Mit der Harley von Rom nach Hamburg │Tag 3: „Wer nimmt Oma?“

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Heute bin ich Schiff gefahren, sprich, ich saß wohl auf dem falschen Dampfer. Nach dem weihnachtlichen Motto „Wer nimmt Oma?“ heißt es jeden Morgen „Wer nimmt Daggi?“. Und so landete ich heute als Sozia bei einem Chinesen namens Fuong oder ähnlich, der sein Moped in Schlangenlinien fuhr und bedenklich hin und her schwankte. Seekrank auf einer Harley? Ja, geht!

Mit Verspätung zum Ziel

Überhaupt war die Formation heute nicht unbedingt als homogen zu bezeichnen, dafür fuhren einige doch zu unorthodox – hauptsache Fun. Am Abend hat unser Häuptling dann mal ein Machtwort gesprochen. Teil des Funs war auch, das in jedem Moped ein anderer Sender eingestellt war, was insgesamt zu einer sogenannten Kakophonie führte, die nicht jeder als akkustische Bereicherung empfand.

Schon am Morgen lag der Wurm drin. Bereits die Abfahrt hatte sich um eine halbe Stunde verzögert, weil jemanden „bereits“ nach drei Tagen Abwesenheit von zu Hause einfiel, dass er seine Zahnbürste dort vergessen hatte, die er unbedingt noch besorgen musste. Jedenfalls verließen wir die sieben Hügel, auf die Rom gebaut ist, viel später als geplant, sodass das sorgsam aufgebaute Gerüst der Planung irgendwann zusammen brach.

Die Verspätung baute sich weiter auf in Siena, wo sich die Gruppe in der pittoresken Altstadt verzettelte – einige in einer Eisdiele, andere im Dom, die übrigen schauten sich die große Piazza del Campo an, wo das härteste Pferderennen der Welt stattfindet (Wikipedia).

Mit dem Stallgeruch in der Nase fühlten sich unsere chinesischen Freunde vorher in Grosetto von einem chinesischen Restaurant angezogen, das Reiseleiter Li ausgesucht hatte. Offenbar litten sie schon ein bisschen unter Entzugserscheinungen.

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Die perfekte Sozia

Unter der Sonne Italiens fuhren wir bei etwa 30 Grad durch die traumhafte Landschaft der Toskana, kein Wunder, dass so viele Deutsche sich hier ihre Zweithäuser bauen. Nur einer hatte kaum einen Blick für die Schönheit von Architektur und Natur – Wolfgang. Sein Moped war schon in Siena so heiß gelaufen, dass er eine ganze Flasche Mineralwasser mit Gas über den Seitenständer-Schalter (genauso wurde es mir in den Block diktiert) gießen musste. Was eine Zeit lang sowohl das Moped als auch sein Gemüt abkühlte. Bis er kurz vor dem ersehnten Ziel wieder vor der gleichen Situation stand, aber kein Wasser mehr hatte. Das Problem, so Wolfgang, liegt bei Harley, aber wer bin ich, das zu beurteilen?

Wo ich doch gerade mühsam von eben diesem Wolfgang, meinem Piloten Nummer zwei an diesem Tag, lerne, wie sich die perfekte Sozia verhält. Nämlich ruhig, ganz ruhig. Und vorausschauend. Nämlich wann sie das Atmen einzustellen hat - beim Verlangsamen bei einer roten Ampel zum Beispiel, weil die Fliehkraft aus den Rädern sich dann auf den Lenker überträgt, auf den jede zentimeterkleine Bewegung der Sozia übertragen wird. Also erstarre ich jetzt vor jeder Ampel vorsichtshalber schon mal zur Salzsäule und stelle die Atmung ein. Vollkommen. Um nach dem Umspringen auf Grün erst Mal reanimiert werden zu müssen. Klappt aber inzwischen ganz gut.

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Nachdem wir uns heute am späten Abend der ungesunden Völlerei im Club Girasole hingegeben haben, das manche von Euch vom Gallo Nero Run her kennen und wir morgen nun wirklich mal pünktlich starten wollen, sage ich: Ciao e buona notte! Und das Problem „Wer nimmt Oma?“ lösen wir morgen früh wieder ganz unorthodox.

Chinas Ostküste mit der Harley entdecken!

East Coast Blues

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