Reisebericht: Auf der Legendären Seidenstraße Reise Teil 1

China Tours-Mitarbeiter Malte Gaack hat sich auf eine China Reise in den entfernten Nordwesten des Landes gemacht und bereiste die Legendäre Seidenstraße. In seinem Reisebericht erzählt er zunächst vom ersten Teil seiner Reise, die in der ehemaligen Kaiserstadt Xi’an begann:

Legendäre Seidenstraße, das ist eines dieser assoziationsgeladenen Wörter, bei denen sich automatisch Bilder vor dem inneren Auge projizieren. Verschlungene Handelswege, Kamelkarawanen, Wüsten, Banditen und endlose Strapazen auf der einen, und kostbare Güter wie chinesische Seide, Porzellan und Tee, aber auch reiche Oasenstädte und orientalisches Flair auf der anderen Seite schießen einem spontan durch den Kopf. Und eine Berühmtheit, dessen Name fast schon Inbegriff der Seidenstraße ist, taucht auf – Marco Polo. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen welche Gefahren die Karawanen einst auf sich nahmen. Als sie sich auf ihre tausende Kilometer lange Legendäre Seidenstraße Reise in den Westen begaben. Welche Schätze mögen sie gelockt haben diese Strapazen in Kauf zu nehmen? Wir stehen am Denkmal der Seidenstraße in Xi’an. Von hier, am Westtor der einstigen Kaiserstadt, das heute nicht mehr existiert, brachen die Kamelkarawanen einst auf. Xi’an liegt im Zentrum Chinas, rund 1.000 Kilometer vom Meer entfernt und doch sind es bis Kashgar, nahe der westlichen Landesgrenze zu Pakistan, noch annähernd  4.000 Kilometer. Von der einstigen Größe und Bedeutung der Stadt zeugt noch heute die monumentale Stadtmauer, die mit zwölf Kilometern Länge den Altstadtkern umschließt. Wer die Millionenmetropolen Ost- und Südchinas kennt, auf den wirkt dieser eher provinziell. Das mag auch daran liegen, dass die Hochhäuser der Stadt außerhalb des Stadtkerns liegen.

Die Legendäre Terrakotta-Armee

Noch viel mehr als die Stadtmauer bezeugt aber eine China Sehenswürdigkeit vor den Toren der Stadt von ihrem einstigen Ruhm. An ihr kommt kein Besucher vorbei. Es ist die legendäre Terrakotta-Armee des Ersten Kaiser Qin Shihuangdi. Schnell wird noch ein Erinnerungsfoto geschossen. Xi’an haben wir nun gesehen und auch die Hauptstadt Peking besucht, jetzt aber geht die Legendäre Seidenstraße Reise richtig los. Auch wir machen uns auf den Weg Richtung Westen, folgen einem der Pfade der Seidenstraße, die eigentlich mehr ein Netz aus verschiedenen Routen ist als eine Straße, bis in den äußersten Westen Chinas. Natürlich greifen wir dabei auf die komfortablen Fortbewegungsmittel der Moderne zurück, fliegen mit dem Flugzeug und fahren mit Bus und Bahn. Die gesamte Reise ist organisiert, so dass wir wenig mehr machen brauchen als morgens aufzustehen und unserem China Tours-Reiseleiter zu den Sehenswürdigkeiten zu folgen und seinen Ausführungen zu lauschen. Von solchem Luxus konnten die einstigen Karawanen natürlich nur träumen.

Hiphop-Tanz in Jiayuguan
Hiphop-Tanz in Jiayuguan

Wir fliegen Richtung Nordwesten, die Landschaft wird trockener, bis wir unter uns nur noch Wüste sehen. Genau hier wollen wir hin, nach Jiayuguan. Jiayuguan ist eine Oasenstadt im Nordwesten der Provinz Gansu die dank ihrer Bodenschätze gewachsen und reich geworden ist. Hitze empfängt uns beim Verlassen des Flughafens und der China Tours-Reiseleiter mahnt uns eindringlich viel Wasser zu trinken und uns vor der Sonne zu schützen. Wir sind nur eine Provinz weiter gereist und doch schon 1.000 Kilometer von Xi’an entfernt. Die Industriestadt Jiayuguan sieht aus wie die meisten boomenden Städte Chinas. Es gibt viele hohe Wohnhäuser, kleine Geschäfte dicht an dicht mit viel bunter Reklame, mehrspurige Hauptstraßen, Glasfassaden, einen Park und natürlich einen Volksplatz. Gerade übt dort eine Gruppe Schüler einen Hiphop-Tanz ein, den sie am folgenden Tag unter dem Lautsprecherdröhnen zu laut aufgedrehter Musik vorführen wird. Abends, wenn die Stadt ein bisschen abgekühlt ist, tanzen hier die älteren Chinesen in einem großen Kreis und mit viel Hingabe und laden auch uns zum Mitmachen ein.

