UNESCO-Weltkulturerbe: Die Mogao-Grotten

Die UNESCO setzt sich für den Schutz des Natur- und Kulturerbes unserer Welt ein. Das Reich der Mitte beherbergt im Moment 55 dieser erhaltenswerten Orte, die einmalige Spuren auf unserem Planeten hinterlassen haben. Heute wollen wir in unserer Reihe zu den UNESCO-Welterbestätten in China die Mogao-Grotten vorstellen.

Die Vision von 1.000 Buddhas

Die Mogao-Grotten sind eine der drei berühmtesten chinesischen Buddha-Grotten. In der Provinz Gansu, nahe der Stadt Dunhuang, liegt das mehrere hundert Höhlentempel umfassende System. So vielfältig wie die Anzahl an unterschiedlichen buddhistischen Wandmalereien, Statuen und Höhlen ist jedoch auch die Entdeckungsgeschichte der Mogao-Grotten.

Wandgemälde in den Mogao-Grotten
Wandgemälde in den Mogao-Grotten

Etwa im 4. Jahrhundert fängt die Entstehungsgeschichte der Grotten an. Zu diesem Zeitpunkt haben buddhistische Mönche angefangen Höhlen in die Sandsteinfelsen zu schlagen. Ein buddhistischer Mönch mit dem Namen Lè Zūn soll auf seinen Wanderungen eine Vision gehabt haben. Tausende Buddhas umgeben von goldenem Licht erschienen ihm in der Vision. Da Lè Zūn Malerei und Bildhauerei gelernt hatte, wollte er mit seinen Fertigkeiten die Vision abbilden. Alleine fing er an eine Höhle mit Kunst zu verzieren.

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Mönche dazu, die den Höhlenkomplex weiter ausbauten. In der Tang-Dynastie gab es rund 1.000 Höhlen. Im Laufe der Zeit wurde der Ort zum Pilgerort für viele Buddhisten und die Mönche richteten mit Spenden Höhlen ein, die als Schreine dienten. Diese Höhlen waren sehr bunt verziert, dienten als Repräsentation des Weges zur Erleuchtung und wurden auch häufig zur Meditation genutzt.

Mogao geriet in Vergessenheit

In der Tang-Dynastie wurde das nahegelegene Dunhuang zu einem wichtigen Handelszentrum auf der Seidenstraße und ein religiöses Zentrum für viele. Im Jahre 845 entgangen die Grotten der Buddhistenverfolgung von Kaiser Wu Zhong. Viele buddhistische Tempel wurden zerstört und das Vermögen vom Staat konfisziert. Da das Gebiet aber offiziell unter der Herrschaft von Tibet stand, konnten die Mogao-Grotten der Verfolgung entgehen. Nach Ende der Tang-Dynastie sank die Bedeutung der Grotten stetig ab.

Um auf der Seidenstraße Handel zu treiben mussten Händler durch die Wüste reisen
Um auf der Seidenstraße Handel zu treiben mussten Händler durch die Wüste reisen

Der Handel über den Landweg der Seidenstraße wurde immer unwichtiger. Der meiste Handel mit anderen Ländern erfolgte nun über die Seeroute. Auch Dunhuang wurde damit von vielen verlassen und von weiten Teilen der Welt vergessen. Die Mogao-Grotten hatten ihren Ruhm verloren und wurden nun höchstens von Einheimischen besucht.

Längst vergessene Schätze

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert begann das Interesse an der antiken Seidenstraße wieder aufzuleben. Einige westliche Forscher bereisten verschiedene Orte entlang der antiken Seidenstraße und wurden so auch auf die Mogao-Grotten nahe Dunhuang aufmerksam. Die größte Entdeckung machte jedoch ein chinesischer Taoist mit dem Namen Wang Yuanlu, welcher sich selbst als Wächter der Tempel ernannte und einige von ihnen mit Spenden wieder restaurieren wollte. Einige der Höhlen waren mit Sand blockiert. In einer dieser Höhlen folgte er dem Rauch einer Zigarette und fand eine versteckte Höhle hinter einer Wand. In dieser fand er tausende von antiken Manuskripten. Um die Manuskripte zu bergen brachte Wang Yuanlu einige der Manuskripte zu einem Regierungsbeamten. Die erhoffte Finanzierung wurde ihm nicht gewährt. Die Höhle wurde auf Anweisung des Regierungsoberhaupts von Gansu versiegelt.

Die Stadt Dunhuang liegt umgeben von Sand
Die Stadt Dunhuang liegt umgeben von Sand

Viele der Manuskripte wurden in den darauffolgenden Jahren an westliche Forscher verkauft. Durch sie stieg im Westen das Interesse an den Höhlen von Mogao. Auch Forscher in Peking wurden auf Proben der Dokumente aufmerksam, die nun in den Händen von westlichen Forschern waren. Daraufhin überzeugten sie das Ministerium für Bildung die restlichen Schriften zu bergen.

Aufleben der Mogao-Grotten

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Grotten wieder aufleben zu lassen. Viele der Wandmalereien wurden restauriert und ein Forschungsinstitut wurde in Dunhuang gegründet, um sich um den Ausgrabungsort zu kümmern. 1987 wurden die Mogao-Grotten zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Von 1988 – 1995 wurden weitere 248 Höhlen entdeckt. Sie liegen nördlich der schon bekannten Höhlen.

Es gibt wunderschöne Buddha-Statuen in Mogao zu entdecken
s gibt wunderschöne Buddha-Statuen in Mogao zu entdecken

Im Zuge des steigenden Interesses an der alten Seidenstraße in den letzten Jahren, sind die Mogoa- Grotten längst nicht mehr so unbekannt, wie sie es einst waren. Heutzutage gehören die Mogao-Grotten neben den Yungang- und den Longmen-Grotten zu den bekanntesten buddhistischen Grotten Chinas und werden häufig besucht.

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Niklas Juliusson

Für Sie schreibt: Niklas Juliusson

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