Die Lehren des Konfuzius

Nach ihm werden in Deutschland ganze Institute benannt – Konfuzius. Wer aber war dieser Konfuzius eigentlich? Und warum kennt ihn jeder in China?

Konfuzius ist eigentlich nicht der richtige Name des alten Philosophen. Dieser war Kong Zi, in chinesischer Lautschrift. Konfuzius oder Konfuzianismus ist eine latinisierte Version des Namen Kong zi.

Kong Zi lebte etwa im Jahre 500 v.Chr. in der heutigen Provinz Shandong. Der Stammbaum der Familie Kong ist riesig und zählt zu einer der ältesten Familien der Welt.

Chinesische Philosophie

Die chinesische Philosophie erhielt neuen Schwung, als der Buddhismus ins Land kam. Neue und zugleich raffinierte Ideen ergänzten die tradierten Ansichten, namentlich des Konfuzianismus und des Taoismus. Bei der Unterscheidung zwischen Philosophie und Religion ist es bei dem Taoismus und dem Buddhismus nicht immer ganz so einfach. Der Konfuzianismus wurde hingegen zur kaiserlichen Ideologie.

Das moderne China verbindet allerdings alle drei Ideologien. Viele sprechen dabei von einer “Volksreligion”, die das Resultat der Verbindung des Konfuzianismus, Taoismus und Buddhismus ist. Die Chinesen haben sich je nach Bedarf mehr oder weniger den Riten einer Richtung bedient.

Konfuzius Lehre

Meister Kong Zi – seine Originalität lag in seiner kritischen und dennoch positiven Sicht auf den herrschenden Kaiser und dessen Institutionen. Er sah es als seine Aufgabe traditionelle Vorstellungen und soziale Normen im Dienste von Erziehung, dem Leben der Menschen und guter politischer Herrschaft umzugestalten. Aus diesem Grund lebte er nicht immer ungefährlich, denn es wurde dreimal versucht ihn zu töten. Er erlangte auch nie den Rang eines politischen Beraters oder den eines Prinzen. Was ihm jedoch blieb, war die Lehre. In Konfuzius heute berühmter Schule unterrichtete er bis zu 3000 Schüler.

Besonders legte er dabei Wert auf den Lehre vom Li, was so viel bedeutet wie förmliches Verhalten oder Anstand. Dabei spielten gewisse Riten und Musik eine wesentliche Rolle. Er beschrieb ein Wechselspiel zwischen dem Li und dem Ren. Ren bedeutet so viel wie Mensch oder Herzlichkeit der Menschen. Ein Mensch mit Ren hat sich unter Kontrolle und kehrt immer wieder zu Anstand (Li) zurück. Er ist ernsthaft, Freunden gegenüber loyal, ehrlich und großzügig. Somit schließt Ren alle Tugenden ein. Genau wegen dieser Einschätzung, wird Konfuzius oft als Humanist angesehen, denn einer Meinung nach gehören zur Menschlichkeit auch Respekt und Achtung. So sagt er einmal in einem Gespräch:

„Ich war fünfzehn und mein Wille stand aufs Lernen; mit dreißig stand ich fest, mit vierzig hatte ich keine Zweifel mehr, mit fünfzig war mir das Gesetz des Himmels kund, mit sechzig war mein Ohr aufgetan, mit siebzig konnte ich meines Herzens Wunsch folgen, ohne das Maß zu übertreten“

Wenn Konfuzius vom Himmel spricht, hat dies eher etwas mit der Politik zu tun als mit Gott. Für Konfuzius stand der Himmel für die Anwesenheit göttlicher Moral. Somit spielte das Gute oder das Streben nach dem Guten eine wichtige Rolle in seinem Denken.

Was uns von Konfuzius bleibt

Konfuzius lebte in einer hierarchisch geordneten Gesellschaft, die er versuchte durch Kritik zu verbessern. Demzufolge widmete er sein Leben der Lehre und prägt noch bis heute Chinas Denken . Besonders hervorzuheben ist die Rolle des Edelmannes, der eine besonders hohe Position in der Gesellschaft einnimmt. Ein Edelmann ist wohlwollend und mutig und dem Himmel (dem Guten) gegenüber voller Ehrfurcht. Demzufolge weiß er, welches die grundlegenden Fragen des Lebens sind; konzentriert sich nicht auf einen hohen Lebensstandard und ist in Wort und Tat wohl überlegt. Konfuzius spricht von wahrhaft gebildeten Menschen. Die Herrscher sollen dem Volk als gutes Beispiel ein Vorbild sein – das war immer Konfuzius Anspruch an die herrschende Klasse.

Konfuzius Ansichten scheinen heute immer noch relevant zu sein, nicht nur in China.

China Tours Reise Teaser Auf den Spuren von Konfuzius

Für Sie schreibt: Felix Dohmeier

Auslandsreporter

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