Reisebericht Peking: Zwischen Tradition und Moderne

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Unsere Mitarbeiterin Ulrike Löhrl ist in China unterwegs. In diesem Reisebericht erzählt Sie von Ihren Eindrücken in Peking.

Von Ulrike Löhrl

Heute morgen bin ich vor dem Wecker aufgewacht  ich schaue auf den kahlen Baum vor meinem Hotelfenster hier im Bamboo Garden Hotel in Peking. Es ist ein Persimonen-Baum, an dem noch die leuchtend orangefarbenen Früchten hängen - Persimonen sind Früchte wie Khaki (oder Scharon). Nur die Vögel kümmern sich um die Früchte. Auf den Märkten hier im Hutongviertel kann man Persimonen frisch kaufen, oder getrocknet.

Am anderen Ende des Innenhofes stehen Bäume mit gelbem Laub vor dem blauen Pekinger Himmel, die Wipfel mit ihren Blättern beschienen von der Sonne. Es ist knackig kalt. Das schöne Wetter kam mit uns an und wird Peking auch morgen wieder verlassen, sagt der Wetterbericht. Die Freunde, mit denen ich unterwegs bin, fahren heute zur Mauer, um den Sonnenuntergang zu erleben - da sind lange Unterhosen angesagt.

Persimonen-Baum in Peking.

 

Seit 3 Tagen sind wir in Peking und haben schon platte Füße vom Rumlaufen, vom U-Bahnfahren, vom Stehen und Zugucken, vom Pflastertreten.  Gegensätze an jeder Straßenecke, das Nebeneinander von Moderne und Tradiertem, unter der Tünche der Moderne erkenne ich das Alte, das Bekannte. Die Menschen haben sich nicht wirklich verändert. Ich versuche, viele verschiedene Eindrücke zu vermitteln, und was ich an Peking so mag.

In den traditionellen Hutongs

Unser Hotel, das Bamboo Garden Hotel, war einstmals die Residenz eines Postministers in der Qing-Dynastie und ist wie eine kleine Oase hier in einem der letzten Hutongs, den traditionellen Gassenvierteln von Peking. Es gibt modernere schickere Hotels, aber mir gefällts. Auch wenn das Frühstück eher für Leute mit chinesischem Geschmack geeignet ist, der Kaffee fast ungenießbar, weil viel zu lange auf der Warmhalteplatte gestanden und die Bedienungen wie fast überall gelangweilt herumstehen. Ich genieße meinen Reisbrei mit Salzgemüse, Dämpfbrötchen mit roter Bohnenpaste oder Bratnudeln. Morgen soll es dann auf jeden Fall Nudelsuppe sein, die stand bei den chinesischen Nachbarn auf dem Tisch.

Von der Gasse aus betritt man das Hotel  durch ein großes rotes Tor und landet in der Vergangenheit. Gegenüber dem Tor steht ein großer Stein. Vom ersten Hof mit der Rezeption führen verwinkelte Wandelgänge behangen mit roten Laternen  vorbei am Restaurant in einen zweiten Hof mit einem kleinen Bambuswäldchen. Verschiedenen verschlungene Wege führen zu einzelnen Gebäuden mit den Zimmern. Es ist ruhig, zu hören sind jetzt am Morgen nur die langsamen Besenstriche, mit denen eine Hotelangestellte gemächlich das letzte Laub der Bäume auf dem Hof zusammenfegt.

Wenn ich aus dem Hoteltor trete, stehe ich in einer engen Gasse. Jedesmal wenn ein Auto kommt, müssen die Fußgänger zur Seite treten, damit es vorbei fahren kann. In diesem Viertel ist es ruhig, hier leben noch viele Menschen, es gibt kleine Läden, den Friseur, den kleinen Kiosk, ein echtes Wohnviertel.

Ulrike Löhrl.

Das moderne Peking

Gestern Abend haben wir die Gegend um die Nanluo Guxiang erkundet, 10 Minuten von unserem Hotel die Gulou Dajie hinunter - ein sozusagen gentrifiziertes Hutong-Viertel, ein Laden reiht sich neben die nächste Bar, das nächste Restaurant - ein wenig wie im Hamburger Schanzenviertel. Deutlich jüngeres Publikum und High Life. Aber nur einige Schritte in eine Seitengasse und schon war es wieder ruhig und dunkler, keine bunten Lämpchen mehr, keine Menschen auf der Gasse, nur eine Frau, die ihren Hund Gassi führte. Wir sind durch die Seitengassen gestreift, bis wir die Abbruchkante erreichten, da wo die alten Häuser schon abgerissen und die Bauzäune errichtet sind.

Langsam verschwinden die alten Viertel und die Leute werden umgesiedelt. Haben sie es dann besser, weil sie eigene Badezimmer mit fließend heißem Wasser haben und nicht mehr auf das Gemeinschaftsklo 100 Meter weiter gehen müssen, oder schlechter, weil sie anonymer wohnen, dafür aber mehr Bequemlichkeit haben? Einige Viertel werden unter Bestandsschutz gestellt, aber da kaufen sich dann die Menschen mit Geld ein, die die Häuser renovieren, für sich schöne Wohnräume schaffen, oder hippe Restaurants eröffnen mit moderner Pekinger oder internationaler Küche, kleine Kunsthandwerksläden, in denen vom Unikat bis zum China-Kitsch alles angeboten wird.

Dann landeten wir wieder auf der großen Straße mit ihrem prallen Leben, kamen am Trommelturm wieder auf die Straße Richtung Bamboo Garden. Wochenende, und ganz viele Menschen unterwegs, auf dem Weg ins Restaurant, in die Bar, die Disco... Wie trocken die Pekinger Luft ist - nach einiger Zeit an der Luft fängt die Gesichtshaut an zu jucken, unter der Mütze juckt es unerträglich, die Haare fliegen, die Lippen trocknen aus, ein Fettstift für die Lippen ist überlebensnotwendig.

Heute kommt mein Pekinger Kollege und wir besichtigen einige Hotels, mal schauen, ob sie für unsere Individual-Reisenden geeignet sind. Am Abend essen wir Peking-Ente. Die Zeit ist einfach viel zu kurz für alles, aber man kann ja wiederkommen. Morgen geht es schon weiter nach Yichang, und wir begeben uns auf Kreuzfahrt. Da können sich alle erholen, und das Erlebte erst einmal sacken lassen.

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Hotel Peking.

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