Reisebericht: Von den Tropen in die Subtropen

Unsere Mitarbeiterin Ulrike Löhrl ist in China unterwegs. In diesem Reisebericht erzählt Sie von Ihren Erlebnissen in Yunnan, Xishuangbanna, Guilin und Yangshuo.

Von Ulrike Löhrl

Das tropische Yunnan

Habe ich eigentlich schon erzählt, dass wir diese Reise zu dritt unternehmen? Zwei Freunde wollten gerne “mein China” kennenlernen. Ich habe versucht, einen Reiseverlauf zusammenzustellen, der möglichst viele Gegensätze enthält und auch für mich unbekannte Regionen berücksichtigt, wie eben jetzt das südliche, tropische Yunnan. Also von Nord nach Süd, von Großstadt zu Natur, von “normalen” Hotels zu Gasthäusern, von kalt zu warm.

Nach einem langen Fahrtag haben wir von Jianshui nun Jinghong in Xishuangbanna erreicht – anvisiert waren 6 Stunden Fahrtzeit. Aber die Autobahn war unterbrochen und wir mussten die alte kurvenreiche Straße über die Berge nehmen, atemberaubende Ausblicke auf die Landschaft von den schmalen Bergstraßen aus, kleine Dörfer und Felder, dann wieder Serpentinen die Berge hinauf, mit Pausen waren wir ca. 10 Stunden unterwegs. Unser Fahrer Herr Cao hat uns souverän gefahren, aber das muss auch für ihn anstrengend gewesen sein. Nach der Ankunft in Jinghong war noch ein kleiner Gang aus dem Hotel drin, ein bisschen essen und ein kaltes Bier, E-Mails checken und dann gleich ins Bett.

Es ist auch nachts noch um 20 Grad, ungewohnte Wärme, ich muss meinen Koffer umpacken, hier sind die Sommersachen dran. Diese Stadt wirkt ganz anders als die zentralchinesischen Städte. Jinghong liegt im Autonomen Gebiet der Dai, schon die Häuser sehen anders aus und die Verständigung auf Putonghua ist schwierig, sie verstehen mich, aber ich nicht unbedingt ihre Antworten. Die Amtssprachen sind Dai und Chinesisch, die Schilder sind zweisprachig, Dai an erster Stelle und dann Chinesisch. Von Jinghong bis zur Grenze nach Burma sind es knapp 130 Kilometer, an den Mautstellen werden die Fahrzeuge von der Polizei kontrolliert – Goldenes Dreieck. Auch wir mussten die Autotüren öffnen und uns mustern lassen, ob wir denn potenzielle Drogenschmuggler seien.

Die Dai sind Buddhisten, und ihr Totemtier ist der Pfau. An den Häusern der Dai in den Dörfern sieht man überall die Symbole des Pfauen angebracht. Und den Elefanten verehren sie sehr. Durch Jinghong fliesst der Langcang Fluss, besser auch bekannt als Mekong.

Bei Jinghong gibt es einen wunderbaren Botanischen Garten, durch den wir mit unserem örtlichen Begleiter James, einem Dai, spaziert sind. Judy, unsere Begleiterin seit Kunming und Herr Cao, unser Fahrer, gehören schon richtig dazu, wir lachen viel zusammen. Wir müssen alle exotischen Obstsorten probieren wie wild wachsende Bananen (mit Kernen), zuckersüße Ananas, Pitahaya (Drachenfrucht) mit violettem Fruchtfleisch, Kokosnuss, Papaya, Melonen, Eierfrucht – so viele Vitamine. Immer wieder kommt einer von den dreien mit neuem Obst an. Es ist so schön hier, prächtige Blumen in leuchtenden Farben, üppige Natur, aber auch jede mögliche Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Ein wichtiger Erwerbszweig ist die Gewinnung von Latex, zu dem Zwecke werden Gummibaumplantagen angelegt und angezapft.

Auf den Spuren der Waldelefanten sind wir im Elefantental gewesen, haben uns eine unsäglich Elefantenshow angesehen, wo die Elefanten Männchen machen mussten. Dann aber sind wir mit der Seilbahn über das Tal mit tropischem Regenwald geschwebt, und haben auf dem Rückweg auf den gekennzeichneten Wegen auch Losung und Spuren von Elefanten an den Wasserstellen gesehen. Die kommen nur in der Nacht heraus, wenn die lärmenden Menschen fort sind. Es soll noch 250 frei lebende Exemplare in diesem Reservat geben. Ein schöner Tag, aber viel zu kurz – Yunnan und Xishuangbanna sind wirklich eine eigene Reise wert.

Ulrike in Jinghong

Weiter nach Guilin in die Subtropen

Am Donnerstag sind wir vormittags von Jinghong nach Kunming geflogen und weiter nach Guilin. Im Kunminger Flughafen war es so kalt, dass wir unseren Atem als kleine Wölkchen sahen – anscheinend war die Klimaanlage defekt, und so von 24 auf gefühlte 4 Grad runtergekühlt zu werden, war schon heftig. Glücklicherweise mussten wir nur 1 Stunde warten, dann konnten wir einsteigen und uns im Flugzeug aufwärmen. Auch in Guilin ist Winter, subtropischer Winter mit Abendtemperaturen um die 10 Grad, und nach den warmen Tagen in Yunnan ist es ein Temperaturunterschied von mindestens 10 Grad.

Beim Abendspaziergang nach dem Essen war ich sehr froh über meine Fleecejacke. Es soll sonnig werden in den nächsten Tagen, so wie wir überhaupt auf der ganzen Reise vom Wetter verwöhnt wurden. Wenn es geregnet hat, dann nur nachts, und wir hatten fast immer Sonnenschein. Meine lieben Kolleginnen haben uns zum Mittagessen eingeladen, und wir haben leckere Krebse und Krabben gegessen, bevor wir uns nach Yangshuo aufgemacht haben.

Und jetzt sitzen wir auf der Terrasse meiner Kollegin Zhong Niling, in ihrem kleinen Gasthaus am Yulong-Fluss (Jade-Drachen-Fluss), einem Nebenfluss des Li-Flusses. Das Gasthaus hat nur 6 Zimmer, ganz simpel und einfach eingerichtet, aber gelegen inmitten der wunderschönen Karstkegelberg-Landschaft. Es ist kalt, aber wir haben uns warm eingepackt und werden draußen essen. Xiao Zhu, der Mann von Zhong Niling kocht – gegessen wird, was auf den Tisch kommt – örtlicher Fisch, örtliches Gemüse und Tofu. Es riecht schon köstlich.

Hat dieser Reisebericht Ihre Reiselust nach China geweckt? Dann reisen Sie mit uns ins Reich der Mitte – hier geht’s zu unseren China Reisen.

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Für Sie schreibt: Laura Rudschuck-Henne

Online-Marketing und Redaktion bei China Tours

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