, Alibaba und Tencent siedeln Bereiche in Xiong’an an. Telekommunikationsriesen wie China Mobile führen in Xiong’an den neuen Mobilfunkstandard 5G ein.

Nicht nur grün, sondern auch erschwinglicher als ein Leben in Peking

Wo genau soll Xiong’an im nordchinesischen Hebei entstehen? Die Xiongan New Area umfasst hauptsächlich die Landkreise Xiongxian, Rongcheng und Anxin. Ein Vorteil gegenüber Peking versprechen sich die Planer vor allem in pucto Lebenshaltungskosten. Denn in Peking, das binnen 30 Minuten per Schnellzug von Xiong‘an erreichbar sein wird, können sich die meisten Angestellten und jungen Leute keine eigene Wohnung leisten. Dort liegt das monatliche Durchschnittsgehalt bei rund 1.100 Euro, aber der Durchschnittspreis pro Quadratmeter für eine neue Wohnung beträgt etwa 5.700 Euro.

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Für Sie schreibt: Mailin Zanke

China Tours Auszubildende. Mailin ist davon überzeugt, dass jegliche Auslandserfahrungen ein Gewinn sind und man nie genug reisen kann.

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