Häusermeer in Shanghai

City Beats: Confessions of a Shanghaiist

Dass ich sehr begeistert von meiner neuen Heimatstadt Shanghai bin, ist inzwischen wohl kein Geheimnis mehr. Wie sehr die Metropole einen jedoch verändert, wenn man eine Weile hier gewohnt hat, ist recht erstaunlich.

Vor einigen Tagen verschlug es mich für einen Kurztrip nach Hefei, in eine Stadt also, die nicht unbedingt zu den beliebtesten und bekanntesten Urlaubsorten Chinas zählt. Eine unaufgehübschte Industriestadt, die ein von internationalen Chinafans recht unbeachtetes Dasein fristet.

Was geschieht nun also, wenn es einen Reisenden aus der großen Stadt der Superlative in dieses kleine Örtchen verschlägt?

Kulturschock 1: Der kleinste Flughafen der Welt. Natürlich ist der Hefei Airport nicht wirklich der kleinste, aber wer die langen Laufwege auf dem Shanghaier Gegenstück in Pudong kennt, kann hier schon in Erstaunen versetzt werden. Kaum haben die Fluggäste ihre Maschine verlassen, stehen sie quasi schon direkt vor dem Ausgang. Der Flughafen selbst gleicht also vielmehr einem Busterminal – praktisch für alle schwer bepackten.

Kulturschock 2: Der Himmel ist so groß! Shanghai wächst in die Höhe. Zwischen hunderten von Wolkenkratzern habe zumindest ich mich schnell daran gewöhnt, nie mehr als ein paar hundert Meter Blau auf einmal zu sehen, geschweige denn einen Horizont. Nun in einer Stadt, die noch mitten in den Wachstums-Kinderschuhen steckt, sind die celesteschen Weiten beeindruckend und ungewohnt.

Kulturschock 3: Es ist so dunkel. In der Hefeier Nacht einen Blick aus dem Fenster geworfen: „Irgend etwas fehlt.“ Und zwar die vielen bunten Lämpchen. Gegner von Lichtverschmutzung hätten in Shanghai ihre wahre Freude: Fast jedes Haus wird von Lichtspielen aus LEDs und Neonröhren geschmückt. Ein ständiges Blinken und Blitzen, das uns alle vergessen lassen kann, wie dunkel es in der Nacht tatsächlich wird.

Im Endeffekt ist mir hier eins wirklich klar geworden: Wie sehr mein neues zu Hause einem eigenen kleinen Mikrokosmos in China gleicht. Irgendwie ist alles ganz anders als im Rest des Landes aber trotz allem furchtbar chinesisch. Ich freue mich auf jeden Fall, wieder zwischen den Hochhäusern unter den vielen Lichten angekommen zu sein.

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Für Sie schreibt: Laura Rudschuck-Henne

Online-Marketing und Redaktion bei China Tours

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