Reisebericht: Chinas Glanzlichter Teil 1

Frank Kraemer ist mit uns nach China gereist. Seine Erlebnisse auf der Rundreise “Chinas Glanzlichter” hat er in einem ausführlichen Reisebericht zusammengetragen. Im ersten Teil seines Reiseberichts erzählt er unter anderem von seinen Eindrücken in Shanghai und Wuzhen (Tag 1-4).

Verfasst von Frank Kraemer

Anreise in das Reich der Mitte

Mit Argusaugen schaut die Beamtin der Visastelle in Frankfurt auf meine Anträge. Das Ausfüllen der Dokumente ist schon ein kleiner Bürokratie-Marathon. Hotelliste, Beruf, Krankheiten, Reisebestätigung und jetzt noch die Flugbuchung rasch finden. Dazu ein sportliches Eintrittsgeld von 67 Euro pro Kopf. Scheinbar ist aber meine „Lang Nase“ in Ordnung und so knallen die Stempel der Beamtin mit viel Schwung auf die unzähligen Papiere. Eine Woche später, gleicher Ort, noch das Geld bezahlen und die Pässe wieder abholen und los geht es nach China.

Ankunft Shanghai

Der Airbus A330 von Air China hebt pünktlich ab in Frankfurt. Die Aluminium-Personentransportkiste ist zum Glück relativ leer, sodass ausreichend Platz vorhanden ist. Die Ausstattung ist hochmodern, jeder Sitz hat ein In-Seat Entertainment System und die Videothek ist gut gefüllt mit recht neuen Filmen. Erstaunlich für mich war die gewählte Flugroute. Sicher logisch von der Erdkugel aus gesehen, führte der Flugweg nach China über Stralsund im Norden über die Ostsee, an Stockholm vorbei, über Tallinn, nördlich an Moskau vorbei, lange über Russland bis zur nördlichen Grenze von China.

Der Service an Board ist fix und so gehen die 10h20min halbwegs erträglich vorbei. Einreise erfolgt mit Landungskarte wie in USA, Geld tauschen, Koffer finden, am Zoll vorbei usw. alles überhaupt kein Problem. Nach dem Ausgang sehen wir schon den Wimpel von China Tours in der Hand von Herrn Chen Jun flattern. Die Gruppe sammelt sich und fix geht es los Richtung Maglev Bahnstation.

Höher, weiter, schneller in Shanghai

Die massive Bauwut der Chinesen ist schon beeindruckend. Die Hochhaus-Szenen aus dem letzten James Bond (Skyfall) sind in der Realität noch gewaltiger anzuschauen als im Film. Mit der Magnetschwebebahn, hier Maglev genannt, geht es an den südlichen Stadtrand Shanghais. Von dort aus geht es mit Bus, U-Bahn oder Taxi zur Weiterfahrt. Der Bus quälte sich durch den heftigen Stadtverkehr von Shanghai und so langsam bekommen wir einen Eindruck von der Größe und Dynamik, die hier anzutreffen ist.

Shanghai

Im Hotel angekommen läuft alles nach Plan und so konnten wir uns als Gruppe beim gemeinsamen Essen erstmals beschnuppern. Ein blauer Himmel mit Sonnenschein empfängt uns in Shanghai und so ist es sinnvoll, am gleichen Abend noch zu einer Nachtfahrt durch die Stadt aufzubrechen.

Rund um den Huangpu Fluß

In nur 46 Sekunden schaffen wir die Fahrt bis ins 88. Stockwerk vom Jin Mao Tower im Stadtteil Pudong von Shanghai. Das Haus hat angeblich genau 88 Stockwerke, weil dies das Alter von Deng Xiaoping zu Baubeginn war. Leider versperrt uns eine dicke weiße Nebelsuppe, wie auf dem Nebelhorn im Allgäu, die Sicht auf die Stadt.

Viel mehr zu sehen gibt es anschließend im tollen Shanghai Museum. Der Bus bringt uns direkt vor die Tür. Dort können wir ganz viele Dinge aus der chinesischen Kultur anschauen. Das Museum hat ca. zehn Galerien, die einen vollständigen Überblick über die chinesische Kunst und Kultur bieten. Es birgt über 120.000 Exponate. Im Anschluss geht es dann in die Altstadt von Shanghai, wo wir uns umschauen und an einer chinesischen Tee Zeremonie teilnehmen. Das ist so eine Art Weinprobe nur mit Tee.

