Reisebericht: Von Chongqing nach Kunming

Unsere Mitarbeiterin Ulrike Löhrl ist in China unterwegs. In diesem Reisebericht erzählt Sie von Ihren Eindrücken in Chongqing und Kunming.

Von Ulrike Löhrl

Gestern Abend erreichten wir Chongqing und gingen am Ufer mitten in der Stadt vor Anker. Letzte Nacht verbrachten wir auf dem Schiff. Gegenüber am Ufer stehen Hochhäuser, auf denen permanent Leuchtreklame lief, stilisierte an- und abschwellende Segel, die vermutlich den Fortschritt symbolisieren sollten. Als Bewohner würde mich das ständige Lichtgeblinke ziemlich nerven. Aber um 23 Uhr wurde die Leuchtreklame glücklicherweise abgeschaltet. Das Verlassen des Schiffes fiel mir richtig schwer, man gewöhnt sich schnell an das Unterwegssein in einem schwimmenden Hotel.

Das riesige Chongqing

In Chongqing haben wir einen Tag verbracht, und ein wenig von der Stadt gesehen – eine riesengroße Stadt (35 Mio. Einwohner) mit Hochhäusern, Brücken-Neubauten über den Yangtze und den Nebenfluss Jialing, Baustellen und Geschäftigkeit. Aber auf dem Volksplatz in der Mitte der Stadt sind die Anwohner wie eh und je mit ihrer Gymnastik und ihren Tanzübungen wie Bollywood-Tanz beschäftigt, ein älterer Mann übt für sich alleine gekonnt seine Tanzschritte, hat den Zuschauern auf dem Platz seinen Rücken zugewendet und ist ganz in sich gekehrt. Eine Gruppe von Müttern mit Kindern in Kaideng-Ku (Schnellfeuer-Hosen) kommt auf den Platz und schaut sich um, was da wohl los ist. Mehrere ältere Herrschaften spielen Diabolo, wovon einer zeitweilig gleich 2 Diabolos auf seinem Seil im Spiel hat.

Tanzende Frauen in Chongqing

 

Die Ampeln der Stadt sind sehr interessant: die Sekunden für grün und rot werden runtergezählt, und sobald die grüne Fußgänger-Ampel die 5 Sekunden-Grenze überschritten hat, fängt das Ampelmännchen hektisch zu rennen und flackern an, damit es noch rechtzeitig das rettende (Straßen)ufer erreicht…

Wir sind gemütlich, soweit man bei diesem diesigen, feuchten und kühlen Wetter (16 Grad) machen kann, durch den Eling-Park spaziert und haben uns auf einem langen Wandgemälde des Yangtze noch einmal die Strecke von über 600 Kilometern, die wir in den letzten Tagen gefahren sind, vergegenwärtigt. Der Wasserstand in Chongqing ist bis 10 Meter höher als vor dem Staudamm-Bau, je weiter man in Richtung Staudamm fährt, desto höher wird der Unterschied – auf dem Gemälde waren überall auch die untergegangenen Dörfer und Städte und die Zahl der umgesiedelten Bürger zu sehen.

Zu Mittag haben wir einfach Nudeln in einer kleinen Garküche am Parkausgang gegessen. Mit meinen Begleitern kann man das gut machen, sie fürchten sich vor (fast) nichts – und wir ernteten bewundernde Blicke der Einheimischen, dass wir so scharf essen, wie man es hier in Chongqing tut.

Auf nach Kunming

Auf dem Flughafen ging das Einchecken und die Sicherheitskontrolle schnell, danach warteten wir am Gate auf unseren Flug nach Kunming. Es ist viel los, viele Menschen sind unterwegs, viele Sitzplätze besetzt. Erst hat sich hinter mir ein junges Paar gestritten, jetzt sitzt ein Reisender da und knipst sich seelenruhig die Fingernägel, die durch die Gegend fliegen – vielleicht kennt ihr alle das Geräusch… Schreiende Kinder, Stimmengewirr, Ansagen auf Chinesisch und Englisch.

Vor den Fenstern ist es weiterhin diesig, die Sonne kommt nicht raus. Um 16 Uhr geht der Flug, kurz vorher ist Einchecken, die angegebenen Zeiten sind wie immer ca-Zeiten. Aber dann geht es schnell, einsteigen, hinsetzen und schon fliegen wir ab. Vorher fängt sich noch eine chinesische Passagierin einen Rüffel der Flugbegleiterin ein, weil sie noch schnell was aus dem Gepäckfach über ihr holen wollte und die Klappe offen gelassen hat.

Angekommen auf dem neuen Flughafen von Kunming, erkenne ich gar nichts mehr wieder: der viertgrößte chinesische Flughafen neben Peking, Shanghai und Guangzhou – vor 3 Jahren kam ich noch auf dem alten Flughafen in der Stadt an, in 15 Minuten war man mit dem Bus im Hotel. Jetzt also 40 Minuten über die neue 6-spurige Autobahn-Verbindung in die Stadt, aber dann steckten wir im Freitagabend Stau und kamen nach gefühlt 20 Ampelschaltungen auf der Linksabbiegerspur weiter Richtung Hotel. Hier residiere ich für eine Nacht im 22. Stock hoch über der Stadt – schick, Badezimmer mit Glaswand zum Zimmer, riesiges Kingsize Bett, mitten in der Stadt, aber ruhig gelegen. Wir waren noch kurz draußen um etwas zu essen, landeten in einer Garküche um die Ecke und haben uns etwas brutzeln lassen. Nach dem Gute Nacht Bier kann ich gut schlafen.

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Hotel in Kunming

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Für Sie schreibt: Laura Rudschuck-Henne

Online-Marketing und Redaktion bei China Tours

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