Der Ursprung des Buddhismus: Die Geschichte von Shakyamuni

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Neben dem Christentum, dem Islam, dem Hinduismus und dem Judentum zählt der Buddhismus zu den fünf großen Weltreligionen. Im Unterschied zu den anderen Religionen gibt es im Buddhismus allerdings keine Gottheiten. Die Begründung und Verbreitung der Lehre ist auf eine historische Persönlichkeit zurückzuführen – Siddhartha Gautama. Dieser lebte vor über 2500 Jahren und ist als Buddha Shakyamuni in die Geschichte eingegangen.

Die Geburt des Buddhas

 

Buddha als Neugeborener mit Swastika-Symbol
Buddha als Neugeborener mit Swastika-Symbol

 

Der historische Buddha Shakyamuni wurde als Siddhartha Gautama in Lumbini im südlichen Nepal als Sohn einer Fürstenfamilie geboren. Er soll am 8. Tag des vierten Mondmonats im Jahre 563 v. Chr. durch eine übernatürliche Geburt zur Welt gekommen sein. Der neugeborene Buddha tat sieben Schritte in alle Himmelsrichtungen und unter jedem seiner Schritte wuchs eine Lotosblüte aus dem Boden. Die eine Hand zum Himmel und die andere zur Erde verkündete er seine Herrschaft über die Welt. Die Geburt Siddharthas wird auch heute noch als Vesakh Fest in vielen Ländern Asiens gefeiert und gilt als der höchste buddhistische Feiertag. Den Eltern von Siddhartha wurde bei seiner Geburt prophezeit, dass ihr Sohn ein großer Herrscher werden würde, wenn er nicht mit dem Leid der Welt in Berührung käme.

So wuchs Siddhartha wohl behütet innerhalb der Palastmauern auf, wo es ihm an Nichts fehlte. Im Alter von 16 Jahren heiratete er seine Cousine und bekam seinen Sohn Rahula. Eines Nachts, im Alter von 29 Jahren, schlich er sich heimlich aus dem Palast. Außerhalb der Palastmauern wurde er zum ersten Mal in seinem Leben mit dem Leid der Welt konfrontiert. Er sah zunächst einen kranken, dann einen alten und zum Schluss einen sterbenden Menschen. Dies traf ihn völlig unvorbereitet und er musste erkennen, dass die Freuden des Lebens vergänglich sind. Daraufhin fasste er den Entschluss, in die Welt hinauszuziehen, um einen Ausweg aus dem Leid zu finden.

Siddhartha erfährt Bodhi

Er versuchte es zunächst mit dem Weg der Askese und zog sich unter völliger Enthaltsamkeit in die Einsamkeit der Wälder zurück. Als diese Unternehmung keinen Erfolg zeigte, begab Siddhartha sich auf den mittleren Weg der Erleuchtung. Er meditierte sechs Tage und sechs Nächte lang unter einer Pappel-Feige und aß nur, was ihm in den Schoss fiel. Dies war der richtige Weg, der ihn im Alter von etwa 35 Jahren Bodhi, also Erleuchtung erfahren ließ. Bodhi beschreibt einen Zustand, der sich aus der Überwindung aller Leidenschaften ergibt. Er berührte mit den Fingerspitzen der rechten Hand den Boden, um die Erde als Zeugin seiner Erleuchtung anzurufen. In dieser Position verharrend findet man heute noch sehr häufig Darstellungen des Buddha Shakyamuni. Die Geste wird als Erdanrufungsgeste bezeichnet.

Verbreitung des Buddhismus

Nachdem der Buddha Erleuchtung erlangt hatte, lehrte er zusammen mit seinen Jüngern in Nordindien viele Jahre lang den Dharma („die Lehre“). So setzte Buddha Shakyamuni das Dharmachakra („Rad der Lehre“) in Bewegung und wurde zum Begründer des Buddhismus. Von Indien aus hat sich die Lehre im Laufe der Jahrhunderte über ganz Asien ausgebreitet. Um etwa 100 nach Christus gelangte die Lehre des Buddhismus schließlich auch nach China und fand dort große Verbreitung. Mit der Zeit haben sich in der asiatischen Welt sehr viele unterschiedliche buddhistische Schulen herausgebildet. Zu den bekanntesten gehören der Theravada- („Lehre der Ordens-Älteren“), der Mahayana- („großes Fahrzeug“) und der Vajrayana-Buddhismus („Diamantfahrzeug“).

Chinas gigantische Buddha-Statuen

In China erinnern heute noch viele gigantische Buddha-Statuen an die Lehre des Buddha Shakyamuni. Eine der imposantesten und größten Buddha-Statuen der Welt ist der große Buddha von Lingshan nahe der Stadt Wuxi 无锡. Es handelt sich um einen auf einem Lotossockel stehenden Buddha aus Bronze, der 88 Meter weit in die Höhe ragt. Die Acht ist aufgrund ihrer Lautähnlichkeit zum Wort Reichtum übrigens eine Glückszahl in China. Um auf den begehbaren Lotossockel zu gelangen, müssen Besucher zunächst 216 Treppenstufen bewältigen. Oben angelangt genießen sie dafür eine fantastische Aussicht auf die umliegende Gebirgslandschaft mit ihren zahlreichen buddhistischen Bauten.

 

Der große Buddha von Leshan
Der große Buddha von Leshan

 

Die wohl bekanntesten Buddha-Statue Chinas ist der große Buddha von Leshan 乐山. Er befindet sich im südlichen Teil der Provinz Sichuan in der Nähe der Millionenstadt Leshan („Berg der Freude“). Die Besonderheit dieses Buddhas ist, dass er aus einem riesigen Felsen herausgemeißelt wurde. Mit 71 Metern Höhe ist er der größte steinerne Buddha der Welt. Er wurde bereits während der Tang-Dynastie im 8. Jahrhundert erbaut und sollte der Besänftigung der unruhigen Flüsse Min Jiang, Qinyi und Dadu dienen. Zusammen mit dem umliegenden Gebirge Emei Shan wurde die Statue im Jahr 1996 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Vielleicht haben Sie auch Lust bekommen, sich einmal auf die Spuren Buddhas zu begeben. Das Reich der Mitte hält unzählige weitere Buddha-Statuen und viele buddhistische Stätten und Tempelanlagen bereit. Diese und viele weitere Highlights finden Sie hier: 

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