Die Große Mauer der Ming-Dynastie

In Jiayuguan endet die Große Mauer der Ming-Dynastie. Wir besuchen die mächtige Festung der Stadt. Dahinter erstreckt sich bis zum Horizont die steinige Wüste Gobi. Zur linken und rechten Seite der Festung schützten Gebirgszüge das Kaiserreich. Eine Mauer, die so genannte Hängende Mauer, führt zu beiden Seiten bis in die Berge hinein. Die Festung war das Tor in das alte Kaiserreich der Ming und so wirkt sie mit ihren 10 m hohen Mauern und klassischen pavillonähnlichen Wachtürmen wie ein Aushängeschild Chinas. Hinter den Mauern der Ming stieg für die auf der Seidenstraße reisenden Kamelkarawanen die Gefahr. Ab hier schützten nur noch Feuersignaltürme, die bis weit in das Land hinein reichten, ihren Weg. Durch die Gobi fahren wir weiter nach Dunhuang, stoppen an einem der alten Feuersignaltürme und sehen unterwegs riesige Windparks.

Was bei uns im Westen kaum einer wahrgenommen hat: China ist inzwischen weltweit führend in der Gewinnung von Strom aus Windenergie. Auch Dunhuang ist eine Oase. Direkt an die Stadt grenzen riesige Sanddünnen. Wir machen uns auf den Weg nach oben. Mit jedem Schritt auf dem Kamm der Düne sinken die Füße bis zum Knöchel in den feinkörnigen Sand ein, füllen sich die Schuhe und rutschen dann wieder ein Stück hinab. Es scheint als ginge man die doppelte Strecke. Von oben kann man dafür dann aber die Oase überblicken, sieht die Kante zwischen dem Grün der Pflanzen und dem Gelb der Wüste. Zwischen zwei Dünen liegt der Mondsichelsee, ein natürlich mit Grundwasser gespeister See in Sichelform, der leider durch den Wasserbedarf der Landwirtschaft langsam zu versiegen droht.

Dunhuang: Singende Sanddüne
Dunhuang: Singende Sanddüne

Die Mogao-Grotten Dunhuangs

Etwas außerhalb Dunhuangs liegen die berühmten Mogao-Grotten. An einer 1.600 Meter langen Felswand haben buddhistische Mönche im 4 Jahrhundert hier damit begonnen Grotten in die Felswand zu schlagen, aus Lehm Buddhas zu formen und die Wände mit buddhistischen Geschichten auszumalen. Daraus gründete sich eine Tradition die besonders entlang der Seidenstraße gepflegt wurde, schließlich galt es sich durch Stiftungen himmlischen Segen für die gefährliche Reise zu sichern. Über die Seidenstraße wurden nicht nur Waren getauscht sondern auch Philosophien und Religionen transportiert, kamen der Buddhismus und Islam nach China. Die Mogao-Grotten beeindrucken jedenfalls noch heute mit ihrer Pracht, Detailverliebtheit und Farbenfreude und übertreffen damit alle anderen Grotten entlang der Route. Dann geht es wieder zum Flughafen – weiter westwärts. Wofür die Kamele einst Wochen brauchten, benötigen wir nur ein paar Stunden, gemütlich im gepolsterten Sessel. Im nächsten Teil geht die Legendäre Seidenstraße Reise weiter in die Provinz Xinjiang – Chinas Wilden Westen.

Lesen Sie weiter: Reisebericht: Auf der Seidenstraßen Reise Teil 2 & Reisebericht: Auf der Seidenstraßen Reise Teil 3

Für Sie schreibt: Laura Dostal

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