In der Pekinger U-Bahn

Was man wissen muss über U-Bahnfahren in China

Eine U-Bahn Station in einer chinesischen Großstadt zur Rush Hour. Laut, hektisch, immer voller Menschen. Ein Moloch sich bewegender Körper – eng aneinandergedrängt strömen sie zusammen und branden auseinander, um ihren respektiven Rolltreppen in die Tiefe zu folgen.

Genau dieses Szenario eignet sich wunderbar, um einige Untersuchungen zum teilweise doch recht eigenwilligen U-Bahn-Fahrverhalten mancher Chinesen anzustellen.

Bereits an der Treppe zu den Bahngleisen stoßen wir auf die erste Auffälligkeit: Chinesen lieben Rolltreppen. Natürlich gibt es auch immer ganz normale Treppen zu den Bahnsteigen, diese fristen in der Regel jedoch ein recht unbeachtetes Dasein. So kann es durchaus vorkommen, dass sich gerade zur Rush Hour dicke Menschentrauben vor den Rolltreppen bilden, es wird geschoben und gedrängelt, jeder will so schnell wie möglich nach oben oder unten gefahren werden. Meist kämen die Reisenden zu Fuß schneller und stressfreier ans Ziel, auf die Idee, die normalen Treppen zu nehmen, kommen jedoch nur sehr wenige – quasi die verkehrstechnischen Rebellen.

Auch in den Zügen selbst kann der findige Beobachter einige Eigenheiten des chinesischen Fahrverhaltens feststellen. So gibt es zum Beispiel die gefürchtete Spezies der Damen über Vierzig. Mit Argusaugen wachen sie beim Einsteigen über den Bahnwagon. Haben sie einen freien Platz entdeckt, ist ihre Stunde zum Zuschlagen gekommen. Zielstrebig und ohne Rücksicht auf Rempeleien schießen sie auf den Sitz zu. Ist ein weiteres Exemplar dieser Spezies in der Nähe, wird der Kampf um das Fleckchen Bank dadurch entschieden, welche der Damen am besten unter dem Allerwertesten der anderen hindurchtauchen kann, denn erst durch direkten Körperkontakt wird ein Platz endgültig in Anspruch genommen. Dies kann zu einigen skurril-komischen Szenen in der Bahn führen.

Doch gibt es auch diejenigen, denen dieser Kampf zu anstrengend zu sein scheint. Um dem täglichen Kampf um einen Sitzplatz zu entgehen nehmen sie sich einfach, ganz findig, ihren eigenen faltbaren Hocker mit in die Bahn. Hier sitzen sie nun in den Gängen – unberührt von dem Gedrängel um sie herum.

Natürlich sind dies nur Momentaufnahmen und die U-Bahnen sind trotz allem immer eine gute Option um sich in großen Städten fortzubewegen. Es macht jedoch einfach Spaß, die Eigenheiten im Fahrverhalten einiger zu beobachten.

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Für Sie schreibt: Laura Rudschuck-Henne

Online-Marketing und Redaktion bei China Tours

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