Das Chongyang-Fest: Wie Blumen den Teufel besiegten

Pünktlich zum Ende der Goldenen Woche folgt die nächste Festlichkeit – in China feiert man heute das Chongyang Fest. Dieses findet jedes Jahr am 9. Tag des 9. Monats nach dem Mondkalender statt. Aus diesem Grund wird es auch Doppelneuner-Fest genannt.

Die Legende hinter dem Fest

Wie bei den meisten chinesischen Festen steht natürlich auch hinter dem Chongyang-Fest eine Legende: Während der Östlichen Han-Dynastie bewohnte ein Teufel den Nu-Fluss. Seine Anwesenheit brachte Krankheiten über die Leute, die in der Umgebung lebten. Zu dieser Zeit lebte auch der junge Mann Hengjing, dessen Eltern an den Folgen ihrer Krankheit starben. Hengjing nahm große Mühen auf sich, um einen Unsterblichen ausfindig zu machen, der ihn trainieren würde, damit er die Dorfleute befreien konnte. Er fand einen Lehrmeister und wurde von diesem in der Kunst des Schwertkampfes unterrichtet.

Am 8. Tag des 9. Mondmonats erzählte der Unsterbliche dem jungen Hengjing, dass der Teufel am nächsten Tag auftauchen würde. Er wies Hengjing an, sich auf den Rückweg zu machen, um den Teufel und die Krankheiten, die dieser mit sich brachte, loszuwerden. Der junge Mann nahm einen Beutel Hornstrauchblätter und Chrysanthemenwein mit und kehrte in sein Heimatdorf zurück.

Gleich am Morgen des nächsten Tages versammelte Hengjing alle Dorfbewohner auf einen in der Nähe des Flusses gelegenen Berg. Sie hielten Hornstrauchblätter und Becher mit Chrysanthemenwein in den Händen. Am Nachmittag trat der Teufel aus dem Nu-Fluss hervor und hielt sogleich wegen des starken Geruchs der Blätter und des Weins inne. Hengjing ergriff seine Chance und stürzte sich, mit seinem Schwert bewaffnet, auf den Teufel. Es dauerte nicht lange, bis der junge Mann den Kampf für sich entscheiden konnte.

Traditionen und Bräuche zum Chongyang-Fest

Chrysanthemen

Das Chongyang-Fest findet genau in dem Zeitraum statt, in dem in China die Chrysanthemen blühen. Vor allem die schönen Parkanlagen im Reich der Mitte laden dazu ein, zu verweilen und den Anblick der Blumen zu genießen. In größeren Parks finden zum Teil eigene Chrysanthemen-Ausstellungen statt, die zahlreiche Besucher anlocken. Unabdingbar für das Chongyang-Fest ist das Trinken von Chrysanthemenwein. Die farbenprächtigen Blumen gelten als natürliches Antitoxin und sollen das Böse vertreiben.

Bergsteigen

Steigt man auf einen hohen Berg, so soll dies Krankheiten vorbeugen. Schon viele Werke von Dichtern aus der Tang-Dynastie beschrieben die idyllische Szenerie der Berge und das Gefühl, das der Aufstieg mit sich bringt. Heutzutage versammeln sich Familienmitglieder oder gute Freunde, um diesen Aufstieg gemeinsam zu begehen. Oben angekommen genießen sie den Ausblick und erfreuen sich daran, diesen Feiertag miteinander zu verbringen.

Das Huangshan-Gebirge eignet sich hervorragend für einen Aufstieg am Chongyang-Fest
Das Huangshan-Gebirge eignet sich hervorragend für einen Aufstieg am Chongyang-Fest

Chongyang-Kuchen

Besonderes Essen darf an einem Feiertag natürlich nicht fehlen. Zum Chongyang-Fest gibt es traditionell den Chongyang-Kuchen. Dieser besteht aus zwei Schichten und ist mit Nüssen und chinesischen Datteln gefüllt. Da das chinesische Wort für “Kuchen” genauso wie das Wort für “hoch” ausgesprochen wird, sind das Essen von Kuchen und das Bergsteigen für viele Leute gleichbedeutend. Außerdem soll man sich, nachdem man den Kuchen gegessen hat, persönlich weiterentwickeln und in seinem Leben weiterkommen.

Neuere Bedeutung des Festes

Im Chinesischen wird “Neun” ebenso wie das Wort für “lang” ausgesprochen. Dies bezieht man auf die Dauer eines Lebens. Aus diesem Grund wurde das Chongyang-Fest im Jahr 1989 zusätzlich zum Senioren-Tag ernannt. Dieser Feiertag dient dazu, den älteren Mitbürgern Respekt zu erweisen und sie das Leben genießen zu lassen. Häufig werden Ausflüge organisiert, damit Rentner auch die Schönheit der Natur genießen können. Im Kreise der Familie kann natürlich auch gefeiert werden. Man bemüht sich darum, dass die älteren Verwandten einen entspannten Tag verbringen und wünscht ihnen Glück und Gesundheit.

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Für Sie schreibt: Lisa Ellermann

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