New Silk Road Modern 2016: Tag 5 Homel-Orjol: Bürokratische Odyssee

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Unsere Teams befinden sich mittlerweile in Russland. Gestern ging es über Homel nach Orjol. Auf dem Programm standen 399 km, inklusive Grenzformalitäten und -übertritt nach Russland. Das es ein ganz besonders langer und intensiver Tag werden würde, konnte morgens am Start in Homel niemand ahnen... Aber alles der Reihe nach.

Nach gut 1,5 stündiger Fahrt erreichte man entspannte die weißrussisch-russische Grenze, alles schien seinen ruhigen Gang zu gehen. Auf weißrussischer Seite durchgefahren, rüber gerollt zu den russischen Kollegen. Fahrzeuge abgestellt, kurz die Pässe eingesammelt und den Beamten vorgelegt. Müsste ja ruckzuck gehen, da Weißrussland, Russland und Kasachstan zur Eurasischen Zollunion gehören, also unter eine Wirtschaftszone fallen und der Grenzübergang eher den Charakter eines Checkpoints hat mit kurzer Dokumentprüfung, als den einer eingehenden Kontrollstelle mit Fahrzeug und Gepäckcheck. So dachte man. Die Beamten tippten die Passnummern in Ihr System, tippten nochmals ein, prüften noch ein 3. und 4. Mal, aber kein Pass war zu finden im System.

Wie sich herausstellte, hatten die Beamten am Grenzposten zu Weißrussland bei Brest, der Einfahrt hinein nach Weißrussland, offenbar ein Computer und entsprechend Erfassungsproblem gehabt, dies aber weder unseren Teilnehmer, noch unserer Reiseleiterin mitgeteilt. So waren keine Einreisen unserer Gruppemitglieder im System erfasst worden, die Gruppe einfach nach langwieriger  Dokumentenprüfung ins Land gelassen worden (die Kollegen an der Austrittsgrenze werden dies schon regeln...). Nun hätten uns zwar die russischen Kollegen nach Russland einreisen lassen, aber dann hätten wir umso größer Probleme bekommen bei der Ausreise aus Kasachstan nach Usbekistan. Was also tun? Richtig, hinunter ins Dreiländereck um die Registrierung für Belarus nachzuholen. So fuhr man knapp 60 km in den südöstlichsten Winkel von Weißrussland, um am dortigen Grenzposten die Erfassung für die Einreise nach Weißrussland nachzuholen. Dieser Prozess beanspruchte den ganzen Nachmittag, beinhaltete außerdaem eine eingehende Gepäckkontrolle, so dass schließlich um 18:45 Uhr lokaler Zeit alle sieben Teams nach Russland einrollen durften. Eine neue Dimension in Sachen Geduldsprobe wurde hier erreicht, so dass nun nichts mehr erschüttern sollte. So was hatten wir in 10 Jahren Rollende Reisen auch noch nicht erlebt...

Leider standen um 18:45 noch 388 km an, die man bis zum Nachtlager Orjol, der Partnerstadt Offenbachs, vor sich hatte. Es wurde noch eine lange Fahrt, erst gegen 00:45 Uhr erreichte man erleichtert und erschöpft das Hotel in Orjol. Alle Teilnehmer fielen nur noch ins Bett. Uff, geschafft.

Was für ein Tag, ein Beleg dafür, was auf einer solchen Fahrt alles an Unwägbarkeiten eintreten können.

Nach dieser bürokratischen Odyssee gehts heute nach Woronesch, wir wünschen eine entspannte Fahrt und vor allen Dingen, gute Erholung.

 

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