China Tours – Erlebnisbericht: EXPO

Erfahrungsbericht
EXPO 2010 – der deutsche Pavillon

„Better City, Better Life“ – Shanghai präsentiert sich der Weltöffentlichkeit

Seit dem 1. Mai ist Shanghai stolzer Gastgeber der EXPO 2010. Es sollte die größte, bunteste und erfolgreichste Weltausstellung aller Zeiten werden – mit der perfekten chinesischen Organisation ist dies zweifellos gelungen. Ein Erlebnisbericht von Christian Droste.

Ich komme am Montagmorgen am Shanghaier Flughafen an, zwei Tage nach der gigantischen EXPO-Eröffnungszeremonie. Mit dem Maglev, dem chinesischen Transrapid, gelangen die vielen internationalen Besucher mit 430 Stundenkilometern in die Metropole, die sich erwartungsgemäß fein geschmückt hat:

Tausende Bäume wurden gepflanzt, Parks angelegt, sämtlicher Müll auf den Straßen entfernt. Sogar neue U-Bahn-Linien und Brücken wurden gebaut, über 20.000 Stadtbewohner wurden kurzerhand dafür umgesiedelt. Es ist eine beeindruckende Kulisse für eine perfekt inszenierte Show.

Der chilenische EXPO-Pavillon
Der chilenische EXPO-Pavillon

Unter dem Motto „Better City, Better Life“ sind die Länder dieser Erde aufgerufen, sich China und der Weltöffentlichkeit zu präsentieren und sich dabei mit dem Thema Stadtentwicklung auseinander zu setzen. Nicht alle Nationen sind so perfekt organisiert wie China – und so bleiben in den ersten Tagen noch einige Pavillons geschlossen. Doch der Rahmen für aufregende Expo-Tage kann besser kaum sein: Keine langen Warteschlangen am Eingang, eine hervorragende Infrastruktur auf dem Gelände und buchstäblich alle fünf Meter ein freundlicher Helfer, der den Weg weist.

Die Länder-Pavillons selbst sind bunt und unterschiedlich. Das beeindruckendste Bauwerk ist zweifellos der chinesische Pavillon, der inhaltlich allerdings wenig zum Expo-Thema beizutragen hat. England sorgt mit seiner futuristischen Außenhülle für viel Aufmerksamkeit, die Beiträge von Schweden und Chile wissen vor allem durch ihre Ausstellungen und den Innenausbau zu überzeugen. Die Expo-Besucher können wählen zwischen einer Fahrt im Sessellift (Schweiz), einer spektakulären Video-Show (Spanien) oder einem Regenwald-Tempel (Kambodscha). In einer Woche ist es unmöglich, alles zu entdecken. Insgesamt ist ein Trend aber unverkennbar: Die meisten Nationen nutzen ihren Pavillon ausschließlich als touristische Werbefläche für ihr Land. Sie vergeben so die Chance, aktiv an der Zukunft des Städtebaus und „wertvollerem Leben“ in den menschlichen Ballungsräumen mitzuwirken.

Solarbetriebene Insektenfalle
Solarbetriebene Insektenfalle

Eine angenehme Ausnahme stellt hier der deutsche Pavillon dar. In den sehr detailreichen Innenräumen gelingt es den deutschen Entwicklern, wertvolle Beiträge zum Leben in Städten zu liefern – und Deutschland gleichzeitig als fortschrittliche, technologische Nation zu präsentieren. Der Höhepunkt der Balancity, der Stadt im Gleichgewicht, ist die Energiezentrale: Eine riesige frei schwingende Kugel reagiert interaktiv auf die Zurufe des Publikums und zeigt dabei (durch 400.000 LED-Lichter) Bilder aus Deutschland. Ein durchweg gelungenes Konzept.

Vom Hamburger Beitrag (Hamburg ist als Partnerstadt Shanghais mit einem eigenen Pavillon vertreten) kann man dies leider nicht behaupten. Das präsentierte Passivhaus ist zwar ein guter Ansatz, doch die Umsetzung lässt sehr zu wünschen übrig. Die Ausstellung wirkt unfertig und schlecht installiert, von einem Besuch ist hier also, angesichts der vielfältigen anderen Möglichkeiten, leider abzuraten.

Insgesamt bleibt aber der Eindruck eines beeindruckenden Events. Die Welt rückt auf der Expo zusammen, China zeigt sich weltoffen und freundlich. Shanghai, mit seinem futuristischen Pudong-Viertel, seiner traditionellen Altstadt und seinem bunten Nachtleben, bildet den perfekten Rahmen für eine unglaublich intensive Woche in China.

Christian Droste ist Geschäftsführer der aveor GmbH (www.aveor.de), einer Hamburger Agentur für Messebau und Online-Dienstleistungen. Vom 2. bis zum 9. Mai war er zu Gast auf der EXPO 2010 in Shanghai.



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