Kultur und Kunst in Peking: Ein Besuch des Chinesischen Nationalmuseums

Bei der Rundreise “China entdecken” erlebt man 23 Tage China pur! Neben den Reisterrassen in Longsheng und einem Besuch der Pandabären in Chengdu, steht auch die Metropole Peking auf dem Reiseplan. Ist man einmal am bekannten Tian’anmen Platz, so bietet sich eine Besichtigung des Nationalmuseums an der Ostseite des Platzes an./ Unsere Mitarbeiterin Ulrike Hecker erkundete auf dieser Reise das Museum und berichtet davon.

Ende März 2011 wurde in Peking nach mehrjähriger Renovierung das Chinesische Nationalmuseum wieder eröffnet. Ich kenne das Museum schon von früheren Besuchen und war nun ganz gespannt, was und wie sich alles verändert hatte. Deshalb führte mich mein erster Gang in Peking vor ein paar Wochen gleich zum Platz des Himmlischen Friedens, an dessen Ostseite das mächtige Gebäude steht. Von außen scheint sich fast gar nichts geändert zu haben. Die mächtigen Pfeiler, die breite Front spiegeln das Gebäude des Nationalkongresses auf der Westseite wider.

Andächtig nähere ich mich dem Eingang, der unscheinbar an der rechten Ecke liegt. Die Menschenschlange davor ist überschaubar, was aber auch an dem Regenschauer liegen mag, der gerade auf uns herunter prasselt. Noch bevor man sein Ticket kauft, werden die Taschen durchsucht und gescannt. Endlich kann ich die große Eingangshalle betreten. Hier ist wirklich nichts mehr so wie es war: lichtdurchflutete hohe Hallen, breite Treppenaufgänge und ein imposantes Relief haben die düsteren Räume der Vergangenheit abgelöst.

Die Konfuziusstatue im Museumsinnenhof
Die Konfuziusstatue im Museumsinnenhof

Vorsichtig gehe ich über den glänzenden Steinfußboden und suche eine Übersichtstafel. Aha: „Ancient China“ – das suche ich! Doch als ich zum entsprechenden Aufgang gehe, teilen mir die netten jungen Damen dort mit, dass „Ancient China“ noch nicht eröffnet ist. Schade, denn diese Sammlung mit den bedeutendsten chinesischen Kulturgütern hatte mich besonders interessiert! Es bleiben mir eine Ausstellung mit Tuschebildern von chinesischen Künstlern aus dem 20. Jahrhundert und je eine Halle mit Porzellan, Bronzen und buddhistischen Kunstwerken. Alles wirklich hervorragend platziert, gut beleuchtet und einfach schön! In der Porzellanausstellung fehlen mir englisch sprachige Erklärungen. Auch sonst sind die Beschriftungen eher sparsam verteilt. Trotzdem wandere ich ehrfürchtig staunend von einer Vitrine zur nächsten. Alles wird bestens bewacht von zahlreichen jungen Frauen und Männern, die mit Argus-Augen darüber wachen, dass man auch nicht „aus Versehen“ mal ein Foto macht.

Ein großer Bereich ist der Ausstellung “Kunst der Aufklärung“ gewidmet, für die noch ein Extra-Eintrittsgeld anfällt. Leihgaben aus den Museen in Berlin, Dresden und München präsentieren die Kunst der Aufklärung in ihrer ganzen Breite – von der Malerei, Skulptur und Grafik über das Kunsthandwerk und die Mode bis hin zu wissenschaftlichen Instrumenten. Ich bin sehr beeindruckt von den Kunstwerken. Es sind auch gar nicht so wenige Besucher da, wie es manche Pressemitteilung glauben machen möchte.

Voller großer Eindrücke verlasse ich nach ein paar Stunden das Museum. Dabei komme ich nicht umhin, die umstrittene Konfuzius-Statue zu bewundern, die nach einigen Diskussionen jetzt ihren unübersehbaren Platz im Museumshof gefunden hat.

Im Mai hat nun auch die Ausstellung „Ancient China“ eröffnet, so dass sich ein Besuch des Nationalmuseums in Peking auf jeden Fall lohnt. Ich werde bestimmt wieder kommen!

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 09:00 bis 17:00 Uhr

Eintritt: 30 RMB. Die ersten 3.000 Besucher jeden Tag erhalten freien Eintritt.

Die Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ läuft noch bis Ende März 2012.

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Für Sie schreibt: Elisa Kless

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