Shanghai bei Nacht Bund

Wir trauen unseren Augen kaum, als wir auf der Uferpromenade am Bund von Shanghai die SPD Bank entdecken. Unser Reiseleiter gibt Entwarnung: SPD steht in China für „Shanghai Pudong Development“ Bank und nicht für die deutsche Partei. Wir dürfen anschließend sogar den Schalterraum in dem schönen alten Gebäude besichtigen. Ursprünglich wurde es von der HSBC Bank im Jahr 1923 von einem Schotten gebaut. HSBC steht für „Hongkong and Shanghai Banking Corporation“.

Im Anschluss sind wir am Flussufer gewandert und haben in einem netten Restaurant zu Abend gegessen. Alle Gäste sitzen an einem runden Tisch und haben Besteck und Teller vor sich. Die Speisen kommen in die Mitte des Tisches auf eine drehbare Platte. Jeder nimmt sich von dem Essen etwas auf seinen eigenen Teller. Dazu gibt es viel grünen Tee und ein Glas HANS Bier.

Bevor wir mit dem Bus wieder ins Hotel fahren, lädt uns China Tours auf einen Drink in eine Bar direkt am Fluss ein. Der Club mit dem Namen Bar Rouge befindet sich auf der Dachterrasse eines Hochhauses direkt am Bund gelegen mit Blick auf den berühmten Oriental Pearl Tower.

Shanghai Oriental Pearl Tower

Mit dem goldenen Drachen in das Venedig Chinas

Nach einem reichhaltigen Frühstück ist das Tagesziel heute Suzhou. Die Stadt liegt nur ca. 2 Stunden von Shanghai entfernt und wird auch das Venedig des Ostens genannt. Der Goldene Drachen setzt sich in Bewegung und schafft uns schnell aus der Stadt raus. Wie auch in Frankreich, gibt es auf den Autobahnen in China etliche Mautstellen, mit denen unser Drachenlenker erbittert kämpft.

Am Ziel angekommen, sind viele Kanäle und schöne Gärten zu bestaunen. Leider gibt es auch den ganzen Tag Wasser von oben – nicht wirklich viel, nur ein dauerhafter leichter Sprühregen bei 25 Grad. Die Bootsfahrt auf den Kanälen der Stadt erinnert mich sehr an die Khlong’s in Bangkok. Das Hotel lieht auch direkt am Wasser und das WLAN funktioniert sofort.

Wasserdorf Suzhou

Zum leichten Abendessen geht ein Teil der Gruppe in ein Kaufhaus mit Restaurant im 4. Stock. Das Restaurant ist in Ordnung, der eigentliche Höhepunkt des Abends aber ist der Bummel durch das Kaufhaus. Vor allem die Fischabteilung in dem mehrstöckigen nagelneuen Supermarkt ist der Hammer. Lebende Suppenschildkröten, Aale und fette Kröten in Hülle und Fülle.

Horst, ein Teilnehmer unserer Reisegruppe, will die Suppenschildkröten im Supermarkt am liebsten kaufen und in einem der vielen Kanälen aussetzen. Dieses Ansinnen bringt Reiseleiter Franz doch ziemlich zum Staunen. Er meint, die Suppe wäre doch lecker. Als Horst aber die meterlangen Theken voller Schildkröten, Kröten, Muscheln, Aale sieht, wird klar, mit einem Einkaufswagen voll ist da nicht viel zu machen. Die Rettungsaktion wird schnell wieder abgeblasen.

Fischabteilung Supermarkt Suzhou

Das Wasserdorf Wuzhen

2 Stunden vor den Toren Shanghais befindet sich das Wasserdorf Wuzhen, ein aufwendig und stilecht renoviertes traditionelles Dorf, welches das Leben des alten Chinas zeigt. Neben noblen Hotels und Gästehäusern fügen sich Geschäfte, Restaurants, Cafés und Bars sehr geschickt in das Gesamtbild ein.

Damit das Ganze auch richtig rund wird, gibt es zudem eine große Freilichtbühne mit See drum herum und ein neues Opernhaus auf dem gleichen Gelände. Zielgruppe ist ganz klar neben ausländischen auch einheimische Touristen, die wir in entsprechender Anzahl gesehen haben.

Was Frank Kraemer noch so auf der Reise “Chinas Glanzlichter” erlebt hat, erfahren Sie im zweiten und dritten Teil seines Reiseberichts.

Chinas Glanzlichter

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Für Sie schreibt: Laura Rudschuck-Henne

Online-Marketing und Redaktion bei China Tours

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