Kinderreisen nach China – na klar!

China ist nichts für Kinder? Das finde ich nicht. Immer mehr Chinesen kommen gemeinsam mit ihren Kindern nach Deutschland und Europa. Aber für uns ist es noch immer ungewöhnlich China als kinderfreundliches Reiseland zu begreifen. Dabei bieten Kinderreisen nach China so vieles zu entdecken!

Kinder begegnen China

Gerade durch den einen oder anderen Film kommen Kinder schon viel intensiver in Kontakt mit der chinesischen Kultur, als man denken würde. Sei es in meiner Kindheit „Mulan“ oder vor ein paar Jahren „Kung-Fu Panda“. 

Als Kind war ich ein großer Fan der Geschichte Mulans. Ein paar Jahre später kam ich dann durch einen Schüleraustausch zum ersten Mal nach China. Auch erinnere ich mich, dass es vor vielen Jahren während meiner Schulzeit in Düsseldorf eine tolle Ausstellung mit Nachbildungen der Terrakotta-Krieger gab. Von da an hatte ich Miniaturen auf meiner Fensterbank stehen und der Entschluss fiel, dass ich sie auch einmal im Original sehen wollte.

Ich glaube, dass es gut für Kinder ist, schon früh mit vermeintlich fremden Kulturen in Berührung zu kommen. Vielleicht entwickelt das eigene Kind durch eine Chinareise sogar das Interesse neben Englisch auch Chinesisch zu lernen. Eine Sprache, die in Zeiten der Globalisierung immer wichtiger wird.

Heute reise ich gerne mit dem Rucksack durch noch unbekannte kleinere Orte, aber auch für Kinder ist China ein tolles Reiseziel. Sei es die Chinesische Mauer, die Terrakotta-Armee in Xi’an, die Pandas in Chengdu oder ein Ausflug zum Shaolin-Kloster. Es steht ein spannendes Angebot zur Verfügung, dass einen normalen Strandurlaub bei Weitem in den Schatten stellt! 

Die Chinesische Mauer

Für mich ist und bleibt die Chinesische Mauer der beeindruckenste Ort in China und sie ist auch für Kinder gut erklimmbar. Je nach Abschnitt kann man auch mit der Seilbahn hinauf- und am Ende mit der Sommerrodelbahn wieder runtersausen. Da kommt neben dem geschichtsträchtigen Ort auch noch der Spaßfaktor hinzu. Auch wenn Mao Zedong einst sagte, wer die Mauer (zu Fuß) erklommen habe, sei ein richtiger Held, bin ich erst nach einigen Jahren hochgewandert. Auch ein Familienpicknick auf der Chinesischen Mauer ist ein einmaliges Ereignis. Was hab ich mich gefreut, als ich auf der Mauer ein paar Landjäger genießen konnte, nachdem ich knapp ein Jahr in China war und wenn es mal Wurst gab, dann war sie süß.

Die Große Mauer

Die Terrakotta-Armee in Xi’an

Meine ganz persönliche Kindheitserfahrung mit der Terrakotta-Armee in Düsseldorf hat natürlich damit zu tun, dass ich immer wieder gerne in Xi’an bin, um mir die Krieger anzuschauen. Aber nicht nur die Terrakotta-Krieger sind einen Besuch wert, sondern auch die Große Wildganspagode. Außerdem ist vor allem die Fahrradtour auf der alten Stadtmauer von Xi’an ein Erlebnis, das Kinderherzen höher schlagen lässt.

Die Terrakotta-Armee in Xi’an

Pandas in Chengdu

Die Pandas sind für jeden etwas! Egal ob Erwachsene oder Kinder – alle liebe Pandas. Wahrscheinlich ist „Kung-Fu Panda“ auch deswegen so beliebt, weil der Film aus der Sicht eines Pandas erzählt wird. Für einen Besuch der Pandas eignet sich Chengdu mit seiner berühmten Pandaaufzuchtstation am besten und auch die vielen Parks und Teehäuser sind kinderfreundlich. Lediglich beim Sichuan Hotpot, dem feurig scharfen Fondue, würde ich für Kinder eine milde Version bestellen. Der kann unter Umständen auch einen Erwachsenen ganz schön aus den Latschen hauen. Zum Glück gibt es ihn in verschiedenen Schärfegraden.

Das Nationaltier in China: Der große Panda

Shaolin-Kloster

Filme wie „Kung-Fu Panda“ haben der Begeisterung für chinesische Kampfkunst noch einmal Schwung gegeben. Während meines Schüleraustauschs 2009 haben wir an einer Kung-Fu-Übung teilgenommen und es hat eine Menge Spaß gemacht. Als Laie kam ich ganz schön ins Schwitzen. Aber ich fand es beeindruckend, wie diszipliniert und akkurat der Shaolin-„Kämpfer“ uns seine Performance präsentierte. Wie er durch die Luft sprang und seinen Körper dabei bewegte – das war klasse!

Aber Kung-Fu ist nicht gleich Kung-Fu. Es gibt verschiedene Ausführungen, die sich je nach Region in China unterscheiden. Jeder kennt die Bilder der kahl rasierten Männer in ihren gelblich-orangen Gewändern. Gerade das Shaolin Kung-Fu dient nicht in erster Linie der Selbstverteidigung und schon gar nicht dem Angriff. Auch wenn es in China nicht als Sport verstanden wird, so trainiert es doch den ganzen Körper. Es geht um die Stärkung von Körper und Geist durch wiederkehrende Bewegungsabläufe. Anders als bei den japanischen Kampfkünsten, beispielsweise Karate oder Judo, gibt es beim Kung-Fu keine Klassifizierung durch Gürtel. Kung-Fu lebt und lernt man ein Leben lang. Es geht um die fortwährende Verbesserung des eigenen Stils.

Vorführung von Shaolin-Mönchen

Und auch heute gibt es rund um das bekannte Shaolin-Kloster in der Provinz Henan eine ganze Reihe von speziellen Schulen, wo Eltern gerne ihre Kinder hinschicken. Manchmal nur für kurz- bis mittelfristige Kurse, aber es gibt auch Programme, die Jahre dauern.

Auch ein Spaß für Kinder

China nichts für Kinder? Auf keinen Fall! China ist für viele immer noch ein „wildes“ Land, das nur für Rucksacktouristen geeignet ist. Aber China ist inzwischen kindgerecht und bietet für kleine Reisende spannende Einblicke in eine ganz andere Welt. Davon kann jeder profitieren und vielleicht fängt nach einer solchen Reise auch der ein oder andere mit Kung-Fu an. Es muss ja nicht immer Fußball sein.

Erfahren Sie hier mehr über Ihr nächstes Abenteuer mit der ganzen Familie: 

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Für Sie schreibt: Frederik Schmitz

Auslandsreporter. Seitdem ich 2009 zum ersten Mal nach China reiste, versuche ich auch ein China neben den Hotspots kennenzulernen. Ganz passend dazu studierte ich erst Regionalstudien China in Köln und mache seit 2016 meinen Master in Sinologie in Tübingen.

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