Mythen und Legenden rund um die Li-Fluss Landschaft

Die Li-Fluss Landschaft  windet sich wie ein blaues Seidenband durch die Berge, die smaragdgrünen Haarnadeln gleichen. Der Li Jiang oder auch Li-Fluss, der sich durch die Karstberge bei Guilin im Süden Chinas  schlängelt, ist der Inbegriff einer harmonisch schönen Landschaft in China. Dies ist auch der Grund, warum der insgesamt 437 Km lange Fluss das Motiv so vieler Gemälde ist und sogar die Rückseite der 20 RMB-Scheine ziert.

Der Fluss entspringt in den Mao’er Bergen in dem Bezirk Xing’an, der im Süden Chinas in der Provinz Guangxi liegt, und mündet in den Gui Jiang, ein Nebenfluss des Westflusses, der der Hauptteil des Perlflusses ist. Die Berge um Guilin entstanden bereits vor 200 Millionen Jahren, als sich das Meer zurückzog und durch Plattentektonik entstandene Erhebungen freigab. Über die Jahrtausende bildeten sich diese einzigartigen Karstformationen, die nun Jahr für Jahr tausende Besucher in diese malerische Landschaft ziehen. Die Harmonie zwischen Bergen und Fluss ist einzigartig und sie selbst zu sehen, ist ein Erlebnis für sich. Jeder, der nach Guilin fährt, sollte auf jeden Fall die vierstündige Flussfahrt mitmachen und die Li-Fluss Landschaft genießen.

Während der Flussfahrt

Die wunderschöne Szenerie regt nicht nur den Geist an, sondern auch die Fantasie der Menschen. So ranken sich die verschiedensten Mythen und Legenden um die eigentümlichen Formationen der Karstberge. Manche von ihnen bestehen in der Deutung von Bildern, die durch die verschiedenfarbigen Felsen in die Steilhänge gemalt zu sein scheinen. Das Fresko der neun Pferde ist wohl eines der bekanntesten Bilderrätsel der Li-Fluss-Fahrt. Die Legende besagt, wer alle neun Pferde in dem Fresko ausfindig machen kann, ist der Gelehrteste von allen ist. Aber auch der Mann, der rückwärts auf einem Esel reitet, ist ein witziges Bild, das sich in die Felsen gegraben hat.

Anderen Felsen wurde eine bestimmte Deutung aufgrund ihrer Form zuteil. Neben der Mutter mit ihrem Kind auf dem Rücken oder dem Katzenkopf, lassen sich auch der Drachenkopf oder die Schnecke finden. Doch die berühmteste aller Sehenswürdigkeiten ist der Huangbu Strand. An ihm spiegelt sich die wunderschöne Felsformation wieder, die man auch auf dem 20 RMB-Schein bewundern kann. Eine Legende besagt, dass einst sieben Feenschwestern auf die Erde hinabstiegen. Sie fanden den Fluss und während die Feen badeten, erkannten sie die Schönheit der Landschaft, die durch die Spiegelung auf dem Fluss noch hervorgehoben wurde. Da ihnen der Ort so wunderbar vorkam, beschlossen sie nicht mehr in den Himmel zurückzukehren. Doch als der Jadekaiser, die Hauptgottheit im Daoismus, versuchte sie zurück zu beordern, verwandelten sie sich in Felsen, um die Schönheit dieses Ortes nie mehr missen zu müssen. So stehen sie noch heute vereint in ewiger Schönheit und Harmonie mit der Li-Fluss Landschaft.

Eine ganz andere Geschichte

Würde man dem Fluss bei Yangshuo, einer kleinen touristischen Stadt etwa 65 km von Guilin entfernt, folgen, kommt man nach einiger Zeit zum Shutong Felsen. Dieser zehn Meter hohe Steinturm ragt direkt neben dem Li-Fluss in die Höhe und auch ihn umrankt eine Legende: Einst lebte ein Drache an dem Fluss. Er war grausam und bösartig und terrorisierte die Menschen in der Umgebung. Keiner wusste recht, wie man ihn aufhalten kann und so litten die Bewohner der Gegend immer mehr unter der Herrschaft des Drachen. Eines Tages vermachte ein Lehrer seinem Schüler ein Buch und erklärte, dass mit diesem Buch der Drache bezwungen werden könne. Der Junge nahm sich sogleich das Buch und suchte den Drachen um seinem Treiben endgültig Einhalt zu gebieten. Als der Schüler den Drachen fand, öffnete er das Buch und der Drache fiel tot in die Fluten. Doch aus Angst der Drache könnte sich nur totstellen, verwandelte sich der Junge und das Buch in einen Felsen um stets über die Bewohner der Region zu wachen.

China zu Land und zu Wasser

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Für Sie schreibt: China Tours

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